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28,3 Millionen Minus: Was Feldkirch jetzt alles prüft

Der Sparkurs der Stadt erreicht nun auch Posten, die bisher kaum im Mittelpunkt standen.
Der Sparkurs der Stadt erreicht nun auch Posten, die bisher kaum im Mittelpunkt standen. ©VOL.AT/Rausch
Feldkirch steht finanziell unter Druck. Jetzt zeigt eine Liste, wo der Sparkurs bereits im Alltag ankommt.

Viele Gemeinden in Vorarlberg müssen derzeit einen Kassensturz machen. Wie berichtet, sind die Budgetzahlen in Feldkirch besonders beunruhigend: 2025 verzeichnete die Stadt bei Einnahmen von 121,7 Millionen Euro ein Minus von 28,3 Millionen Euro. Hauptgrund dafür sind hohe Investitionen. Allein 30,8 Millionen Euro flossen in Kinderbetreuung, Schulen und Infrastruktur.

Bürgermeister Manfred Rädler (ÖVP) fand bei der Präsentation des Rechnungsabschlusses Anfang Mai drastische Worte: „Es ist nicht fünf vor zwölf, nicht zwölf. Wir sind auf der Intensivstation.“ Als Konsequenz gebe es nun nur zwei Möglichkeiten: sparen und weniger investieren.

Die Einwohner der Montfortstadt blicken gespannt auf das Ergebnis der nicht öffentlichen Budgetklausur am 29. Juni. Dort werden die Förderungen geprüft und Entscheidungen darüber getroffen, in welchen Bereichen künftig gespart wird. Im Anschluss möchte Rädler dem Stadtrat konkrete Einsparungsmaßnahmen vorstellen.

Obstkörbe für Mitarbeiter gestrichen

Währenddessen können Interessierte auf der Website der Stadt Feldkirch eine Liste aufrufen, in der unter dem Titel „Programm Zukunft Stadtverwaltung 2026–2029“ mehrere finanzpolitische Maßnahmen angeführt sind. Darunter finden sich auch kleinteilige Maßnahmen. Unter dem Punkt „Personal“ heißt es etwa, dass es seit 1. Jänner 2026 keinen Obstkorb für Gemeindebeschäftigte mehr gibt.

Diese Liste zeigt, welche Sparmaßnahmen in Feldkirch getroffen werden.
Diese Liste zeigt, welche Sparmaßnahmen in Feldkirch getroffen werden. ©Screenshot/Gemeinde Feldkirch

Ein Verwaltungslehrgang wird künftig nur noch ausgewählten Mitarbeitergruppen angeboten. Auch beim Müllkalender wird laut Gemeinde seit Jahresbeginn gespart. Die bisher gedruckte Ausgabe werde durch eine kostengünstigere Variante ersetzt. Zwei weitere Bereiche, die dem Rotstift zum Opfer fielen, sind die Förderungen für Obstbäume und Maturazeitungen.

Fabienne Lackner von den NEOS
Fabienne Lackner von den NEOS ©NEOS

"Fördersystem treffsicherer gestalten"

Scharfe Kritik an der Förderpolitik kommt von den NEOS: "Für uns steht im Vordergrund, das Fördersystem insgesamt transparenter und treffsicherer zu gestalten", betont Fabienne Lackner.

"Einzelne Förderungen wie jene für Obstbäume oder Maturazeitungen isoliert zu bewerten, greift dabei zu kurz. Bei aller Wertschätzung für Obstbäume: Es ist schwer nachvollziehbar, warum die Stadt den Kauf privater Obstbäume überhaupt fördern sollte." Entscheidend sei eine Überprüfung aller direkten und indirekten Förderungen sowie die Frage, ob jeder Euro Steuergeld sinnvoll eingesetzt wird.

(VOL.AT/Rausch)

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