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AK-Wohnumfrage zeigt: Wohnkosten verschlingen im Schnitt 39 Prozent des Einkommens

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Die Wohnkosten belasten viele Vorarlberger Haushalte zunehmend.

AK sieht zunehmende Belastung für Haushalte

Die Wohnkosten entwickeln sich für viele Menschen in Vorarlberg laut Arbeiterkammer zu einer immer größeren finanziellen Herausforderung. Das geht aus der aktuellen AK-Wohnumfrage hervor, an der sich rund 2000 Personen beteiligt haben.

Demnach fließen durchschnittlich 39 Prozent des verfügbaren Haushaltseinkommens in Miete oder Kreditraten sowie Betriebs- und Heizkosten. Besonders betroffen seien Haushalte mit einem verfügbaren Einkommen von bis zu 3000 Euro monatlich, inklusive Sonderzahlungen und Sozialleistungen.

AK-Präsident Bernhard Heinzle und AK-Wohnbauexpertin Ulrike Stadelmann. ©Bernd Hofmeister

AK-Präsident Bernhard Heinzle sieht angesichts der Ergebnisse politischen Handlungsbedarf. "Wohnen darf kein existenzielles Risiko werden. Die Landesregierung muss angesichts dieser Zahlen endlich aufwachen und eine gesetzlich verankerte Ausbaustrategie für den gemeinnützigen Wohnbau vorlegen", sagte Heinzle.

Private Mieten laut Umfrage besonders belastend

Besonders hoch ist die Belastung laut den Umfrageergebnissen bei Menschen, die auf dem privaten oder gewerblichen Mietmarkt wohnen. Dort liegt der Wohnkostenanteil am Einkommen nach Angaben der AK bei durchschnittlich 44 Prozent.

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90 Prozent der befragten privaten Mieterinnen und Mieter gaben an, sich durch die Wohnkosten belastet zu fühlen. Mehr als die Hälfte bezeichnete die Belastung als stark. Die höchsten Kosten pro Quadratmeter sowie den größten Anteil am Haushaltseinkommen tragen laut Auswertung Einpersonenhaushalte.

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Als Gründe für die steigenden Kosten nennt die AK unter anderem indexgebundene Mietverträge, bei denen die Mieten automatisch an die Inflation angepasst werden, sowie befristete Mietverhältnisse, die bei Vertragsverlängerungen zu höheren Mietkosten führen könnten.

Kritik an Wohnbeihilfe

Kritisch bewertet die Arbeiterkammer auch die derzeitige Ausgestaltung der Wohnbeihilfe. Diese orientiere sich an einem anrechenbaren Mietzins von maximal 11,50 Euro pro Quadratmeter. Die tatsächlichen Mieten der befragten Haushalte auf dem freien Markt lägen hingegen durchschnittlich bei mehr als 16 Euro pro Quadratmeter.

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Nach Angaben der AK planen deshalb 36 Prozent der Befragten innerhalb der kommenden fünf Jahre den Umzug in eine kleinere Wohnung.

Eigentum für viele außer Reichweite

Auch der Erwerb von Wohneigentum wird laut Umfrage für viele Menschen zunehmend schwieriger. Als Gründe nennt die Arbeiterkammer die seit 2015 stark gestiegenen Immobilienpreise sowie fehlendes Eigenkapital. Nur noch 27 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer planen laut Umfrage innerhalb der nächsten fünf Jahre den Kauf von Wohneigentum. In früheren Erhebungen lag dieser Anteil nach AK-Angaben noch bei mehr als einem Drittel.

©Bernd Hofmeister

"Die Wohnkostenkrise hat in Vorarlberg längst die Mitte der Gesellschaft erreicht", sagte Heinzle. "Sie betrifft nicht mehr ausschließlich finanziell besonders gefährdete Gruppen wie Alleinerziehende, Singles oder Pensionist:innen mit geringem Einkommen. Wenn junge Menschen und Familien im Land ihre Lebensplanung einschränken und sogar den Wunsch nach Kindern verschieben müssen, weil Wohnraum unbezahlbar ist, wird den Menschen hier die Perspektive auf ein gutes Leben genommen."

AK fordert mehr gemeinnützigen Wohnbau

Mehr als ein Drittel der Befragten würde laut Umfrage gerne in eine gemeinnützige Wohnung ziehen. Gleichzeitig stehen nach Angaben der Arbeiterkammer nur drei Prozent dieser Interessierten auf einer offiziellen Wohnungswerberliste ihrer Gemeinde. Die AK verweist darauf, dass der Anteil der Haushalte in Gemeindewohnungen oder gemeinnützigen Wohnungen in Vorarlberg bei 13 Prozent liege. Österreichweit betrage dieser Wert laut Arbeiterkammer 24 Prozent.

Ulrike Stadelmann ©Bernd Hofmeister

AK-Wohnbauexpertin Ulrike Stadelmann sieht deshalb den Ausbau des gemeinnützigen Wohnbaus als zentrale Maßnahme. "Das System der Wohnbeihilfe kann den aus den Fugen geratenen privaten Wohnungsmarkt nicht reparieren. Einkommensschwache Haushalte erhalten zwar eine gewisse Entlastung, das hohe Mietniveau insgesamt wird dadurch aber gestützt und weiter befeuert", erklärte Stadelmann.

Die Arbeiterkammer fordert eine langfristige Ausbaustrategie für den gemeinnützigen Wohnbau sowie Maßnahmen zur Sicherung von leistbaren Bauflächen für gemeinnützige Bauträger.

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(VOL.AT)

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