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2026 wird ein Jahr der Polarlichter – auch über Vorarlberg

Polarlichter: 2026 bringt noch mehr Chancen.
Polarlichter: 2026 bringt noch mehr Chancen. ©APA
In der Nacht auf Dienstag konnten die eindrucksvollen Polarlichter auch über Vorarlberg beobachtet werden. Und das war womöglich nur der Auftakt. Trotz allmählich sinkender Sonnenaktivität erwarten Experten auch 2026 noch einige geomagnetische Stürme – und mit etwas Glück weitere Nächte mit dem magischen Leuchten am Himmel.

Wer in der Nacht auf Dienstag den Blick in den Himmel richtete, konnte ein seltenes Naturschauspiel beobachten: Polarlichter, die grün und rötlich über den Himmel tanzten. In ganz Vorarlberg teilten Beobachter ihre Eindrücke – ein Ereignis, das in unseren Breiten alles andere als alltäglich ist.

Doch das Phänomen kam nicht aus dem Nichts: Ein starker Sonnensturm traf auf das Erdmagnetfeld und verursachte Kp-Werte von über 8 – ein Spitzenwert. Die Bedingungen waren ideal: klare Nacht, wenig Lichtverschmutzung und ein starker geomagnetischer Impuls.

Polarlicht-Saison noch nicht vorbei

Laut dem Grazer Weltraumwetter-Experten Christian Möstl stehen die Chancen auch für die kommenden Monate gut. "Für 2026 rechnen wir mit drei bis fünf geomagnetischen Stürmen, die stark genug sind, um Polarlichter in Mitteleuropa sichtbar zu machen", erklärte Möstl gegenüber der APA. Wenn das Wetter mitspielt, könnten wir ein bis zwei weitere Nächte mit Polarlichtern erleben – auch in Vorarlberg.

Hintergrund: Die Sonne befindet sich derzeit im abklingenden Teil ihres elfjährigen Aktivitätszyklus. Nach dem Maximum 2024 bewegt sie sich langsam Richtung Minimum – das wird erst um 2030 erreicht. In dieser Phase entstehen laut Möstl oft weniger, aber dafür besonders starke Sonnenstürme. Diese können spektakuläre Polarlichter auslösen – und gleichzeitig für technische Störungen sorgen.

Ein kosmisches Leuchten – aber nicht ohne Risiko

So schön das nächtliche Farbspiel ist, so störanfällig wird dabei unsere technologische Infrastruktur. Der stärkste Sonnensturm des vergangenen Jahres – in der Nacht auf den 12. November 2025 – führte weltweit zu GPS-Ausfällen und Störungen im Funkverkehr. Sogar ein Zwischenfall bei einem Airbus-Flugzeug wird mit solarer Strahlung in Verbindung gebracht.

Deshalb arbeitet die internationale Forschung an besseren Frühwarnsystemen. Erst im September startete die US-Wetterbehörde NOAA einen neuen Satelliten mit österreichischer Technik. Ziel: frühzeitige Warnung vor Sonnenstürmen, um Netze, Flugzeuge und Satelliten zu schützen.

Was wir in Vorarlberg zu sehen bekommen

Während in Skandinavien meist die bekannte grün leuchtende Aurora den Himmel erhellt, zeigt sich in Mitteleuropa oft die sogenannte "Rote Aurora". Diese entsteht in über 300 Kilometern Höhe, wenn Sauerstoffatome mit extrem schnellen Teilchen kollidieren. Das Farbspektrum reicht – je nach Höhe und Gaszusammensetzung – von Grün über Rot bis Blau.

Die Formen der Polarlichter reichen von ruhigen Bögen bis hin zu dynamischen Bändern oder gar der seltenen "Corona", bei der Lichtstrahlen strahlenförmig vom Zenit ausgehen. Sichtungen in Vorarlberg gehören zu den Ausnahmefällen – umso spektakulärer, wenn sie gelingen.

So gelingt die Polarlicht-Jagd

Wer bei den kommenden geomagnetischen Stürmen dabei sein will, sollte vorbereitet sein. Der wichtigste Tipp: raus aus den beleuchteten Tälern, rauf auf dunkle Aussichtspunkte. Ein klarer Himmel ist Pflicht, ebenso Geduld.

Moderne Smartphones mit Nachtmodus helfen, das Leuchten einzufangen – oft noch, bevor es mit bloßem Auge sichtbar ist. Noch besser: ein Stativ und manuelle Langzeitbelichtung. Über spezialisierte Apps und Webseiten lassen sich Kp-Werte in Echtzeit verfolgen – ab einem Wert von 6 lohnt sich der Blick nach Norden.

2026 bietet noch Chancen

Auch wenn der Sonnenzyklus in eine ruhigere Phase übergeht – das kommende Jahr dürfte uns noch einige Möglichkeiten bieten, Polarlichter über Vorarlberg zu erleben. Vorausgesetzt, das Wetter und der richtige Sonnensturm treffen zusammen.

(VOL.AT)

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