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Angriff, Pyro, Platzsturm: So brutal war das Fußballjahr 2025 in Vorarlberg

Brennpunkt Fußballstadion: Polizei und Vereine im Dauereinsatz wegen Fan-Gewalt
Brennpunkt Fußballstadion: Polizei und Vereine im Dauereinsatz wegen Fan-Gewalt ©VOL.AT/VN
Sachbeschädigungen, Ausschreitungen und verletzte Personen sorgten 2025 wiederholt für Polizeieinsätze. Vereine und Behörden waren gefordert.

Verwüstung im Stadion in Bregenz

Den ersten Vorfall verzeichnete das Jahr am Sonntag, dem 25. Mai 2025. Nach dem letzten "Heimspiel" der Austria Lustenau im ImmoAgentur Stadion in Bregenz hinterließen Fans erhebliche Schäden. Ein Zaun vor dem Fanblock wurde aus der Verankerung gerissen, Toilettenanlagen stark verschmutzt und ein Tor beschädigt. Zudem wurden Wände, Torstangen und Kabinen mit Stickern beklebt.

Bregenz-Sportchef Predrag Zivanovic sagte: "Ein Tor wurde komplett beklebt und der Zaun mutwillig zerstört." Besonders störte ihn, "dass sich von Lustenau noch niemand bei uns entschuldigt hat". Sportstadtrat Michael Felder forderte eine rasche Wiederherstellung des Stadions und betonte, dass Stadt und Verein schad- und klaglos gehalten werden müssten.

Austria-Vorstandssprecher Bernd Bösch kündigte an: "Wir werden das natürlich so schnell wie möglich in Ordnung bringen."

Ausschreitungen bei Stadioneröffnung in Lustenau

Am Samstagabend, dem 19. Juli 2025, kam es rund um die Eröffnung des neuen Reichshofstadions in Lustenau zu schweren Ausschreitungen. Laut Polizei waren im Rheinvorland und auf der Reichshofstraße bis zu 150 Personen in unterschiedlicher Intensität an Auseinandersetzungen beteiligt. Dabei wurden Flaschen und Steine geworfen, mindestens vier Personen verletzt. Zudem wurden der Reisebus des TSV 1860 München sowie zwei parkende Fahrzeuge beschädigt.

Auslöser war das Eintreffen eines Fanbusses mit Anhängern des TSV 1860 München. Austria Lustenau sprach von einem "gezielten und unangekündigten Angriff" deutscher Hooligans und erklärte: "Die Austria verurteilt jede Form von Gewalt auf das Schärfste. Wir stehen für ein offenes, sicheres und leidenschaftliches Fußballerlebnis."

Ausschreitungen nach Regionalligaspiel in Altach

Am Samstag, dem 15. November 2025, kam es nach dem Regionalligaspiel zwischen den SCR Altach Juniors und dem FC Wacker Innsbruck zu massiven Ausschreitungen. Rund 15 vermummte und dem Risikoklientel zugeordnete Wacker-Fans begaben sich nach dem Abpfiff aus dem Gästesektor in Richtung Osttribüne und attackierten dort Anhänger des Heimvereins. Dabei wurde auch auf bereits am Boden liegende Personen eingeschlagen und eingetreten.

In weiterer Folge kletterten weitere vermummte Fans auf das Spielfeld, es kam zu einem Platzsturm und zu Auseinandersetzungen mit Polizeikräften. Die Exekutive wurde mit Gegenständen beworfen. Zwei Beamtinnen wurden durch Tritte verletzt, ein weiterer Polizist erlitt eine Prellung. Erst mit Unterstützung zusätzlicher Polizeistreifen konnte die Lage unter Kontrolle gebracht werden.

Hooligan-Vorfall im Ortszentrum von Lustenau

Am Samstag, dem 22. November 2025, kam es bereits vor dem Spiel zwischen Austria Lustenau und Austria Salzburg zu einem Zwischenfall abseits des Stadions. Kurz vor Spielbeginn trafen vier Busse mit Fans aus Salzburg im Lustenauer Ortszentrum ein. Ziel der Anhänger war der sogenannte "Blaue Platz".

Dutzende teils vermummte Fans sorgten dort für Aufregung. Die Polizei war vorbereitet und rückte rasch mit Kräften der Einsatzeinheit an. Ein Sprecher der Landespolizeidirektion Vorarlberg erklärte: "Die Polizei war auf mögliche Ausschreitungen vorbereitet und in ausreichender Zahl in Einsatzbereitschaft." Die Situation konnte innerhalb weniger Minuten beruhigt werden. Laut Polizei gab es weder Verletzte noch Sachbeschädigungen, auch zu Festnahmen kam es nicht. Das anschließende Spiel verlief ohne Probleme.

Gewalt bei Auswärtsspiel in Innsbruck

Der letzte größere Vorfall ereignete sich am Sonntag, dem 7. Dezember 2025, rund um das Bundesligaspiel zwischen der WSG Wattens und dem SCR Altach in Innsbruck. Bereits auf dem Weg vom Bahnhof zum Stadion kam es durch mitgereiste Altach-Fans zu mehreren Sachbeschädigungen, unter anderem an Glaselementen einer Brückenschutzverglasung. Im Stadion wurden Toilettenanlagen mit Graffiti beschädigt, zudem kam Pyrotechnik zum Einsatz.

Beim Rückweg zum Bahnhof attackierten Anhänger die eingesetzten Polizeikräfte. Ein 33-jähriger Schweizer versetzte einem Polizeibeamten einen Faustschlag ins Gesicht und verletzte ihn schwer. Am Hauptbahnhof wurde zudem ein unbeteiligter Passant von einem 14-Jährigen aus der Anhängerschaft des SCR Altach mit der Faust ins Gesicht geschlagen und verletzt.

(VOL.AT)

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