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Als sie ihre beiden Kinder verglich, begann sie, an einen Zusammenhang zu glauben

Zweifach-Mutter Sheela über die Auswirkungen ihrer stressigen Schwangerschaft.
Zweifach-Mutter Sheela über die Auswirkungen ihrer stressigen Schwangerschaft. ©VOL.AT/Emilia Waanders
Emilia Waanders (VOL.AT) emilia.waanders@russmedia.com
Während ihrer ersten Schwangerschaft stand Sheela aus Hittisau unter enormem Druck. Lange dachte sie nicht weiter darüber nach. Erst als ihre Kinder älter wurden, fiel ihr etwas auf, das schließlich ihr Berufsleben veränderte.

Während ihrer ersten Schwangerschaft stand Sheela aus Hittisau unter großem Druck. Jahre später glaubt die 37-Jährige, die Folgen noch bei ihrer Tochter zu erkennen. Nach 18 Jahren als Krankenschwester hat sie deshalb einen neuen Weg eingeschlagen.

Heute begleitet sie werdende Mütter als ausgebildete Bindungsbegleiterin – mit einer Methode, die genau dort ansetzt, wo für sie alles begonnen hat.

Video: Stress in der Schwangerschaft? Diese Mutter glaubt, die Folgen bis heute zu sehen

Auslöser für ihren beruflichen Neuanfang waren auch ihre eigenen Erfahrungen als Mutter von zwei Kindern. Besonders die Unterschiede zwischen ihren beiden Schwangerschaften hätten sie geprägt.

Während ihrer ersten Schwangerschaft habe sie beruflich unter großem Druck gestanden. Ihre Tochter sei bis heute eher unruhig. Die zweite Schwangerschaft sei deutlich entspannter verlaufen. Ihr Sohn sei heute ruhiger und ausgeglichener.

Die Unterschiede zwischen ihren beiden Schwangerschaften beschäftigen Sheela bis heute. ©VOL.AT/Emilia Waanders

Für die Bregenzerwälderin steht deshalb fest: Die emotionale Verfassung der Mutter während der Schwangerschaft spielt eine wichtige Rolle.

Ein "Date" mit dem Baby im Bauch

Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die sogenannte pränatale Bindungsbegleitung. Dabei begeben sich Schwangere auf eine geführte mentale Reise. "Wenn eine Frau zu mir kommt, erlebt sie ein Eins-zu-eins-Date mit ihrem Baby", sagt Sheela. Die Methode sei mit einer leichten Form der Hypnose vergleichbar und besonders ab der 20. Schwangerschaftswoche sinnvoll.

Nach Ansicht der Hittisauerin sei es wichtig, sich täglich bewusst Zeit für das Baby zu nehmen. ©handout/privat

Nach Angaben der Hittisauerin soll die mentale Vorbereitung nicht nur die Bindung stärken, sondern auch bei der Geburt helfen. Frauen würden lernen, einen Zustand tiefer Entspannung bewusst herzustellen und später während der Geburt wieder abzurufen.

Was sagt die Medizin?

Der Bregenzer Frauenarzt DDr. Mathias Zech sieht die Frage differenziert. Dass Sheela einen Zusammenhang zwischen dem Stress ihrer ersten Schwangerschaft und dem späteren Verhalten ihrer Tochter wahrnimmt, sei nachvollziehbar, wissenschaftlich aber schwer zu beweisen.

"Es kann durchaus sein, dass vermehrter Stress während der Schwangerschaft über eine erhöhte Cortisol-Ausschüttung zu Verhaltensauffälligkeiten beim Kind führt", sagt Zech. Gleichzeitig sei unklar, ab welcher Belastung tatsächlich negative Auswirkungen entstehen. "Nicht jede Form von Stress ist notwendigerweise schlecht."

Mag. DDr. Mathias Zech. ©Thomas Gmeiner

Grundsätzlich hält Zech Maßnahmen zur Entspannung aber für sinnvoll. "Wir wissen, dass die Mutter nicht einfach nur das Austragungsgefäß für das Kind ist, sondern dass hier sehr früh eine Interaktion und Prägung stattfindet." Babys würden bereits im Mutterleib Geräusche wahrnehmen und nach der Geburt auf die vertraute Stimme der Mutter reagieren.

Sheela ist überzeugt, dass ihre erste Schwangerschaft das Verhalten ihrer Tochter geprägt hat. ©handout/privat

Mit der Gebärmutterreise zum eigenen Körper

Weitere Bestandteile ihrer Arbeit sind MET-Klopftechniken, Babymassagen und sogenannte Gebärmutterreisen. Dabei gehe es nicht nur um ungeborene Kinder, sondern auch um die Verbindung zum eigenen Körper, zur Weiblichkeit oder zu einem Kinderwunsch.

Besonders bewegt hat sie die Geschichte ihrer ersten Klientin, die zuvor ein Baby verloren hatte. Während einer mentalen Reise habe sie ihr verstorbenes Kind noch einmal gesehen und sich verabschieden können. "Das war sehr emotional. Sie hat geweint", erinnert sich Sheela.

Mit "MaKiiA – Mama Kind im Austausch" will Sheela Frauen dabei unterstützen, eine gute Bindung zu ihrem Ungeborenen aufzubauen. ©VOL.AT/Emilia Waanders

Eine Sitzung dauert rund eine Stunde und kostet etwa 140 Euro. Für die Geburtsvorbereitung empfiehlt sie 15 bis 20 Sitzungen. Mit ihrem Angebot "MaKiiA – Mama Kind im Austausch" möchte sie Frauen dabei unterstützen, schon während der Schwangerschaft eine bewusste Beziehung zu ihrem Kind aufzubauen.

(VOL.AT)

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