17 Beschäftigte, rund 100 Gläubiger und eine offene Zukunft: Nach der Konkurseröffnung über die Allpaletty GmbH in Hard entscheidet sich nun, ob der Betrieb weitergeführt werden kann. Ein Blick in die letzte veröffentlichte Bilanz zeigt zudem, wie angespannt die wirtschaftliche Lage bereits war.
Kann der Betrieb fortgeführt werden?
Über das Vermögen der 2009 gegründeten und auf Paletten spezialisierten Allpaletty GmbH in Hard wurde am Mittwoch auf Gläubigerantrag beim Landesgericht Feldkirch ein Konkursverfahren eröffnet, wie der Österreichische Verband Creditreform mitteilte.
Das Unternehmen beschäftigt derzeit 17 Mitarbeiter. Insgesamt sind rund 100 Gläubiger betroffen. Die Passiva belaufen sich laut Creditreform auf rund 1,49 Millionen Euro.
Zum Insolvenzverwalter wurde Lukas Pfefferkorn bestellt. Ob der Betrieb fortgeführt werden kann, ist derzeit noch offen.
"Stand jetzt wird der Masseverwalter gerade prüfen, ob eine Fortführung zumindest möglich ist, ohne dass es zum offenkundigen weiteren Ausfall kommt", erklärt Tristan Prem, Insolvenz- und Sanierungsexperte der Creditreform für Tirol und Vorarlberg, gegenüber VOL.AT. Erst wenn diese Prüfung abgeschlossen sei, werde über das weitere Vorgehen entschieden.
Auch mögliche Kaufinteressenten seien derzeit noch kein Thema. "Das ist immer noch gänzlich offen", so Prem.
Bilanz zeigte bereits deutliche Warnsignale
Der zuletzt veröffentlichte Jahresabschluss 2024 deutete bereits auf eine angespannte wirtschaftliche Lage hin. Welche Entwicklungen danach zur nun eröffneten Insolvenz führten, ist derzeit noch offen.
Das Eigenkapital sank auf rund 37.000 Euro, die Eigenkapitalquote lag damit bei lediglich rund zwei Prozent. Gleichzeitig stiegen die Verbindlichkeiten auf rund 1,67 Millionen Euro. Die liquiden Mittel beliefen sich zum Bilanzstichtag auf rund 1400 Euro. Zudem weist der Jahresabschluss einen Bilanzverlust von rund 380.000 Euro aus.
Aus den veröffentlichten Unterlagen geht außerdem hervor, dass 2024 zusätzliches Eigenkapital in Form einer Kapitalrücklage von 400.000 Euro eingebracht wurde.
Welche konkreten Umstände letztlich zur Insolvenz geführt haben, ist derzeit noch nicht bekannt.
17 Beschäftigte fallen auf
Gemessen an den Verbindlichkeiten zählt die Insolvenz der Allpaletty GmbH laut Creditreform nicht zu den größeren Verfahren in Vorarlberg. Auffällig ist laut Prem jedoch die Zahl der betroffenen Beschäftigten.
Mit 17 Beschäftigten zählt der Fall laut Prem zu jenen Insolvenzen in Vorarlberg, bei denen im laufenden Jahr vergleichsweise viele Arbeitnehmer betroffen sind.
Der Fall reiht sich zudem in eine Phase erhöhter Insolvenzzahlen in Vorarlberg ein. Laut Halbjahresstatistik des KSV1870 wurden im ersten Halbjahr 2026 landesweit 101 Unternehmensinsolvenzen verzeichnet. Prem verweist darauf, dass derzeit 67 eröffnete Verfahren in der Ediktsdatei aufscheinen.
Entscheidung in den kommenden Tagen
In den kommenden Tagen wird sich der Insolvenzverwalter einen Überblick über die wirtschaftliche Situation verschaffen. Erst danach wird sich zeigen, ob der Betrieb fortgeführt werden kann oder andere Lösungen für das Unternehmen infrage kommen.
Jahresabschluss 2024
Allpaletty GmbH — Bonitätsprofil
Bonitätsskala
Kennzahlen im Überblick
Bilanzsumme
1,84 Mio. €
▲ solide
Eigenkapital
36.954 €
▼ kritisch (2 %)
Verbindlichkeiten
1,67 Mio. €
▲ +40 % ggü. Vorjahr
Bankguthaben
1.387 €
▼ kein Puffer
Forderungen
1,44 Mio. €
▲ 78 % der Bilanzsumme
Jahresverlust
−380.546 €
▼ −770 T€ Umschwung
Positiv
- Kapitalzufuhr 400.000 € durch Gesellschafter
- Bilanzsumme wächst
- Keine langfristigen Verbindlichkeiten
Warnsignale
- Eigenkapitalquote nur 2 %
- Kein Liquiditätspuffer
- Alle Schulden kurzfristig fällig
- Hohe Forderungsabhängigkeit
(VOL.AT)