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106 Küken: Der seltenste Papagei der Welt feiert Rekordjahr

Warum 106 Küken für diese Vogelart ein Meilenstein sind
Warum 106 Küken für diese Vogelart ein Meilenstein sind ©Jake Osborne / DEPARTMENT OF CONSERVATION - NEW ZEALAND / AFP
Auf Neuseelands Schutzinseln sind heuer so viele Kakapo-Küken geschlüpft wie nie zuvor. 106 Jungvögel wurden gezählt. Der Erfolg gilt als Meilenstein für den Artenschutz – die Zukunft des seltensten Papageis der Welt bleibt dennoch fragil.

Historischer Erfolg für den Artenschutz

Für Naturschützer in Neuseeland ist es eine kleine Sensation: In der Brutsaison 2026 sind 106 Kakapo-Küken geschlüpft – ein neuer Rekord für den vom Aussterben bedrohten Nachtpapagei. Die bisherige Höchstmarke lag bei 85 Jungtieren und wurde im Jahr 2019 erreicht.

Der Kakapo gilt als einer der seltensten Vögel der Welt. Der flugunfähige Papagei lebt ausschließlich in Neuseeland und wird derzeit auf mehreren prädatorenfreien Inseln geschützt. Nach aktuellen Angaben umfasst die erwachsene Population lediglich 235 Tiere.

Insgesamt 78 Weibchen brüteten in diesem Jahr auf drei speziell geschützten Inseln, auf denen es keine natürlichen Fressfeinde für die seltenen Vögel gibt.

Fortpflanzung nur in besonderen Jahren

Trotz des Rekordnachwuchses bleibt die Art stark gefährdet. Der Grund liegt in der außergewöhnlichen Fortpflanzungsstrategie der Kakapos.

Wie utopia.de unter Berufung auf Radio New Zealand berichtet, brüten die Tiere nur in sogenannten Mastjahren. Dann tragen die neuseeländischen Rimu-Bäume besonders viele Früchte, die den Weibchen ausreichend Nahrung für die Aufzucht ihrer Jungen liefern.

Neuseelands Nachtpapagei erlebt sein erfolgreichstes Jahr ©Canva

Solche Bedingungen treten jedoch nur alle zwei bis fünf Jahre auf, teilweise sogar noch seltener. Die aktuelle Brutsaison folgte daher auf eine vierjährige Fortpflanzungspause. Erst im Februar schlüpfte das erste Kakapo-Küken seit 2022.

Tierarzt rettet Jungvogel mit Beatmung

Nicht alle Küken hatten einen einfachen Start ins Leben. Ein Tierarzt des Auckland Zoo musste einem frisch geschlüpften Jungvogel mittels Mund-zu-Schnabel-Beatmung helfen. Ein weiteres Küken überlebte nach der Behandlung einer Halsverletzung.

Trotz solcher Herausforderungen entwickelte sich die Brutsaison erfreulich. Anfang Mai waren noch 93 der 106 geschlüpften Küken am Leben.

Hoffnung auf eine stabile Zukunft

Kakapos können ein bemerkenswert hohes Alter erreichen. Experten gehen von einer Lebenserwartung zwischen 60 und 90 Jahren aus. Dennoch machen die seltenen Fortpflanzungsgelegenheiten den Erhalt der Art schwierig.

Der aktuelle Nachwuchsrekord wird deshalb als wichtiger Schritt für das langfristige Überleben des seltenen Papageis gewertet. Ob 2026 tatsächlich als Wendepunkt in die Geschichte des Kakapo-Schutzes eingehen wird, müssen die kommenden Jahre zeigen. Die Rekordzahl an Küken gibt Naturschützern jedenfalls neuen Grund zur Hoffnung.

(Red.)

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