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15-Jährige nach Gewalt-Eklat im Supermarkt verurteilt

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Die jugendliche Angeklagte mit ihrem Verteidiger Severin Sandbichler am Landesgericht Feldkirch. ©VOL

Aus einem Diebstahl entwickelte sich ein Fall mit massiver Gewalt gegen Polizisten.

Feldkirch Eine erst 15-Jährige musste sich am Landesgericht Feldkirch wegen räuberischen Diebstahls, Widerstands gegen die Staatsgewalt, schwerer Körperverletzung sowie eines weiteren Diebstahls verantworten.

Laut Anklage soll sie gemeinsam mit einem 13-jährigen Komplizen im Sutterlüty am Bahnhof jeweils eine Flasche Alkohol gestohlen haben. Dabei habe sie dem Jungen erklärt, wie und wo er die Beute verstecken solle. Um keinen Verdacht zu erregen, wollten beide noch ein Brot kaufen und das Geschäft verlassen.

Um sich geschlagen

Doch eine Ladendetektivin hielt die Jugendliche aufgrund ihres Anhalterechts an. Während der 13-Jährige den Diebstahl sofort zugab, soll die 15-Jährige jede Verantwortung abgestritten haben. Stattdessen habe sie sich mit Händen und Füßen gewehrt, um sich geschlagen und getreten. Eine Kassiererin eilte zur Hilfe und verständigte die Polizei.

Auch mit den eintreffenden Beamten beruhigte sich die Lage laut Staatsanwaltschaft nicht. Als ein Polizist versuchte, ihr Handschellen anzulegen, habe sie mit Tritten und Ellbogen um sich geschlagen und dabei einen Beamten verletzt. Selbst mit angelegten Handschellen habe sie versucht, davonzulaufen. Erst zusätzliche Fußfesseln brachten die Situation unter Kontrolle.

Außerdem soll die Jugendliche in einem Elektrofachgeschäft eine Powerbank gestohlen haben.

Nur ein leises "Ja"

Vor Richterin Sabrina Tagwercher zeigte sich die 15-Jährige vollumfänglich geständig. Auf die Frage, ob ihr bewusst sei, was sie getan habe, antwortete sie mit leiser Stimme: "Ja."

Weil sie sämtliche Vorwürfe einräumte, mussten die geladenen Zeugen nicht mehr aussagen. Lediglich die Ladendetektivin und die Kassiererin betraten den Gerichtssaal noch einmal, um sich die persönliche Entschuldigung der Jugendlichen anzuhören.

In ihrem Schlussplädoyer betonte die Staatsanwältin, die Angeklagte wirke heute zwar ruhig und zurückhaltend, habe zum Tatzeitpunkt jedoch "massive Gewalt angewendet". Sie beantragte daher eine angemessene Bestrafung.

Verteidiger Severin Sandbichler verwies auf die massive Drogenabhängigkeit seiner Mandantin. Sie befinde sich inzwischen in Behandlung, zudem sei ihr bereits ein Platz in der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Hall zugesichert worden. Deshalb sprach er sich für ein mildes Urteil aus.

Richterin lobt den eingeschlagenen Weg

Der Schöffensenat zog sich nur kurz zur Beratung zurück. Wenig später stand das Urteil fest: Richterin Sabrina Tagwercher sprach die 15-Jährige in sämtlichen Anklagepunkten schuldig.

Mildernd wertete das Gericht das Geständnis, die Reue, das junge Alter sowie die bisherige Unbescholtenheit. Erschwerend fiel ins Gewicht, dass mehrere Vergehen und ein Verbrechen zusammentrafen. Gleichzeitig lobte die Richterin, dass sich die Jugendliche nun in ärztliche Behandlung begeben habe, um ihre Drogenproblematik in den Griff zu bekommen.

Verurteilt wurde die 15-Jährige zu einer Geldstrafe von 360 Tagessätzen zu je vier Euro, wobei die Hälfte bedingt nachgesehen wurde. Das Urteil ist rechtskräftig.

(VOL.AT)

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