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Apple-Panne: "Betrunkene" statt Ballermann auf Mallorca

Die Partymeile Ballermann wird als „Betrunkene“ angezeigt. Hintergründe und Reaktionen.
Die Partymeile Ballermann wird als „Betrunkene“ angezeigt. Hintergründe und Reaktionen. ©Screenshot Google Mpas & Aplle Maps
In Apples Kartendienst sorgt eine kuriose Umbenennung für Stirnrunzeln: Die bekannte Partyzone an der Playa de Palma wird dort aktuell als "Betrunkene" angezeigt.

Wer derzeit in Apple Maps nach dem Ballermann auf Mallorca sucht, erlebt eine Überraschung: Statt der bekannten Bezeichnung erscheint prominent das Wort "Betrunkene". Der Eintrag ist nicht nur in der Karten-App sichtbar, sondern taucht auch in der Wetter-Anwendung auf.

In sozialen Netzwerken wird bereits spekuliert. "Ist das ein verspäteter Aprilscherz oder hatte ein Praktikant zu viel Spielraum?", heißt es dort etwa.

Unklar, wie der Name entstanden ist

Wie genau es zu dieser Umbenennung kam, bleibt vorerst offen. Laut dem Portal "IT Boltwise" ist es grundsätzlich nicht einfach, Ortsnamen in Apples Karten zu verändern. Möglich wäre, dass Nutzer über die Funktion "Neues Problem melden" eine Anpassung vorgeschlagen haben. Solche Änderungen werden jedoch üblicherweise von Apple geprüft, bevor sie übernommen werden.

Seit wann der Begriff "Betrunkene" angezeigt wird, ist ebenfalls nicht eindeutig geklärt. Screenshots kursieren allerdings bereits seit mehreren Tagen im Netz.

Wenn Karten plötzlich neue Namen tragen

Dass Kartendienste mitunter für Diskussionen sorgen, ist kein neues Phänomen. So ordnete das Weiße Haus im Jänner 2025 per Dekret an, den Golf von Mexiko in US-Systemen in "Golf von Amerika" umzubenennen. Google setzte diese Änderung auf Basis des offiziellen US-Namensregisters um – allerdings nur für Nutzer in den Vereinigten Staaten. In Mexiko blieb es beim "Golfo de México", andernorts werden beide Bezeichnungen angezeigt.

Ein ganz anderer Fall spielte sich in Mailand ab: Dort übernahm Google Maps den Namen "Acquabella" für ein Gebiet, das offiziell gar nicht als Stadtteil existiert. Ursprünglich hatte ein lokaler Blogger die Bezeichnung als praktische Orientierungshilfe erfunden. Über Nutzereinträge wurde daraus schließlich ein scheinbar offizieller Ortsname.

Zwischen Image und Realität der Playa de Palma

Die aktuelle Bezeichnung auf Mallorca wirkt auf den ersten Blick wie ein harmloser Scherz. Tatsächlich berührt sie jedoch eine größere Debatte rund um das Image der Region. Zwischen Begriffen wie "s’Arenal", "Platja de Palma" oder "Ballermann" liegen unterschiedliche Vorstellungen davon, wofür dieser Ort steht.

Die Playa de Palma gilt seit Jahrzehnten als Symbol für intensiven Partytourismus. Auch die balearischen Behörden führen Gegenden wie s’Arenal, Magaluf oder Sant Antoni als bekannte Problemzonen für alkoholbedingte Vorfälle. Der Begriff "Betrunkene" trifft also – wenn auch überspitzt – einen Teil dieser Realität.

In den Jahren 2024 und 2025 kam es auf den Balearen sowie in anderen Teilen Spaniens zudem zu großen Protesten gegen Massentourismus und steigende Lebenshaltungskosten.

Eintrag weiterhin sichtbar

Am Dienstagnachmittag war die ungewöhnliche Bezeichnung weiterhin in Apples System zu finden. Wer nach der Playa de Palma sucht, bekommt nach wie vor "Betrunkene" angezeigt – auch in der Wetter-App, kombiniert mit aktuellen Daten wie "19 Grad, meist sonnig".

Erstmals dokumentiert wurde die Änderung am 2. April durch das Portal "appgefahren.de". Seither ist der Eintrag durchgehend sichtbar. In Google Maps hingegen scheint der Fehler nicht auf.

Offene Systeme als Einfallstor

Sowohl Apple als auch Google ermöglichen es Nutzern, Orte zu melden, zu korrigieren oder neu einzutragen. Besonders bei Google ist das System offen gestaltet: Neue Orte können hinzugefügt werden und erscheinen nach dem Eintrag öffentlich.

Allein 2023 gingen laut Google rund 20 Millionen Beiträge pro Tag ein. Im Jahr darauf wurden mehr als 240 Millionen regelwidrige Bewertungen sowie über 70 Millionen unzulässige Ortsbearbeitungen entfernt. Trotz Moderation kann es bei dieser Menge vorkommen, dass fehlerhafte oder scherzhafte Einträge kurzfristig sichtbar bleiben.

Auch Apple setzt auf ein ähnliches System: Nutzer können Probleme melden, Unternehmen ihre Daten über "Apple Business Connect" selbst verwalten. Diese Kombination aus Nutzereingaben und Partnerdaten bildet eine komplexe Infrastruktur – die offenbar auch Raum für Missbrauch lässt.

Vermutlich hat jemand genau diese Möglichkeit genutzt, um sich einen Scherz zu erlauben. Warum die Änderung bislang nicht korrigiert wurde, bleibt allerdings offen.

(VOL.AT)

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