AA

Bären in Vorarlberg: Die Chronologie der Sichtungen seit 2006

In den vergangenen Jahren gab es nur wenige Bärensichtungen in Vorarlberg.
In den vergangenen Jahren gab es nur wenige Bärensichtungen in Vorarlberg. ©Koordinationsgruppe Großraubwild Land Vorarlberg; Land Vorarlberg; Bernd Fischer
Ein Braunbär ist am Dienstagmorgen im Brandnertal aufgetaucht. Ein Blick auf die Bären-Chronik des Landes zeigt: In den vergangenen 20 Jahren gab es nur wenige gesicherte Nachweise.

Auf einer Wildkamera im Gemeindegebiet von Brand wurde am Dienstag in den frühen Morgenstunden ein Braunbär eindeutig festgestellt. Nach Einschätzung von Landeswildökologe Hubert Schatz dürfte es sich um einen jüngeren männlichen Bären handeln.

Bären bleiben in Vorarlberg eine Seltenheit

Auch wenn Braunbären in den Alpen in den letzten Jahren wieder vermehrt gesichtet wurden, sind sie in Vorarlberg nach wie vor die Ausnahme. Tatsächlich liegen zwischen den bestätigten Nachweisen oft Jahre oder sogar Jahrzehnte.

Besonders in Erinnerung geblieben ist der Braunbär JJ1, besser bekannt als "Bruno". Der Bär sorgte im Frühjahr 2006 im Montafon für Aufsehen und schrieb ein Stück Vorarlberger Naturgeschichte. Danach blieb es lange ruhig.

Erst im Mai 2024 tauchte wieder ein eindeutig nachgewiesener Braunbär im Land auf. Nun folgt mit der Sichtung in Brand bereits der zweite bestätigte Bärennachweis innerhalb von zwei Jahren.

Ein Bild aus dem Jahr 2024. ©Land Vorarlberg

Die gesicherten Bären-Nachweise in Vorarlberg

Mai 2006 – Montafon und Zeinisjoch

  • JJ1 ("Bruno") hält sich mehrere Tage in Vorarlberg auf.
  • Nachweise bei Wildfütterungen in Klösterle und Schruns.
  • Schafrisse in Galgenul und Gargellen.
  • Direkte Sichtung am Zeinisjoch.
  • DNA-Analyse bestätigt später eindeutig den Braunbären.
©VN-Archiv

22. Mai 2024 – Lech

  • Wildkamera zeichnet einen Braunbären im Gemeindegebiet von Lech auf.
  • Laut Experten vermutlich ein jüngerer männlicher Bär.
  • Erster gesicherter Nachweis seit dem Auftreten von JJ1.

27. Mai 2024 – Rankweil-Übersaxen

  • Landeswildökologe Hubert Schatz bestätigt eine eindeutig zuordenbare Bärenfährte.
  • Ob derselbe Bär wie in Lech unterwegs war, bleibt unklar.

9. Juni 2026 – Brand

  • Braunbär wird auf einer Wildkamera im Brandnertal nachgewiesen.
  • Vermutlich handelt es sich erneut um einen jüngeren männlichen Bären.
  • Herkunft und Wanderroute sind bislang unbekannt.
Sichtung eines Bärs in Brand. ©Koordinationsgruppe Großraubwild Land Vorarlberg

Verdachtsfälle blieben ohne Bestätigung

Nicht jede Meldung führte in den vergangenen Jahren zu einem gesicherten Nachweis. Im Juni 2022 sorgte ein Video aus Lech für Diskussionen, auf dem möglicherweise ein junger Braunbär zu sehen war. Experten konnten dies jedoch nicht eindeutig bestätigen.

Ähnlich verlief ein Fall im Frühjahr 2023 in Gortipohl. Zwei Frauen meldeten die Sichtung von zwei Bären am Waldrand. Trotz einer umfangreichen Suche durch Polizei, Jäger und Fachleute konnten keine eindeutigen Spuren gefunden werden. Die Experten hielten eine Verwechslung für wahrscheinlich.

Verhalten bei einer Begegnung

Das Land Vorarlberg empfiehlt im Bereich der aktuellen Sichtung besondere Aufmerksamkeit. Wanderer sollen die markierten Wege nicht verlassen, Hunde an der Leine führen und mögliche Sichtungen umgehend melden.

Kommt es zu einer Begegnung mit einem Bären, gilt: Ruhe bewahren, langsam zurückziehen, mit ruhiger Stimme sprechen und dem Tier immer einen Fluchtweg offenlassen. Dem Bären sollte man sich unter keinen Umständen nähern.

(VOL.AT)

  • ADMIN AT
  • Vorarlberg
  • Bären in Vorarlberg: Die Chronologie der Sichtungen seit 2006