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"Altach war die Hälfte meines Lebens"

©APA, Instagram
Alexander Guem wurde beim SCR Altach zum Rekordspieler. Heute trägt er Verantwortung abseits des Rasens und lässt offen, ob ihn der Fußball noch einmal zurückholt.

Wenn Alexander Guem an seine aktive Karriere zurückdenkt, kommt ihm sofort ein ganz besonderes Datum in den Sinn. "Natürlich der 19. Mai 2006", sagt der ehemalige Innenverteidiger. "Heuer jährt sich der Bundesliga-Aufstieg mit Altach zum 20. Mal. Das Derby gegen Austria Lustenau mit dem 1:0-Sieg und dem Tor von Harald Unverdorben vergisst man nie mehr."

Alexander Guem absolvierte 368 Pflichtspiele im Trikot des SCR Altach. ©GEPA

Eine Karriere voller Leidenschaft

Es war einer der größten Momente der Vereinsgeschichte des SCR Altach und Guem mittendrin. Insgesamt absolvierte der Feldkircher 368 Pflichtspiele für die Rheindörfler, erzielte 17 Tore und ist damit bis heute Rekordspieler im Schnabelholz. Dreimal – 2007, 2008 und 2009 – wurde er zudem zu Vorarlbergs Fußballer des Jahres gewählt.

Dass sein Weg einmal so verlaufen würde, hätte Guem selbst nicht erwartet. "Ich hätte nie geglaubt, dass ich einmal Profi werde", erzählt der heute 49-Jährige. "Ich habe in Brederis einfach begonnen, Fußball zu spielen, weil es mir Spaß gemacht hat. Dass sich daraus alles so entwickelt hat, ist wunderschön."

Alexander Guem kämpfte um jeden Zentimeter. ©GEPA

1997 wechselte Guem erstmals zum SCR Altach, ehe er 2001 den Schritt zu Austria Lustenau machte. Insgesamt absolvierte er für die Grün-Weißen 51 Pflichtspiele. "Bei der Austria wurde ich zum Profi. Altach spielte damals noch in der Regionalliga", erinnert er sich.

Trotzdem entschied sich Guem 2003 ganz bewusst für die Rückkehr und sorgte damals durchaus für Gesprächsstoff. "Es war schon ein Thema, wie man von Lustenau nach Altach wechseln kann, weil eine gewisse Rivalität herrscht. Mir wurde damals ein sehr guter Plan präsentiert, mit dem großen Ziel Bundesliga-Aufstieg. Rückblickend waren es für mich zwei Schritte nach vorne."

Große Verbundenheit

Der SCR Altach ist für Guem bis heute weit mehr als nur ein Verein. "Ich habe die Hälfte meines Lebens in Altach verbracht", sagt er. "Ich war Spieler, Nachwuchstrainer und später auch sportlicher Leiter bei den Juniors."

Auch heute schaut er regelmäßig im Stadion vorbei. "Ich komme noch immer gerne nach Altach, weil ich dort viele Menschen kenne und mich dem Verein nach wie vor sehr verbunden fühle." Zu den schönsten Erinnerungen zählen neben den Aufstiegen vor allem die Bundesliga-Jahre gegen die großen österreichischen Klubs. "Die Spiele gegen Salzburg und Rapid waren immer extrem schöne Erlebnisse, vor allem auswärts in ausverkauften Stadien."

Alexander Guem (ganz links) ist heute in der Baubranche tätig.

Vom Abwehrchef ins Baugewerbe

Sein Karriereende kam für Guem nicht überraschend. Früh setzte er sich mit der Zeit nach dem Fußball auseinander. "Irgendwann hat alles ein Ende", sagt er. "Ich habe mit 35 Jahren in Altach als Profi aufgehört und für mich war es der richtige Zeitpunkt für etwas Neues."

Ganz losgelassen hat ihn der Fußball allerdings nie, zuletzt war er Cheftrainer beim FC Koblach. "Damit habe ich eigentlich jede Sparte im Fußball einmal kennengelernt", erzählt er. Im vergangenen Sommer zog er sich allerdings bewusst etwas zurück. "Ich wollte nicht mehr jedes Wochenende komplett verplant sein. Jetzt habe ich mehr Zeit für meine Frau und meine Freunde. Ein wenig Abstand tut auch gut."

Zuletzt war Guem Trainer beim FC Koblach. ©Verein

Beruflich arbeitet Guem heute als Baustellenleiter. Ob ihn der Fußball irgendwann doch wieder intensiver zurückholt, lässt er offen. "Im Moment bin ich zufrieden, aber man weiß nie, was kommt", sagt er. "Wenn ich nochmals ins Trainergeschäft einsteige, dann nur, wenn ich von der Aufgabe zu hundert Prozent überzeugt bin."

(VOL.AT)

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