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"Ich töte dich, ich bin der Chef" – warum ein Einsatz in Bregenz eskalierte

Der Wiederholungstäter vor Gericht
Der Wiederholungstäter vor Gericht ©VOL.AT/Weber
Er stellt sich vor das Polizeiauto, weigert sich zu gehen. Minuten später eskaliert die Lage völlig.

Ein 48-jähriger, amtsbekannter Mann musste sich am Landesgericht Feldkirch verantworten – wegen massiven Widerstands gegen die Polizei und gefährlicher Drohungen.

Laut Anklage soll der Mann am 22. März zunächst eine Polizeistreife der Stadt Bregenz, die sich an einer Fahndung beteiligte, an der Weiterfahrt gehindert haben. Dabei stellte sich der stark alkoholisierte und unter Medikamenteneinfluss stehende Vorarlberger demonstrativ vor das Dienstfahrzeug und weigerte sich, den Weg freizumachen. Trotz mehrfacher Aufforderung blieb der Angeklagte stehen, bis die Situation eskalierte. Die Beamten nahmen ihn fest. Der siebenfach vorbestrafte Mann wurde von den Polizisten zu Boden gebracht. Dabei soll er einem der Beamten massive Drohungen entgegen geschmettert haben: "Ich bring' dich um, ich töte dich, ich bin der Chef!"

Gegen Toilette getreten

Beim Abtransport soll der Beschuldigte mehrfach mit dem Kopf gegen die Fensterscheibe des Polizeifahrzeugs geschlagen haben. Zudem habe er mit einem Tritt die Fahrzeugtür beschädigt. Auch in der Arrestzelle setzte der Mann laut Polizei sein aggressives Verhalten fort und drohte weiter. "Ich bring dich um!" Dann soll er noch wiederholt gegen die Toilette getreten haben.

Auf der Anklagebank rechtfertigte sich der Beschuldigte mehrfach. Er habe lediglich auf sich aufmerksam machen wollen: "Ich habe die Klingel gedrückt, weil ich Wasser wollte. Als niemand reagierte, habe ich gegen die Toilette getreten." Von weiteren Beleidigungen wollte er nichts wissen.

Im Laufe des Prozesses zeigte sich der Beschuldigte jedoch zunehmend einsichtig. "Ich bin zu 100 Prozent schuldig. Die Polizei kann für meine Umstände nichts", erklärte er vor Gericht. Der sichtlich niedergeschlagene Mann verwies dabei mehrfach auf seine schwierige Beziehung, die sich größtenteils im Drogenmilieu abgespielt habe, und die daraus resultierenden psychischen Probleme.

Die Zeugenaussagen der drei Beamten deckten sich in allen wesentlichen Punkten. Für Richterin Sabrina Tagwercher ergab sich damit ein klares Bild, auf dessen Grundlage sie ihr Urteil fällen konnte. Der mehrfach vorbestrafte Mann wurde zu zwölf Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Zusätzlich sind drei Monate als Zusatzstrafe verhängt worden, da der Beschuldigte bereits mehrere bedingte Haftstrafen offen hatte. Insgesamt muss der 48-Jährige damit 15 Monate ins Gefängnis.

(VOL.AT)

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