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Beikost starten: Was dein Baby jetzt braucht – und viele falsch machen

Wie ernähre ich mein Baby richtig?
Wie ernähre ich mein Baby richtig? ©Symbolbild: Canva
Emilia Waanders (VOL.AT) emilia.waanders@russmedia.com
Viele Eltern beginnen mit Beikost – und sind unsicher bei Menge, Zeitpunkt und Methode. Eine Expertin erklärt, worauf es jetzt wirklich ankommt.

Der Start mit Beikost sorgt bei vielen Eltern für Unsicherheit. Wann soll begonnen werden? Was darf ein Baby im ersten Lebensjahr essen? Und ist Baby-led-Weaning wirklich besser als klassischer Brei? Ernährungswissenschaftlerin Birgit Höfert vom AKS gibt Antworten.

Video: Die wichtigsten Experten-Tipps für Eltern im Überblick

Wie sollte man starten?

Für den Einstieg empfiehlt die Expertin eher mildes, leicht süßliches Gemüse. Idealerweise beginne man damit rund um den sechsten Lebensmonat. "Karotten, Pastinaken oder Kürbis werden oft gut akzeptiert, weil die Muttermilch beziehungsweise Säuglingsnahrung ebenfalls eher süßlich schmeckt.“ Auf Zucker und Salz sollte im ersten Lebensjahr verzichtet werden.

Viele Eltern seien vor allem zu Beginn verunsichert wie viel sie ihrem Baby zuführen können. "Essen ist etwas ganz Natürliches." Manche Babys würden bereits nach wenigen Tagen größere Mengen essen, andere bräuchten deutlich länger.

Breikost ist eine beliebte Ernährungsform für Kinder im ersten Lebensjahr. ©Canva

Die Ernährung in den ersten Lebensjahren kann das spätere Essverhalten nachhaltig prägen. Deshalb wird empfohlen Kinder möglichst früh an unterschiedliche Geschmäcker, Konsistenzen und Lebensmittel zu gewöhnen. Gleichzeitig sei es wichtig auf die Hunger- und Sättigungssignale der Kinder zu achten. "Wenn das Kind satt ist sollte man es nicht zum Aufessen drängen", betont die Ernährungswissenschaftlerin. Typische Sätze wie "Ein Löffel für die Oma" seien der falsche Weg.

Was steckt hinter Baby-led-Weaning?

Immer beliebter wird das sogenannte Baby-led-Weaning. Dabei bekommen Babys keine Breie, sondern weich gedünstete Lebensmittel in Stückform. Die Kinder greifen selbst zu und bestimmen mit, was und wie viel sie essen möchten. "Die Eltern bleiben trotzdem verantwortlich dafür, was angeboten wird."

Baby-led-Weaning wird bei Eltern immer beliebter. ©Canva

Geeignet seien etwa weich gedünstete Gemüsesticks oder Kartoffeln. Die Stücke sollten groß genug sein, damit Babys sie gut greifen können.

Angst vor Verschlucken

Ein häufiges Thema sei die Sorge vor dem Verschlucken. Kleine harte Lebensmittel wie Nüsse, Heidelbeeren oder Cocktailtomaten seien deshalb ungeeignet. "Diese Sachen sollte man nur zerquetscht oder gemahlen geben."

Wichtig sei vor allem, Babys nie alleine essen zu lassen. "Wenn ich mit dem Kind am Tisch sitze, sehe ich sofort, wenn etwas passiert."

Die ÖGK stellte kostenlose Workshops mit informativen Unterlagen zur Verfügung. ©VOL.AT/Emilia Waanders

Diese Nährstoffe sind besonders wichtig

Gerade im zweiten Halbjahr sei eine ausreichende Versorgung mit Eisen, Eiweiß und Energie entscheidend. "Nur Kartoffeln und Gemüse reichen nicht aus." Gerade Eltern, die Baby-led-Weaning bevorzugen sollten deshalb auch eiweißreiche Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Fleisch oder Fisch einbauen.

Vegetarische Ernährung sei grundsätzlich möglich, wenn sie gut geplant werde. Bei veganer Ernährung sieht Höfert dagegen Risiken: "In Österreich sprechen sich Kinderärzte klar dagegen aus, weil die Gefahr einer Mangelernährung zu groß ist."

"Kinder lernen durch Nachahmen"

Besonders wichtig sei gemeinsames Essen am Familientisch. "Kinder lernen durch Nachahmen." Essen sei weit mehr als reine Nahrungsaufnahme. "Es soll genussvoll sein und eine schöne Familienzeit."

Gerade die Einführung der Beikost könne für Familien auch eine Chance sein, die eigene Ernährung zu hinterfragen.

Kostenloses Workshop-Angebot für Eltern

Der AKS setzt in Vorarlberg die kostenlosen Workshops des ÖGK-Programms "Richtig essen von Anfang an!" um. Angeboten werden Kurse für Schwangere, Stillende sowie Eltern von Babys und Kleinkindern. Anmeldungen sind online möglich. Teilnehmer erhalten anschließend auch digitale Unterlagen und Rezeptideen für den Beikoststart.

Ernährungswissenschaftlerin Birgit Höfert. ©VOL.AT/Emilia Waanders

(VOL.AT)

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