Audi startet Formel-1-Abenteuer: Boliden-Premiere im Livestream
Am Dienstag stellt der Autobauer in Berlin zum ersten Mal die Optik seines Formel-1-Autos vor. Es ist der symbolische Auftakt für das große Vorhaben in der Königsklasse – mit einem klaren Ziel: Ab 2030 will Audi um die Weltmeisterschaft kämpfen. Der Zeitplan ist ambitioniert und erfordert ab sofort maximale Geschwindigkeit.
Historische Premiere für Audi in Barcelona
Der offizielle Launch folgt auf die inoffizielle Premiere. Bereits am 9. Jänner absolvierte der Wagen in schwarzer Tarnlackierung seine erste Ausfahrt auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya. Kein anderes Team war früher unterwegs – ein historischer Moment: Zum ersten Mal fuhr ein Formel-1-Auto mit den vier Ringen auf einer Rennstrecke.
Motorenentwicklung als größte Herausforderung
Für das Formel-1-Projekt hat Audi das Schweizer Sauber-Team übernommen, ähnlich wie einst BMW. Der Traditionsrennstall spielte sportlich zuletzt kaum eine Rolle und bewegte sich meist am Ende des Feldes. Aus diesem Team soll nun ein WM-Anwärter entstehen – personell, strukturell und technisch ein gewaltiges Vorhaben. Eine besondere Herausforderung stellt die Entwicklung der eigenen Antriebseinheit dar.
In Neuburg an der Donau entsteht der 1,6-Liter-V6-Turbo mit Elektromotor, der knapp die Hälfte der Energie liefern soll. Während etablierte Hersteller wie Mercedes, Ferrari oder Honda auf langjährige Erfahrung bauen, beginnt Audi von Grund auf. "Wir haben jede Menge Simulationen – aber keine Rückmeldung von der Strecke, null", sagte Technikchef Stefan Dreyer im Herbst.
Hülkenberg und Bortoleto übernehmen das Steuer
Schon bald sollen erste echte Erkenntnisse folgen. Zwischen dem 26. und 30. Jänner wird erneut in Barcelona getestet, danach stehen zwei weitere Testphasen in Bahrain an. Audi setzt auf frühe Erkenntnisse und will Fehler vermeiden. "Wir brauchen eine steile Lernkurve", sagt Dreyer. Das Entwicklungsprogramm gliedert sich in drei Phasen: Herausforderer, Mitstreiter, Titelkandidat.
Zum Saisonstart am 8. März in Australien steigen Nico Hülkenberg und Gabriel Bortoleto ins Cockpit. Erfahrung trifft Nachwuchs – passend zur langfristigen Ausrichtung. Audi-Chef Gernot Döllner unterstreicht den Anspruch: "Wir wollen ab 2030 um die Weltmeisterschaft kämpfen."
(VOL.AT)