Die Musikschule hat das Tal verändert

Eines der Paradeensembles: das Sinfonieorchester . . .
Eines der Paradeensembles: das Sinfonieorchester . . .
Eindrucksvolle Leistungsschau beim 40-Jahr-Festakt und viel Optimismus für die Zukunft.

Schwarzenberg. (stp) Gerade mal ein Dutzend Jungmusikanten gab es Anfang der 70er-Jahre in den Bregenzerwälder Musikvereinen noch. Bezirkskapellmeister Leo Weidinger und seine Mitstreiter schlugen Alarm. Mit der Gründung der Regio wurden drei Schwerpunkte in Angriff genommen: Verkehr, Abfall und Bildung. Der Bildungsschwerpunkt fand seinen Niederschlag in der Gründung von gemeinsamen Schulen in Egg und Bezau und der Wandermusikschule, die in Schwarzenberg ihr 40-Jahr-Jubiläum feierte.

Rückschau und Ausblick

Der Festakt war nicht nur Rückschau auf eine 40-jährige Erfolgsgeschichte, sondern auch ein optimistischer Ausblick auf „die nächsten 40 Jahre und darüber hinaus“, wie Obmann Dr. Gottfried Feurstein betonte. In die gleiche Kerbe schlug Moderator Mag. Ariel Lang: „Durch die Musikschule Bregenzerwald wurde und wird sichergestellt, dass die Frauen und Männer, Kinder und Jugendlichen unseres Tales jene Sprache lernen dürfen, die als universellste und schönste unserer Welt gilt, die Musik.“ Die Musikschule sei jene Institution, die das Tal verändert hat, wie wahrscheinlich wenig andere.

Eine Erfolgsgeschichte

Und dabei, so LR Mag. Harald Sonderegger und Prof. Peter Heiler, Geschäftsführer des Vorarlberger Musikschulwerks, unisono, hatten und haben es die Lehrkräfte und Funktionäre im Bregenzerwald ungleich schwerer als Musikschulkollegen in Ballungsräumen. Und trotzdem: Nach schwierigen Anfangsjahren, in denen die Leitung der Musikschule in zehn Jahren fünf Mal wechselte, segelt das Schulschiff seit nunmehr über 25 Jahren in ruhigem Gewässer. Mit ein Verdienst der langjährigen Leiter Karl Gamper (1988–2001) und Urban Weigel (ab 2001).

Historischer Wechsel

Anders als bei der musikalischen Leitung, die anfaänglich rasch wechselte, wurde bei den ehrenamtlichen Funktionären seit der Gründung Kontinuität groß geschrieben. Gründungsobmann Leo Weidinger stand 30 Jahre lang an der Spitze, Feurstein war in dieser Zeit sein Stellvertreter und folgte Weidinger vor zehn Jahren als Obmann nach. Der Festakt war für Feurstein der passende Rahmen, um seinen Rücktritt offiziell bekannt zu geben und Mellaus Bürgermeisterin Mag. Elisabeth Wicke als seine Nachfolgerin vorzuschlagen.

Über die Region hinaus

Feurstein übergibt eine Musikschule, die sich über die Grenzen der Talschaft und des Landes hinaus einen hervorragenden Namen schaffen konnte und bundesweit als Vorzeigeschule gilt. Aus 238 Schülerinnen und Schülern, die im ersten Schuljahr unterrichtet wurden, sind mehr als 1500 geworden. Das Blasmusikwesen der Talschaft wäre ohne Tausende junge musikbegeisterte Musikschulabsolventen nicht denkbar. Buchstäblich von A wie Alphorn bis Z wie Zither kamen ganz unterschiedliche Ensembles zum Zug. Für den Auftritt der Alphörner hatte Musikschullehrer Günter Andrich sogar ein eigenes Stück „Alphorns Traum“ komponiert. Christoph Weidinger dirigierte die Uraufführung und hatte als langjähriger Lehrer auch noch Interessantes zu berichten. So sei es gelungen, nicht nur Nachwuchs für die Vereine auszubilden, sondern auch „Mangelinstrumente“ auszumerzen. Am Fagott würden im Wald mehr Jugendliche ausgebildet, als an allen Wiener Musikschulen zusammen.

„. . . bis ge Schoppernou“

Wie breit gefächert die Ausbildung in der Musikschule und die Möglichkeiten für die Absolventen sind, schilderte Andreas Broger, der als ehemaliger Schüler seinen Weg als Berufsmusiker machte. Ohne das Rüstzeug, das ihm in der Musikschule vermittelt wurde, hätte es der „Holstuonar“ wohl kaum so weit gebracht. Neben der Ausbildung an mehreren Instrumenten haben ihn vor allem das Spiel in der Schülercombo und Schülerbigband geprägt und auch „Vo Mellou bis ge Schoppernou“ geführt, verriet er im Gespräch mit Moderator Ariel Lang. Combo und Bigband – ein Stichwort, denn „Ensembles“ ist ein Zauberwort für die Musikschule, die größten Wert auf das gemeinsame Musizieren legt. Das soll auch so bleiben, versicherte Weigel und ließ Taten folgen, indem er als Höhepunkt des Festakts das Sinfonieorchester dirigierte und gemeinsam mit dem Ensemble „Singen macht Spaß“ unter Birgit Giselbrecht-Plankel „Over the rainbow“ darbot.

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