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Bärlauch in Vorarlberg: Vorsicht vor giftigen Doppelgängern

In Vorarlbergs Wäldern sprießt derzeit wieder Bärlauch. Doch Vorsicht: Die Verwechslungsgefahr mit Maiglöckchen, Herbstzeitlosen und Aronstab ist groß. Expert:innen aus Dornbirn warnen vor gesundheitlichen Risiken.

Mit den ersten warmen Tagen breitet sich der Bärlauch auch in Vorarlberg wieder flächendeckend aus. Besonders in Wäldern und auf schattigen Böden ist das beliebte Küchenkraut derzeit zu finden. Doch Fachleute warnen: Die Verwechslungsgefahr mit giftigen Pflanzen ist nach wie vor hoch.

"Bärlauch ist noch immer ein heikles Thema und man kann nicht oft genug auf die Verwechslungsgefahr mit den giftigen Maiglöckchen, Herbstzeitlosen und dem Aronstab hinweisen", erklärt Elisabeth Ritter von der inatura in Dornbirn.

Giftige Pflanzen sehen ähnlich aus

Bärlauch ist in den vergangenen Jahren immer populärer geworden. Damit steigt auch das Risiko, beim Sammeln Fehler zu machen. Der knoblauchähnliche Geruch gilt zwar als typisches Kennzeichen, doch laut Ritter reicht dieser Test allein nicht aus.

"Der Geruchstest allein hilft aber nicht, um wirklich sicher gehen zu können", warnt die Expertin. Bleibt der Geruch von zuvor zerdrückten Blättern an den Händen haften, könne dies zu einer falschen Einschätzung führen.

Leicht zu verwechseln: Herbstzeitlose und Bärlauch. ©Sicheres Vorarlberg

Stattdessen raten Fachleute dazu, genau auf Form und Beschaffenheit der Blätter zu achten:

  • Bärlauch: Lange Stiele, einzelne Blätter, die dicht nebeneinander aus dem Boden wachsen.
  • Maiglöckchen: Meist zwei bis drei Grundblätter an kurzen Stielen.
  • Herbstzeitlose: Mehrere Blätter an einem gemeinsamen Stängel.

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die markante Mittelrippe auf der Blattunterseite des Bärlauchs. Diese lässt sich leicht brechen und erzeugt dabei ein hörbares Knacken. Die Blätter von Maiglöckchen und Herbstzeitlosen sind hingegen sehr biegsam und wirken fast "gummiartig".

Auch beim Zerreiben gibt es Unterschiede: Bärlauchblätter lassen sich leicht zerreiben, während sich die Blätter der giftigen Doppelgänger deutlich widerstandsfähiger zeigen.

Standort kann Hinweis geben

Die Blätter des Bärlauchs sind lindgrün, lanzettlich und laufen spitz zu. Die Oberseite glänzt, die Unterseite ist matt. Beim Gefleckten Aronstab fällt eine unregelmäßige Gitterstruktur der Blattnerven auf – im Gegensatz zu den parallelen Blattnerven des Bärlauchs.

Maiglöckchen wachsen eher an trockenen Standorten. Die Gefahr einer Verwechslung mit der Herbstzeitlosen ist laut Expert:innen vor allem auf feuchten Wiesen größer.

Im Zweifel lieber verzichten

Mario Amann, Geschäftsführer von Sicheres Vorarlberg, rät zur Vorsicht: "Wer sich nicht sicher ist, sollte lieber die Finger von den Pflanzen lassen oder sich auf dem Gemüsemarkt bedienen, wo Bärlauch mittlerweile bei zahlreichen Händlern zum Standardsortiment gehört."

Gerade Pflanzenunkundige sollten sich vor dem Sammeln intensiv mit den Unterscheidungsmerkmalen vertraut machen. Denn eine Verwechslung mit giftigen Arten kann gesundheitliche Folgen haben.

(VOL.AT)

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