Die Leiter der See- und Wasserschutzpolizeien aus Lindau, Vorarlberg, St. Gallen, Thurgau, Schaffhausen sowie aus Baden-Württemberg (Konstanz, Überlingen und Friedrichshafen) haben die Unfallzahlen des Jahres 2025 gemeinsam analysiert. Ihr Befund: Insgesamt ist die Zahl der registrierten Unfälle gesunken – wenn auch nicht in allen Bereichen.
Gesamtzahl rückläufig, Schiffsunfälle leicht höher
Auf der 536 Quadratkilometer großen Seefläche des Bodensees sowie auf dem 21 Kilometer langen Hochrhein-Abschnitt bis Schaffhausen wurden im vergangenen Jahr 172 Unfälle erfasst. Das sind sieben weniger als im Jahr zuvor – ein Minus von drei Prozent.
Erfasst wurden dabei Schiffsunfälle, Badeunfälle, Tauchunfälle und sonstige Vorfälle. Während die Gesamtzahl zurückging, stieg die Zahl der reinen Schiffsunfälle leicht an.
Positiv fällt die Entwicklung bei den tödlichen Unglücken auf: Hier ist die Zahl im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Zudem konnten 479 Personen aus Seenot gerettet werden – ein deutlicher Beleg für das rasche Eingreifen der Einsatzkräfte auf dem See.
Die Unfallzahlen 2025 verteilen sich wie folgt:
Tote, Verletzte und Vermisste auf dem Bodensee:
Millionenschaden durch Kranunfall am Bodensee
Die Schadensbilanz des Jahres 2025 fällt deutlich höher aus als noch im Vorjahr. Insgesamt summierten sich die Schäden aus Schiffsunfällen und sonstigen Vorfällen auf rund 2.266.000 Euro. 2024 hatte die Gesamtsumme noch bei etwa 500.000 Euro gelegen.
Ausschlaggebend für diesen massiven Anstieg ist vor allem ein einzelner schwerer Unfall im laufenden Schiffsbetrieb: Ein Kranunfall verursachte einen außergewöhnlich hohen Sachschaden und verzerrt damit die Jahresstatistik deutlich nach oben.
13 sonstige Unfälle registriert
Neben den klassischen Schiffsunfällen wurden im Jahr 2025 insgesamt 13 sogenannte "sonstige Unfälle" erfasst. Darunter fielen etwa Schäden an Booten infolge von Sturmereignissen, die nicht im Zusammenhang mit einer konkreten Schiffsreise oder dem regulären Schiffsbetrieb standen.
Bei diesen Vorfällen kamen drei Personen ums Leben – im Vorjahr hatte es in dieser Kategorie keine Todesopfer gegeben. Zwei Personen wurden verletzt, im Vergleich zu fünf Verletzten im Jahr davor.
Der dabei entstandene Sachschaden belief sich auf rund 11.000 Euro.
Deutlich mehr Grundberührungen
Bei den Unfallarten zeigen sich teils klare Verschiebungen: Die Zahl der Kollisionen stieg leicht von 45 auf 48. Stark zugenommen haben die Festfahrungen – von 16 auf 35 Fälle.
Weniger Boote sanken nach Leckagen (14 statt 23). Kenterungen nahmen von zehn auf 16 zu. Brände und Explosionen stiegen von sechs auf neun Fälle. Sonstige Unfallarten gingen von 32 auf 24 zurück. Bordunfälle wurden keine registriert (Vorjahr: fünf).
Unfallbeteiligte
An den Schiffsunfällen waren 82 Motorboote, 71 Segelboote, 11 Ruderboote, 10 gewerbliche Schiffe beteiligt.
Unfallursache
Als Unfallursachen wurden festgestellt:
- 63 Unfälle aufgrund mangelnder Sorgfalt der Schiffsführer
- 36 Unfälle aufgrund technischer Mängel/Ausrüstung
- 29 Unfälle aufgrund Sturm/Seegang
- 11 Unfälle aufgrund Nichtbeachtung der Fahrregeln
- 7 Unfälle sonstiger Art
479 Menschen aus Seenot gerettet
Im Bereich des Sturmwarndienstes wurden im vergangenen Jahr 384 Einsätze verzeichnet, nach 363 im Jahr davor.
Auch im Seenotrettungsdienst kam es zu zahlreichen Alarmierungen: 462 Einsätze wurden registriert, im Vergleich zu 319 im Vorjahr.
Gemeinsam mit den Seenotrettungsdiensten der Anrainerstaaten retteten die See- und Wasserschutzpolizeien insgesamt 479 Personen aus akuter Seenot (Vorjahr: 464). Ohne das rasche Eingreifen der Einsatzkräfte hätten viele von ihnen das rettende Ufer nicht mehr aus eigener Kraft erreicht.
Weniger Warnungen als im Vorjahr
Für den Bodensee-Ostteil wurden 2025 insgesamt 88 Sturm- und Starkwindwarnungen ausgesprochen – darunter 20 Sturmwarnungen und 68 Starkwindwarnungen.
Im Detail verteilten sich diese wie folgt:
13 Starkwindwarnungen galten ausschließlich dem Ostteil, fünf dem Ost- und Mittelteil. 50-mal wurde Starkwind für den gesamten Bodensee gemeldet.
Bei den Sturmwarnungen betrafen zwei ausschließlich den Ostteil, keine den Ost- und Mittelteil gemeinsam. 18 Sturmwarnungen wurden für den gesamten Bodensee ausgegeben.
Deutlich weniger Einsätze im Jahr 2025
Die österreichische Wasserpolizei verzeichnete im Berichtsjahr insgesamt 160 Einsätze – das sind 45 weniger als im Vorjahr. Damit zeigt die Statistik einen klaren Rückgang.
10 Jahresübersicht – Einsätze
Übertretungen auf konstantem Niveau
Die Zahl der schifffahrtsrechtlichen Übertretungen blieb 2025 im österreichischen Vollzugsbereich konstant. Die Wasserpolizei setzte bei Kontrollen Schwerpunkte auf ordnungsgemäße Ausrüstung, Alkohol- und Beeinträchtigungsverbote sowie die korrekte Lichterführung bei Dunkelheit.
Auch Naturschutzbestimmungen – insbesondere das Befahrverbot in Schilfbereichen und gesperrten Wasserflächen – wurden gezielt überwacht.
Insgesamt wurden 182 Anzeigen erstattet und 118 Organmandate verhängt. Die meisten Verstöße betrafen gesperrte Wasserflächen, Ausrüstungsmängel und fehlende Zulassungen. Laut Wasserpolizei verhält sich jedoch die Mehrheit der Schiffsführer regelkonform.
Drei prägende Einsätze im Jahr 2025
04.07.2025 – Bootsbrand in Hard
Am Dienstag, 4. Juli 2025, geriet gegen 17.19 Uhr im Zollhafen Hard ein Motorboot in Brand. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte stand das Boot bereits in Vollbrand und trieb führerlos im Hafenbecken. Der Schiffsführer hatte sich zuvor mit einem Sprung ins Wasser in Sicherheit gebracht und erreichte unverletzt die Steganlage.
Die Feuerwehren Hard und Bregenz löschten die Flammen rasch und organisierten anschließend die Bergung des Wracks. Als Ursache gilt ein Öl-Wasser-Gemisch im Maschinenraum, das sich während der Fahrt entzündete. Es entstand erheblicher Sachschaden, verletzt wurde niemand.
15.09.2025 – Bewusstlose Person im Rhein gerettet
Am 15. September 2025 wurde der Landesleitzentrale gegen Mittag gemeldet, dass eine reglose Person im Neuen Rhein flussabwärts treibe. Umgehend startete eine groß angelegte Suchaktion.
Rund eine Stunde nach der Alarmierung konnte die Person gefunden und geborgen werden. Dank sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen stabilisierte sich der Zustand. Nach mehreren Wochen medizinischer Betreuung konnte der Gerettete das Landeskrankenhaus Feldkirch wieder verlassen.
11.10.2025 – Tödlicher Zusammenstoß auf dem See
Am 11. Oktober 2025 kam es gegen 15.35 Uhr im Planquadrat 4264 zu einem folgenschweren Schiffsunfall. Ein Motorboot prallte mit hoher Geschwindigkeit ungebremst gegen ein Segelboot. Durch die Wucht der Kollision kenterte das Segelboot und zerbrach.
(VOL.AT)