750 Leute fliehen vor Flammen – Ermittlungen nach Disco-Brand erst später möglich
Mit den eigentlichen Ermittlungen können Experten laut Polizei erst in den kommenden Tagen beginnen.
750 Gäste rechtzeitig in Sicherheit gebracht
In dem Klub nahe der französischen Grenze hatten sich in der Nacht zahlreiche Besucher aufgehalten, als das Feuer ausbrach. Nach Angaben der Behörden konnten alle Gäste das Gebäude rechtzeitig verlassen. Verletzt wurde niemand. Drei Menschen wurden von der Rettung aufgrund der Belastung durch die Situation versorgt, ein Krankenhausaufenthalt war jedoch nicht notwendig.
Ein Besucher schilderte die Situation laut der französischen Zeitung "Dernières Nouvelles d’Alsace" mit den Worten: "Wir tanzten gerade, als der Alarm ausgelöst wurde." Die Gäste hätten daraufhin umgehend die Ausgänge aufgesucht. Mehrere Besucher berichteten zudem von Durchsagen auf Deutsch, Französisch und Englisch. Das Personal habe die Menschen beruhigt und gezielt ins Freie geleitet. Nach Angaben der Behörden verlief die Evakuierung geordnet, Hinweise auf Panik gab es nicht.
Gebäude beim Eintreffen der Feuerwehr bereits in Vollbrand
Als die Feuerwehr eintraf, stand die Disco laut Stadtverwaltung bereits in Vollbrand. Die Flammen breiteten sich rasch aus, die Einsatzkräfte mussten den Brand über Stunden bekämpfen und auch danach noch Glutnester löschen. Teile der Halle wurden mit schwerem Gerät abgetragen, um an die betroffenen Bereiche zu gelangen.
Am frühen Sonntagmorgen standen mindestens 80 Kräfte von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst im Einsatz. Für die Nacht auf Montag wurde eine Brandwache eingerichtet, um ein erneutes Aufflammen zu verhindern.
Schaden am Gebäude massiv
Der Schaden am Gebäude ist massiv. Vor allem der hintere Teil der Halle wurde stark zerstört, große Bereiche liegen in Trümmern. Der Einsatzleiter erklärte, die Halle sei "nicht mehr zu retten". Das Gelände wurde beschlagnahmt und abgesperrt.
Von den Folgen des Brandes waren nicht nur die Disco selbst, sondern auch angrenzende Gebäude betroffen. Große Mengen Löschwasser drangen in ein benachbartes Gebäude ein. Zudem musste der Klub bereits in der Brandnacht vom Stromnetz getrennt werden. Davon war auch eine angrenzende Apotheke betroffen. Dort könnten Medikamente beschädigt worden sein, da die Kühlung zeitweise nicht gewährleistet war. Zur Höhe des Schadens liegen derzeit noch keine Angaben vor.
Ermittlungen starten erst später
Die Ursache des Feuers ist weiterhin unklar. Nach Angaben der Polizei können Kriminaltechniker das Gelände erst in den kommenden Tagen untersuchen. Grund dafür ist das Ausmaß der Zerstörung. Teile der Halle sind eingestürzt, zudem ist das Areal großflächig betroffen.
Ein Polizeisprecher erklärte, die Experten müssten zunächst ihre Maßnahmen koordinieren, bevor sie mit der Spurensuche beginnen können. Bis dahin stützen sich die Ermittler vor allem auf Zeugenbefragungen. Konkrete Hinweise auf die Brandursache gibt es bislang nicht.
Erinnerungen an Katastrophe in der Schweiz
Der Brand in Kehl weckt Erinnerungen an die Brandkatastrophe im Schweizer Skiort Crans-Montana. Dort waren in der Nacht zum 1. Jänner 2026 bei einem Feuer in einer Bar 41 Menschen ums Leben gekommen, zahlreiche weitere wurden verletzt.
In Kehl verlief der Brand trotz des enormen Schadens deutlich glimpflicher, da alle Besucher rasch und geordnet aus dem Gebäude gebracht werden konnten. Behörden führen dies auch auf das Verhalten der Betreiber und des Sicherheitspersonals zurück. Feuerwehr und Stadtverwaltung lobten die koordinierte Evakuierung.
(VOL.AT)