Baumaßnahmen gegen Hochwasser: Großprojekt Kapfschlucht in finaler Phase
Verkehrsteilnehmer in Feldkirch haben sich an die Baustelle Kapfschlucht gewöhnt. Wie berichtet, wurden für den Zeitraum zwischen Ende April und Juni weitere Arbeiten rund um die Montfortbrücke angekündigt. Infrastrukturleitungen wurden erneuert, Flächen fertiggestellt und Oberflächen neu gestaltet. Dieser Tage geht das gewaltige Bauvorhaben, das als Hochwasserschutz dient, in Richtung Finalisierung.
"Sicherheit und Komfort verbessert"
Wie ist der aktuelle Stand? "Mit der Abnahme der Hauptbauarbeiten des Bauabschnitts Kapfschluchtaufweitung am 23. April ist dieser Bauabschnitt großteils abgeschlossen", erklärt Oriol Molló Manonelles, stellvertretender Geschäftsführer des Wasserverbands Ill-Walgau. Restarbeiten beziehungsweise Haftungsfragen würden noch "nach Bedarf bearbeitet" werden.
Nach Angaben von Manonelles sollen die Hauptbauarbeiten im Bauabschnitt Montfortbrücke neu "voraussichtlich bis Ende Juni 2026" abgeschlossen werden. Rund 20.000 Pkw fahren täglich über diese Brücke.
Verbesserungen für Radfahrer und Fußgänger
Radfahrer und Fußgänger auf der Montfortbrücke sollten bereits erste Verbesserungen spüren, so Manonelles. Für sie stehe jetzt auf der neuen Auskragung ein rund fünf Meter breiter Bereich zur Verfügung, der vom Autoverkehr getrennt ist. "Damit verbessert sich nicht nur die Sicherheit, sondern auch der Komfort deutlich, da mehr Platz und eine klarere Verkehrsführung vorhanden sind."
Für den Autoverkehr selbst bringe die Aufweitung der Kapfschlucht "keine direkten Veränderung", betont Manonelles. "Ein wesentlicher Vorteil liegt jedoch in der klareren Trennung der Verkehrsarten, insbesondere zwischen Busverkehr sowie Fuß- und Radverkehr." Das erhöhe die Sicherheit und Übersichtlichkeit für alle Verkehrsteilnehmer.
Brücke neu gebaut und angehoben
Was geschah in den vergangenen Monaten? Im Rahmen des Hochwasserschutzprojekts wurden die Montfort- und Heilig-Kreuz-Brücke komplett neu gebaut und angehoben. Diese Maßnahme war notwendig, um den aktuellen technischen Anforderungen zu entsprechen.
Zwischen dem Wasserstand und der Brücke soll also künftig bei Hochwasser mindestens ein Meter Abstand sein. In den vergangenen Monaten wurde etwa der Flussquerschnitt erweitert. Dadurch kann die Ill bei Hochwasser mehr Wasser aufnehmen.
Ebenfalls entstand eine neue Verkehrsgalerie, geplant von den Architekten Marte.Marte mit einer darüberliegenden Straße beim Veitskapf. Die während der Bauphase errichtete Behelfsbrücke sowie der Fußgängersteg wurden entfernt.
Rund 28,6 Millionen Euro Kosten
Ursprünglich war für das Vorhaben eine Investition von rund 24 Millionen Euro geplant. Laut Manonelles liegen die Gesamtkosten des Projekts "derzeit bei rund 28,6 Millionen Euro". "Damit bewegt sich das Projekt innerhalb der zuletzt prognostizierten Summe."
Bund und Land tragen jeweils rund 40 Prozent der Summe. Den verbleibenden Anteil finanzieren die Mitglieder des Wasserverbands Ill-Walgau, darunter zwölf Gemeinden, das Land Vorarlberg, Asfinag, die ÖBB und vier Kraftwerksbetreiber.
(VOL.AT/Rausch)