Mit acht Neuen holt sich Austria Lustenau in Lech den Feinschliff. Der Kader ist fast komplett.
Der Arlberg zeigt sich Ende Juni einmal mehr von seiner sommerlichen Bilderbuchseite, mittendrin die Lustenauer Austria. Zum bereits 15. Mal haben die Grün-Weißen ihr Kurztrainingslager in Lech aufgeschlagen. Im Hotel Gotthard bei Gastgeber Clemens Walch, der treffend sagt, Lech sei "nicht nur skiverrückt, sondern auch fußballverrückt", wird die Mannschaft bestens betreut.
Zwischen Trainingseinheiten auf dem Platz, einem Kanuausflug und schweißtreibenden Einheiten in der Kraftkammer will bei den Spielern dennoch nur bedingt Urlaubsstimmung aufkommen.
"Besser aufgestellt als 2022"
Vieles ist bei der Austria also vertraut, vieles aber auch neu. Acht Neuzugänge sind bereits mit dabei. Für Trainer Markus Mader ist das der entscheidende Unterschied. "Ich kann ganz klar sagen, dass wir besser aufgestellt sind als beim Aufstieg 2022", betont der Coach.
Er sieht bereits jetzt eine Mannschaft, "die für die Bundesliga gerüstet ist". Aus den vergangenen Jahren habe man gelernt. Damals sei der Kader oft spät komplett gewesen, nun könne man Abläufe und Automatismen deutlich früher einstudieren.
Auch Sportdirektor Dieter Alge zieht nach seinem ersten Jahr im Amt eine positive Bilanz. Der Aufstieg sei für ihn persönlich, vor allem aber für den Verein ein großer Erfolg gewesen. Genau daran soll nun angeknüpft werden. Der bisherige Transfersommer stimmt ihn zufrieden. In kurzer Zeit acht Spieler zu verpflichten, sei für einen Verein mit überschaubaren finanziellen Möglichkeiten eine große Herausforderung. Umso wichtiger sei gewesen, Spieler zu holen, "die sportlich und charakterlich zur Austria passen."
Ganz abgeschlossen ist die Kaderplanung aber noch nicht. Ein Stürmer soll jedenfalls noch kommen, auch ein Rechtsverteidiger ist ein Thema. "Wir sind in Gesprächen, lassen uns aber nicht drängen."
Mit Lenn Jastremski und Melih Akbulut habe man im Angriff Optionen, dennoch werde dort "sicher noch etwas passieren". Precious Benjamin, zuletzt an den SCR Altach verliehen und aktuell als Testspieler dabei, bleibt ebenso ein Thema wie Mohamed-Amine Bouchenna und Jack Lahne. "Wir sind in Gesprächen", so Alge.
Wertvolle Tage
Für Mader sind die Tage in den Bergen "viel wert", gerade weil sich viele neue Spieler erst kennenlernen müssen. Das Ambiente, das Hotel und die gemeinsamen Stunden abseits des Platzes könnten innerhalb einer Mannschaft viel bewirken.
Sportlich sieht der Trainer seine Mannschaft nach knapp zwei Wochen Vorbereitung bereits auf einem guten Weg. Nach dem 2:0 im ersten Test gegen den FC Wil will er zwar noch nichts überbewerten, aber "der Auftritt hat mich positiv gestimmt".
Der Kontakt riss nie ab
Einer der Neuen ist zugleich ein alter Bekannter. Danilo Soares ist nach 13 Jahren in Deutschland zurück bei der Austria. Auf die Frage, warum gerade jetzt, schmunzelt der Brasilianer nur: "Warum nicht?" Der Linksverteidiger fühlt sich in der Stickergemeinde bereits wieder wohl. Für den Routinier entwickelt sich der Verein "in eine gute Richtung", das neue Stadion findet er "überragend". Lech kennt er noch aus seiner ersten Zeit bei den Grün-Weißen. "Ich war schon dreimal hier. Es ist wunderschön, ein richtig gutes Trainingslager."
Besonders ist für ihn auch das Wiedersehen mit Pius Grabher. Beide spielten schon vor Jahren zusammen, der Kontakt riss nie ab. Grabher habe ihn immer wieder gefragt, wann er zurückkomme. "Ich habe gesagt, dass ich auf den richtigen Zeitpunkt warten muss. Nach dem Aufstieg hat er wieder gefragt und jetzt bin ich hier."
Soares und Co. kehren morgen mit vielen Eindrücken und intensiven Trainingseinheiten in den Beinen aus Lech zurück. Bereits am Mittwoch wartet gegen den Schweizer Topclub Young Boys Bern (14 Uhr) der nächste Härtetest der Vorbereitung.
(VOL.AT)