Gesundheitsnotstand in Italiens Spitälern
Die aktuelle Grippewelle sorgt in Italien für eine extreme Belastung des Gesundheitssystems. Laut Berichten italienischer Medien wurden in nur sieben Tagen rund 800.000 Grippeinfektionen verzeichnet. Besonders betroffen sind die Notaufnahmen – vielerorts sind sie überfüllt, Patienten warten auf Tragbahren, während der Rettungsdienst an seine Kapazitätsgrenzen stößt.
Alessandro Riccardi, Präsident der Gesellschaft für Notfallmedizin, spricht von einem dramatischen Anstieg bei den Spitaleinweisungen. Vor allem ältere und geschwächte Menschen seien gefährdet. Das sogenannte „Boarding“, also der Verbleib von Patienten auf Notfalltragen, habe sich deutlich verschärft.
Aggressive Virusvariante verbreitet sich rasant
Verantwortlich für die hohe Krankheitslast ist unter anderem die Influenzavariante K. Diese Subvariante gilt laut italienischem Gesundheitsinstitut als besonders ansteckend und breitet sich rasch in Europa aus. In Kombination mit weiteren zirkulierenden Stämmen wie H3N2 und H1N1 spricht der Genuaer Infektiologe Matteo Bassetti von einer „explosiven“ Mischung – einem „Tsunami aus Viren und Bakterien“, der derzeit über das Land schwappt.
Er warnt insbesondere Risikopatienten: Treten starke Brustschmerzen oder Atemnot auf, müsse sofort ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Die Symptome können demnach bis zu drei Wochen andauern.
Rekordzahlen auch in den USA
Nicht nur Italien ist betroffen: Auch in den USA zeigt sich ein ähnliches Bild. In New York wurde kürzlich eine Rekordwoche mit so vielen Grippefällen und Spitaleinweisungen wie nie zuvor verzeichnet. Die Virusvariante K dominiert dort ebenfalls die laufende Influenzasaison.
(VOL.AT)