53 Grad in französischer Schule: Ein Kind kollabiert, mehrere erbrechen
Unterricht am Nachmittag gestrichen
Eine Grundschule in Soustons im Südwesten Frankreichs hat wegen extremer Temperaturen den Nachmittagsunterricht ausgesetzt. Laut dem Schulbeauftragten der Gemeinde, Florian Deygas, wurde ein Kind ohnmächtig, mehrere weitere erbrachen sich.
Betroffen ist ein Schulgebäude aus den 1980er-Jahren mit einem Gang, der von einem einfach verglasten Glasdach überdeckt wird. Dort wurden in den vergangenen Tagen Temperaturen von bis zu 53 Grad gemessen. Aufgrund der Hitze fiel der Unterricht am Donnerstag und Freitag jeweils ab Mittag aus.
Stadt reagiert mit Sofortmaßnahmen
Die Gemeinde installierte Wassersprüher auf dem Schulhof und gewährte betroffenen Familien kostenlosen Zugang zum örtlichen Freibad. Die notwendige Sanierung der Schule werde nach Angaben von Deygas mindestens zwei Jahre in Anspruch nehmen. Rund 350 Kinder besuchen die Bildungseinrichtung.
Hitzewarnung in weiten Teilen Frankreichs
Für derzeit 17 französische Départements gilt die zweithöchste Hitzewarnstufe. Besonders betroffen sind Regionen im Westen des Landes sowie der Großraum Paris. In zahlreichen Orten wurden während der aktuellen Hitzewelle historische Höchstwerte überschritten.
Die französische Regierung berief deshalb eine Krisensitzung ein. Sie sieht sich zunehmend mit Kritik konfrontiert, die Bevölkerung nicht ausreichend auf die häufiger auftretenden und intensiveren Hitzeperioden vorbereitet zu haben.
Warme Luft aus Nordafrika als Auslöser
Nach Einschätzung von Experten wurde die ungewöhnlich frühe Hitzewelle durch warme Luftmassen aus Nordafrika begünstigt, die unter einer sogenannten Hitzeglocke eingeschlossen werden. Wissenschaftler weisen zudem darauf hin, dass häufigere und intensivere Hitzewellen eine Folge des menschengemachten Klimawandels sind.
(VOL.AT)