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Bella Napoli vor Neustart: Warum die Pizzeria nach 39 Jahren den Standort wechselt

Nach 39 Jahren zieht das Dornbirner Lokal um.
Nach 39 Jahren zieht das Dornbirner Lokal um. ©VOL.AT/Mayer
Mirjam Mayer (VOL.AT) mirjam.mayer@russmedia.com
Ein alteingesessener Familienbetrieb zieht um. Der Traditionsbetrieb wurde 1987 vom Großvater des heutigen Chefs eröffnet. Adriano Leonardi (35) erklärt, warum das Lokal nach so vielen Jahren den Standort wechselt.

39 Jahre lang gibt es das Lokal "Bella Napoli" in der Dornbirner Schillerstraße. Wie vor Kurzem bekannt wurde, ist ein Umzug geplant. Das bestätigt auch Adriano Leonardi. Der Lustenauer übernahm 2019 das Lokal von seinem Großvater. Leonardi wuchs quasi im Betrieb auf, der als "älteste Pizzeria Vorarlbergs" gilt.

Seit einigen Wochen ist es nun fix, wie Leonardi verrät: Nach fast vier Jahrzehnten (seit 1987) am bisherigen Standort wird das "Bella Napoli" künftig an einer neuen Adresse zu finden sein. Die Pizzeria findet man ab Juli 2026 im Neubau des Vorarlberger Hofes, nur wenige Gehminuten entfernt.

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Adriano Leonardi (35), Betreiber "Bella Napoli"
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Adriano Leonardi im bisherigen Lokal. ©VOL.AT/Mayer

Die Vorteile des neuen Standorts

Leicht gefallen sei die Entscheidung nicht, betont Leonardi. "Mit einem weinenden und einem lachenden Auge" blickt er dem Umzug entgegen. "Es ist halt doch eine lange Zeit." In der Gastronomie habe sich allerdings vieles verändert. "Für uns an dem Standort ohne Gastgarten ist es einfach jedes Jahr immer schwieriger geworden", gibt er zu verstehen. Besonders in den Sommermonaten sei das spürbar. "Im Sommer keinen Umsatz machen zu können, kann man sich heute einfach nicht mehr leisten."

Im Vorarlberger Hof sieht er klare Vorteile: "Am neuen Standort gibt es einen Gastgarten und natürlich auch ganz viele andere positive Sachen", erklärt Leonardi. Auch die Erreichbarkeit spielt eine Rolle. Rund um das bisherige Lokal gab es kaum Parkplätze, sogar ein Halte- und Parkverbot. "Das ist das einzige Lokal, das an die Stadtgarage angebunden ist. Das heißt, man kann in der Stadtgarage parken und kommt direkt ins Lokal rauf", zählt er einen Vorteil auf. "Ganz viele Dinge", die bisher Probleme bereitet hätten, könne man am neuen Standort lösen, betont er.

So sieht es aktuell beim neuen Vorarlberger Hof aus. ©VOL.AT/Mayer
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Auf den Gastgarten freut sich Leonardi besonders. ©VOL.AT/Mayer

Aufgewachsen im Familienbetrieb

Da Leonardis Eltern mit dem "Bella Napoli" in Lustenau ein weiteres Lokal führen, verbrachte er viel Zeit im Familienbetrieb. "Ich bin hier drinnen aufgewachsen", meint er. Seine Eltern seien viel bei der Arbeit gewesen, erzählt Leonardi. "Meine Oma hat mich hier herinnen großgezogen. Ich bin als Kind immer in der Küche gewesen. Man kann sagen, das war eigentlich mein Elternhaus."

Adriano Leonardi im Jahr 2022 mit seinem Großvater Santo. ©vmh

Bewährte Küche, leicht angepasste Karte

Am kulinarischen Angebot ändert sich fast nichts, auch wenn der Vorarlberger Hof zuletzt gutbürgerlich bewirtet wurde. "Die meisten Leute wissen es gar nicht, aber vor dem Vorarlberger Hof war es eine Pizzeria", verrät Adriano Leonardi im Gespräch mit VOL.AT. "Wir verändern unsere Küche nicht." Das Erfolgsrezept des Familienbetriebs bleibe bestehen. "Alles, was da funktioniert hat, werden wir weiterhin beibehalten", betont er.

Authentische Pizza und Pasta sind eine Spezialität im "Bella Napoli" ©vmh

Die Karte wurde dennoch leicht überarbeitet. Allzu viel verrät er bewusst noch nicht. Er habe die Speisen etwas überarbeitet und modernisiert. "Vielleicht ein paar neue Sachen, die jetzt in Italien im Trend sind, aber die man hier noch nicht so kennt", gibt der Gastronom einen Vorgeschmack.

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Das Lokal ist recht rustikal eingerichtet. ©VOL.AT/Mayer

Wie reagieren Stammgäste auf den Umzug des alteingesessenen Lokals? "Großteils positiv." Gleichzeitig gebe es auch einige, die es schade finden: "Jetzt kommen wir schon so lange daher", hätten sie gemeint. Leonardi ist überzeugt, dass viele den Schritt verstehen werden. "Wenn man dann sieht, wie es wirklich umgesetzt ist, sind die meisten schon begeistert", ist er sicher.

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Leonardi beim Pizzaofen. Hinter ihm die Küche mit dem alten Pizzeria-Schild. ©VOL.AT/Mayer

Schließung Mitte Juni, Neustart im Juli

Der Betrieb in der Schillerstraße läuft noch bis Mitte Juni. "Wir werden Anfang oder Mitte Juni, so bis 14., 15., offen haben", meint der Chef. Danach folgt der Umzug. Die Angestellten werden rund zwei bis drei Wochen in den Urlaub gehen, er werde derweil den finalen Umzug organisieren. Der Neustart ist für Anfang Juli geplant. "Ob es der 1. oder der 2. ist, weiß ich noch nicht genau", erklärt Leonardi.

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Die Vespa beim Eingang ist ein Hingucker. ©VOL.AT/Mayer

"Zum ersten Mal wirklich mein Baby"

Für den 35-Jährigen ist der Wechsel auch persönlich ein Einschnitt. "Es ist halt das erste Mal, dass es wirklich mein Baby ist." Bisher habe er etwas übernommen, das es schon lange gegeben habe, gibt er zu verstehen. Die Übernahme sei keine einfache Phase gewesen. Kurz danach sei Corona gekommen. "Das war nicht ganz hilfreich am Anfang", erinnert er sich. Er habe versucht, zu verbessern und zu erneuern.

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Ein Blick in den hinteren Gastraum samt alten Bildern. ©VOL.AT/Mayer

Neue Einrichtung geplant

Im neuen Gebäude konnte der Gastronom vieles erstmals selbst planen und sich beweisen, wie er zu verstehen gibt. Leonardi will das Lokal mit der gleichen Leidenschaft und dem gleichen Engagement weiterführen. Erst habe er bestehende Möbel und Einrichtung mitnehmen wollen, meint er. Das neue Restaurant bestehe aus drei separaten Sälen. "So kam die Idee: Einen machen wir neu, einen machen wir wie das alte Bella Napoli", verrät er vorab.

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Leonardi mit dem Plan des neuen Lokals. ©VOL.AT/Mayer

Doch dann kam es anders: Er entschied sich für neue Möbel am neuen Standort. Die alten Tische und Stühle könnten im nagelneuen Lokal fehl am Platz wirken, so seine Befürchtung. "Es wird natürlich nicht wie hier", meint Leonardi. "Das ist eher rustikal. Es wird wieder italienisches Flair haben, aber nicht so antik wie hier", meint der Lustenauer. Gäste sollen sich wohlfühlen und an den Süden denken. Auch die Einrichtung der Küche konnte er selbst bestimmen, statt sich in ein bestehendes Lokal einzumieten und sich damit zu organisieren.

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Der Grundriss des neuen Vorarlberger Hofes mit dem Restaurant. ©VOL.AT/Mayer

(VOL.AT)

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