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Als erster britischer Monarch: König Charles legt private Steuern offen

König Charles III. will erstmals seine privaten Steuerzahlungen offenlegen.
König Charles III. will erstmals seine privaten Steuerzahlungen offenlegen. ©APA/AFP
Über Geld wurde im britischen Königshaus traditionell nur wenig gesprochen. Das soll sich nun ändern. König Charles III. will am Donnerstag erstmals seine persönlichen Steuerzahlungen offenlegen. Die Angaben werden im Rahmen des jährlichen Finanzberichts des Königshauses veröffentlicht.

Der Schritt ist bemerkenswert, weil die Finanzen der Royals seit jeher zu den sensibelsten Themen innerhalb der Monarchie zählen. Zwar veröffentlicht der Palast regelmäßig Berichte über öffentliche Ausgaben und Einnahmen, die persönlichen Steuerzahlungen des Monarchen blieben bislang jedoch unter Verschluss.

Freiwillige Abgaben trotz Steuerbefreiung

Rechtlich wäre Charles dazu nicht verpflichtet. Als Monarch ist er von mehreren Steuerarten, darunter Einkommen-, Kapitalertrag- und Erbschaftsteuer, ausgenommen. Wie bereits seine Mutter, Königin Elizabeth II., zahlt er diese Abgaben jedoch freiwillig.

Erstmals soll nun auch bekannt werden, in welcher Höhe diese Zahlungen tatsächlich ausfallen. Beobachter erwarten dadurch einen genaueren Einblick in die privaten Finanzen des Königs.

Millionen aus Landbesitz und Beteiligungen

Zu den wichtigsten Einnahmequellen von Charles zählt das Herzogtum Lancaster. Das Vermögen umfasst Grundstücke, Beteiligungen sowie zahlreiche Gewerbeimmobilien und wird privat vom Monarchen verwaltet. Nach Angaben des Palasts erwirtschaftete das Herzogtum im vergangenen Jahr umgerechnet mehr als 31 Millionen Euro.

Hinzu kommen Erträge aus weiteren Immobilien, Investitionen und Ländereien, darunter die königlichen Anwesen Balmoral und Sandringham. Zur Veröffentlichung erklärte ein Sprecher des Buckingham-Palasts: "Unser Ziel ist es, alle Elemente der königlichen Finanzen so zu erklären, dass mehr Klarheit und Zugänglichkeit entsteht. Um es einfach auszudrücken: Wir modernisieren uns und entwickeln uns weiter."

William soll die Pläne unterstützt haben

Nach Informationen der "Bild-Zeitung" spielte auch Thronfolger Prinz William bei den Überlegungen eine wichtige Rolle. Dem Bericht zufolge unterstützte er einen transparenteren Umgang mit den Finanzen des Königshauses.

Ein Mitarbeiter des Palasts bestätigte gegenüber der Zeitung, dass William eng in die Entscheidung eingebunden gewesen sei. Demnach wird auch darüber nachgedacht, künftig mehr Einblick in die Finanzen des Prinzen von Wales zu geben.

Debatte nach den Schlagzeilen um Prinz Andrew

Neue Aufmerksamkeit erhielt das Thema zuletzt durch Berichte über Prinz Andrew. Anfang Juni wurde bekannt, dass der Bruder des Königs über Jahre hinweg Häuser auf königlichen Anwesen untervermietet haben soll. Zudem wurde berichtet, dass Andrew und seine frühere Ehefrau Sarah Ferguson vergleichsweise günstig auf königlichem Grund gewohnt haben sollen.

Die Vorwürfe sorgten erneut für Fragen nach dem Umgang der Royals mit ihren Vermögenswerten. Vor diesem Hintergrund dürfte die nun angekündigte Offenlegung der Steuerzahlungen auch als Signal verstanden werden, dass der Palast auf Forderungen nach mehr Transparenz reagieren will.

(VOL.AT)

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