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Ausverkauf in der Schanz: Deshalb verkaufen jetzt so viele ihr Ferienhaus in der Luxuslage

Strobel/VOL.AT
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In der Schanz stehen plötzlich auffällig viele Häuser zum Verkauf. Vor Ort wird ausgewichen, wenn es um die Gründe geht. Klar ist nur: Für viele Eigentümer hat sich etwas grundlegend verändert.

In der Schanz in Fußach am Bodensee stehen derzeit ungewöhnlich viele Ferienhäuser zum Verkauf. Vor Ort fällt schnell auf: Die Häufung ist kein Zufall – hinter den Verkäufen steckt eine massive Kostenerhöhung, die viele Eigentümer derzeit beschäftigt und dazu bringt die Siedlung zu verlassen. VOL.AT war vor Ort.

Plötzlich bis zu sechsmal so teuer

Nach VOL.AT vorliegenden Informationen könnte sich die jährliche Pacht in einzelnen Fällen massiv erhöhen – von bisher rund 1.400 Euro auf bis zu 8.500 Euro. Eine Steigerung um ein Vielfaches, die für viele Eigentümer zum Problem wird.

Gemeinde bestätigt Änderungen

Was viele nicht wissen: Die Häuser in der Schanz stehen nicht auf eigenem Grund. Die Grundstücke gehören der Gemeinde Fußach und werden an die Besitzer verpachtet. Wer ein Ferienhaus kauft, erwirbt in der Regel nur das Gebäude – für das Grundstück fällt eine jährliche Pacht an.

Diese Verträge werden nun neu geregelt. Die Gemeinde bestätigt, dass viele bestehende Vereinbarungen mit Ende 2027 auslaufen und künftig ein "marktkonformes Bestandentgelt" zur Anwendung kommen soll.

Ein ziemlich häufiges Bild zurzeit in der Schanz. ©Strobel/VOL.AT

Neue Regeln für Nutzung

Auch die Nutzung der Objekte wird eingeschränkt: Untervermietung ist künftig nicht mehr erlaubt. Als Gründe nennt die Gemeinde unter anderem massive Beschwerden im Zusammenhang mit Vermietungen – etwa wegen Müll und Lärmbelästigung. Zudem seien einzelne Objekte zu überhöhten Preisen weitervermietet worden.

Bilder wie diese, auf der Airbnb-Karte, wird es künftig nicht mehr geben. ©Screenshot/Airbnb

Ein weiterer Punkt: Pro Haushalt nur noch ein Liegeplatz. Die Liegeplätze am Bodensee sind knapp. Laut Gemeinde beträgt die Wartezeit aktuell bis zu 25 Jahren. Künftig wolle man verhindern, dass einzelne Personen mehrere Liegeplätze gleichzeitig nutzen.

Ein Haus, ein Boot, das ist die neue Zukunft in der Schanz ab dem 1.1.2028. ©Strobel/VOL.AT

Vor Ort wird die Unsicherheit spürbar

Vor Ort wird schnell deutlich, dass das Thema präsent ist – gleichzeitig halten sich viele Eigentümerinnen und Eigentümer mit Aussagen zurück.

Einige sprechen dennoch offen über ihre Situation. So berichtet ein Eigentümer, der seit rund 15 Jahren ein Ferienhaus nutzt, dass vor allem die steigende Pacht der entscheidende Grund für den Verkauf sei. Ein anderer erklärt, er sei bereits in Pension und habe keine Nachfolge – auch das spiele bei der Entscheidung eine Rolle.

Andere wiederum sehen die Entwicklung gelassener. Ein Bewohner meint, ein Verkauf mache derzeit wenig Sinn, da aktuell viele Objekte gleichzeitig am Markt seien. Man wolle daher vorerst bleiben.

Insgesamt zeigt sich ein gemischtes Bild: Während die einen die neuen Rahmenbedingungen kritisch sehen, nehmen andere die Veränderungen hin. Auffällig ist jedoch die Zurückhaltung – viele reagieren auf Nachfragen ausweichend oder vermeiden das Thema ganz.

Bald weniger Verkehr? In der Schanz stehen derzeit viele Häuser zum Verkauf. ©Strobel/VOL.AT

Zusammenhang mit Verkäufen

Die Gemeinde sieht durchaus einen Zusammenhang zwischen Verkäufen und den neuen Regelungen, bewertet die Entwicklung jedoch nicht negativ. So gebe es auch Objekte, die bisher nur aufgrund der vergleichsweise günstigen Pacht weitergeführt worden seien, ohne tatsächlich genutzt oder saniert zu werden.

Aus der Immobilienbranche heißt es indes, dass die neuen Rahmenbedingungen bereits spürbare Auswirkungen zeigen. Besonders betroffen seien ältere Eigentümerinnen und Eigentümer: In der Schanz gebe es viele Pensionistinnen und Pensionisten, für die die steigenden Kosten zunehmend schwer zu stemmen seien. Für einige bleibe ein Verkauf daher die einzige realistische Option.

(VOL.AT)

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