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Altach-Affäre: Verein liefert jetzt Antworten

Der Vorfall rund um den SCR Altach hat die Vorarlberger Sport- und Vereinslandschaft nachhaltig erschüttert.
Der Vorfall rund um den SCR Altach hat die Vorarlberger Sport- und Vereinslandschaft nachhaltig erschüttert. ©Franz Lutz
Heimlich erstellte Aufnahmen in der Damenkabine des SCR Altach beschäftigen Politik und Justiz. Nach massiven Vorwürfen gegen einen Ex-Funktionär forderte die Sportstaatssekretärin Aufklärung – nun liegen Antworten des Vereins vor. Was bisher bekannt ist.

Ermittlungen gegen ehemaligen Funktionär laufen

Der Vorfall rund um den SCR Altach hat die Vorarlberger Sport- und Vereinslandschaft nachhaltig erschüttert. Ein ehemaliger Funktionär des Fußballklubs soll junge Spielerinnen heimlich in der Umkleidekabine gefilmt haben. Der Verdächtige wurde zudem im Zuge internationaler Ermittlungen zu Missbrauchsdarstellungen von Kindern ausgeforscht und angeklagt.

Der Prozess gegen den Mann ist für 23. Februar angesetzt. Vereinsvertreter sind dabei weder als Zeugen noch als Opfer geladen, wie der ORF berichtet.

Politik fordert Aufklärung vom Verein

Nach Bekanntwerden der Vorwürfe hatte Sportstaatssekretärin Michaela Schmidt (SPÖ) rasch reagiert. Sie bezeichnete die mutmaßlichen Taten als "abscheulich" und kündigte an, den Bereich Integrität im Sport strukturell neu aufstellen zu wollen.

Im Dezember übermittelte das Sportstaatssekretariat dem SCR Altach einen Fragenkatalog per E-Mail. Ziel war es, sicherzustellen, dass der Verein den Fall umfassend aufarbeitet und zusätzliche Präventionsmaßnahmen setzt.

SCR Altach hat Fragen beantwortet

Kurz nach Weihnachten habe der Verein die Antworten übermittelt, bestätigte Manuel Willam, Assistenz der Geschäftsführung des SCR Altach, gegenüber dem ORF. Zu konkreten Inhalten der Antworten äußerte sich der Verein nicht – auch mit Rücksicht auf mögliche Opfer.

Aus dem Büro der Sportstaatssekretärin heißt es dazu: Der SCR Altach habe "glaubhaft vermittelt, die Geschehnisse im engen Kontakt mit der Kinder- und Jugendanwaltschaft sowie dem Fußball-Landesverband aufzuarbeiten und zusätzliche Präventionsmaßnahmen zu implementieren".

Keine Förderkürzungen für den Verein

Trotz der Vorwürfe kam es laut Sportstaatssekretariat zu keinen Förderkürzungen. Der SCR Altach erhält weiterhin Mittel aus der sogenannten Dream-League-Förderung, die speziell Teams in Frauenligen unterstützt.

Im Büro von Michaela Schmidt betont man zudem, dass es nicht darum gehe, einzelne Vereine öffentlich zu kritisieren. Vielmehr solle die gesamte Sportlandschaft aus solchen Vorfällen lernen, um eine sichere Sportausübung für alle zu gewährleisten.

Präventionskonzept soll im März präsentiert werden

Beim SCR Altach läuft aktuell ein interner Prozess zur Ausarbeitung zusätzlicher Schutz- und Präventionsmaßnahmen. Gemeinsam mit dem Fußballverband und dem ASVÖ arbeite man an einem erweiterten Konzept, so Manuel Willam. Die Präsentation des Konzepts ist für März geplant.

Hinweis: Es gilt die Unschuldsvermutung. Der Beschuldigte gilt bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung des Gerichts als unschuldig.

(VOL.AT)

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