1.300 Medikamente in Österreich nicht lieferbar – App hilft
Derzeit gibt es in Österreich massive Lieferengpässe bei Medikamenten. Laut dem Arzneimittelgroßhändler PHAGO sind rund 1.300 Präparate nicht oder nur eingeschränkt verfügbar. Betroffen sind auch Apotheken in Vorarlberg.
Christof van Dellen, Präsident der Vorarlberger Landesgeschäftsstelle der Apothekerkammer, bestätigt gegenüber dem ORF die angespannte Situation. Man sei jedoch bemüht, für alle Patientinnen und Patienten alternative Präparate zu organisieren.
Besonders Diabetes-Mittel und Psychopharmaka betroffen
Nach Angaben von PHAGO betreffen die Engpässe unter anderem Medikamente für Diabetikerinnen und Diabetiker sowie Psychopharmaka. Apotheken müssten immer wieder kurzfristig reagieren, wenn Lieferungen ausbleiben.
Van Dellen erklärte laut ORF, man wisse oft nicht, warum es zu einer Verknappung komme. "Wir kriegen einfach nur die Mitteilung, dass das Medikament kurzfristig oder langfristig nicht lieferbar ist", so der Apotheker.
"Österreich ist ein Billigmedikamentenland"
Eine mögliche Ursache sieht van Dellen in der Preisstruktur: "Österreich ist ein ‚Billigmedikamentenland‘. Das heißt, in Österreich kriegen die Firmen im Vergleich mit anderen Ländern, wie zum Beispiel Deutschland, weniger bezahlt für ihre Präparate."
Wenn es zu Engpässen komme, sei es für Hersteller wirtschaftlich attraktiver, vorhandene Mengen in Länder mit höheren Preisen zu liefern. Dennoch gebe es immer wieder Tranchen der rareren Arzneimittel auch für Österreich.
ApoApp soll Suche erleichtern
Um Patientinnen und Patienten die Suche zu erleichtern, verweist die Apothekerkammer auf die sogenannte "ApoApp". Mit dieser Anwendung können Nutzerinnen und Nutzer Apotheken in ihrer Nähe finden und prüfen, ob bestimmte Medikamente vorrätig sind.
(VOL.AT)