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Akku-Brände: Warum Einweg-Vapes, Grußkarten und blinkende Schuhe zum Problem werden

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Mirjam Mayer (VOL.AT) mirjam.mayer@russmedia.com
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Reinhard Pierer zeigt, warum selbst kleine Akkus in der Entsorgung besondere Aufmerksamkeit brauchen. ©VOL.AT/Mayer

Fast jeder hat Produkte mit Lithium-Ionen-Akkus zu Hause – viele entsorgen sie jedoch falsch. Mit dem Verbot von Einweg-Vapes verschwindet zwar eine Gefahrenquelle. Warum Entsorger trotzdem Handlungsbedarf sehen.

"Ein Schritt in die richtige Richtung"

Einweg-Vapes werden ab 2027 verboten. Für Loacker-Recycling-Wertstoffbereichsleiter Reinhard Pierer, der auch dem VOEB-Vorstand angehört, ist das wichtig.

"Es ist ein Schritt in die richtige Richtung." Rund sechs Millionen Einweg-Vapes seien derzeit in Österreich im Umlauf, rund die Hälfte lande im Restmüll. Ein Verbot allein werde das Problem nicht lösen. "Eine Lösung gibt es nicht, wie so oft auf dieser Welt. Aber es gibt eine Vielzahl von Lösungen."

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Reinhard Pierer vor dem Industrie-Restmüll in Götzis. ©VOL.AT/Mayer

Akkus können brandgefährlich werden

Lithium-Ionen-Akkus können bei falscher Entsorgung Brände auslösen. "Wir sind damit eigentlich fast monatlich auf unseren Betriebsstätten in Europa konfrontiert", so Pierer. Ob in Lkw, auf Betriebsstätten oder bei Anlagen, auch in Vorarlberg brenne es "fast monatlich".

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In solchen Fässern kommen die Akkus von den Altstoffsammelzentren nach Götzis zu Loacker Recycling. ©VOL.AT/Mayer

Auch der Großbrand bei Loacker im August 2025 wurde laut Brandermittlung durch eine Batterie ausgelöst. "Zum Glück hatten wir erst einen großen Schaden, weil wir auch in entsprechende Brandschutzanlagen investiert haben."

Im Jänner fing laut Pierer vor dem Dalaaser Tunnel die Ladung eines Lkw mit Elektrokleingeräte-Schrott Feuer. Der Fahrer bemerkte die Rauchentwicklung rechtzeitig.

Die Rauchsäule über Götzis beim Brand im August 2025. ©Stiplovsek Dietmar pauschal

Von Smartwatches über Spielzeug bis zu blinkenden Kinderschuhen enthalten immer mehr Produkte Akkus. "Der Peak der Verkaufszahlen ist noch nicht erreicht. Also ist auch der Peak der potenziellen Brandgefahr noch nicht erreicht." Es sei "fünf vor zwölf", damit gehandelt werde.

VOL.AT-Reporterin Mirjam Mayer vor Ort bei Loacker in Götzis. ©Loacker Recycling/Lukas Strobl

Warum Akkus so gefährlich sind

Gefährlich wird es, wenn Akkus beschädigt werden, heiß werden oder offene Pole mit Metall in Berührung kommen. Dann drohen Kurzschlüsse und Funkenflug.

Brennendes Lithium lasse sich deutlich schwerer löschen als gewöhnliche Brände. Besonders kritisch werde es, wenn Akkus im Restmüll, im gelben Sack oder im Altpapier landen. Abfälle werden gepresst, zerkleinert oder sortiert – beschädigte Akkus können Feuer auslösen.

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Pierer im Gefahrstofflager vor Fässern mit Akkus und Co. ©VOL.AT/Mayer

Viele wissen gar nicht, dass ein Akku drinsteckt

Einweg-Vapes zählen zu den häufigsten Fehlwürfen. "Das ist ein großes Problem", sagt Pierer. "Oft ist es einfach Unwissenheit."

Auch bei Grußkarten denken viele nicht an einen Akku. "Jeder denkt, na ja, ist ja Altpapier. Aber wenn sie Musik macht, ist ein Akku drin." Ähnlich sei es bei leuchtenden Turnschuhen oder Kleidung mit Lichteffekten – viele entsorgten sie im Restmüll.

So entsorgen Sie Akkus richtig

Akkus gehören weder in den Hausmüll noch in den gelben oder schwarzen Sack. Sie sollten im Handel oder im Altstoffsammelzentrum abgegeben werden.

Bei losen Akkus müssen die Pole abgeklebt werden, damit es zu keinem Kurzschluss kommt. Wer unterwegs ist, sollte Einweg-Vapes oder Akkus nicht in öffentliche Mistkübel werfen, sondern mit nach Hause nehmen und ordnungsgemäß entsorgen.

Mitarbeiter Christian Dallabrida zeigt, wie Lithium-Ionen-Akkus aus den Altstoffsammelzentren geliefert werden. Sie kommen in Fässern mit Füllmaterial an, lose Pole sind abgeklebt. Im Gefahrstofflager bleiben sie, bis sie zur Verwertung gebracht werden.

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Mitarbeiter Christian zeigt, wie richtig abgeklebte Pole aussehen können. ©VOL.AT/Mayer

Cash-back als Lösung?

Neben dem Vape-Verbot setzt die Entsorgungswirtschaft auf ein weiteres Instrument: ein Cash-back-System. "Wir sind da mit Vehemenz dran, dieses Projekt umzusetzen", erklärt Pierer. "Cashback ist aber nicht wie ein Pfand."

Auch für ältere Akkus soll Geld zurückbezahlt werden. Finanziert werden soll es über Herstellerbeiträge. Rückgabestellen soll es bei Verkaufsstellen und im Altstoffsammelzentrum geben. Ein Fonds für Brandschutz, Prävention und Versicherung könnte geschaffen werden.

Einheitliche Kennzeichnung gefordert

Ein Problem sieht Pierer darin, dass Verbraucher oft gar nicht erkennen, welche Produkte einen Akku enthalten. Deshalb wünscht er sich eine einfache, einheitliche Kennzeichnung – etwa mit gelben Markierungen.

(VOL.AT)

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