1673 Jahre Haft für Österreicher in Thailand: Hinweise auf möglichen Vorarlberg-Bezug
1673 Jahre Haft für Österreicher
Der Fall eines in Thailand zu insgesamt 1673 Jahren Haft verurteilten Österreichers sorgt weiterhin international für Aufmerksamkeit. Das österreichische Innenministerium hatte vergangene Woche über das Urteil gegen den Mann informiert. Ihm werden schwere Sexualdelikte gegen Minderjährige vorgeworfen.
Laut Innenministerium wurde das Urteil gegen den Mann inzwischen rechtskräftig bestätigt. Der Österreicher hatte zuvor Berufung eingelegt.
Internationale und thailändische Medien berichten übereinstimmend, dass es sich bei dem Verurteilten um einen 54-jährigen österreichischen Staatsbürger handeln soll, der nach Thailand ausgewandert war. Die Taten sollen sich laut den Berichten über mehrere Jahre in der Provinz Nakhon Ratchasima im Nordosten Thailands ereignet haben.
Bundeskriminalamt: "Westliches Bundesland"
VOL.AT liegen Hinweise auf einen möglichen Vorarlberg-Bezug des Verurteilten vor. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es bislang jedoch nicht.
Auf Anfrage von VOL.AT verwies die Medienstelle des Bundeskriminalamts auf Beschuldigtenrechte und erklärte, man wolle keine Angaben machen, die konkrete Rückschlüsse auf die Identität des Mannes zulassen könnten. Wörtlich hieß es, man habe den Herkunftsbereich bewusst lediglich als "westliches Bundesland" bezeichnet.
Eine Sprecherin des Bundesministeriums für Inneres erklärte auf Anfrage von VOL.AT, Einzelfälle könne man nicht kommentieren beziehungsweise keine neuen Auskünfte dazu geben. Das Innenministerium bestätigte, dass der Mann bereits zuvor in Österreich wegen vergleichbarer Delikte rechtskräftig verurteilt worden war und entsprechende Haftstrafen verbüßt hatte.
Was bisher bekannt ist
Laut internationalen Medienberichten soll der Mann seine Tochter über mehrere Jahre hinweg missbraucht haben. Wie das Innenministerium bestätigte, begann der Missbrauch laut Anklage, als das Kind etwa acht Jahre alt gewesen sei. Berichten zufolge soll der Mann nach der Trennung von seiner Partnerin das alleinige Sorgerecht für das Kind gehabt haben.
Das Innenministerium bestätigte außerdem Vorwürfe, wonach der Mann seine Tochter zweimal einem Fotografen zugeführt haben soll, der ebenfalls Missbrauchsdarstellungen angefertigt habe. Die Bilder sollen anschließend weiterverbreitet worden sein.
Wie internationale Medien berichten, soll der Mann das Kind unter anderem mit der Drohung unter Druck gesetzt haben, es alleine zurückzulassen. Auch diese Vorwürfe finden sich laut Innenministerium in der Anklageschrift.
Hinweise kamen von Kinderschutzorganisation
Der Fall wurde demnach durch Hinweise einer internationalen Kinderschutzorganisation aufgedeckt. Ermittler seien demnach auf eine Chatgruppe aufmerksam geworden, in der Missbrauchsdarstellungen verbreitet worden seien. Die Ermittlungen und das Verfahren sollen sich über rund vier Jahre erstreckt haben.
Laut Innenministerium wurden dem Mann unter anderem Vergewaltigung, Menschenhandel, unsittliche Verbrechen sowie Verstöße gegen das Prostitutions- und Kinderschutzgesetz vorgeworfen.
Dem Verurteilten werden laut thailändischen Medienberichten insgesamt 134 einzelne Straftaten angelastet. Das Innenministerium bestätigte diese Zahl. Die außergewöhnlich hohe Gesamtstrafe erklärt sich demnach daraus, dass einzelne Delikte nach thailändischem Recht jeweils gesondert gewertet werden. Die tatsächliche Haftdauer dürfte trotz des Urteils auf maximal 50 Jahre begrenzt sein.
Die Festnahme des Mannes erfolgte laut Innenministerium bereits im Februar 2022 in Nakhon Ratchasima. Andreas Holzer, Direktor des Bundeskriminalamts, betonte die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit zwischen österreichischen Verbindungsbeamten und lokalen Behörden. Ziel sei insbesondere der Schutz betroffener Kinder gewesen.
(VOL.AT)