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Bereits Neugeborene zeigen Antibiotika-Resistenzen

Bereits im ersten Stuhl von Neugeborenen fanden Forschende Resistenzgene.
Bereits im ersten Stuhl von Neugeborenen fanden Forschende Resistenzgene. ©Symbolbild: Canva
Schockierende Erkenntnis aus einer Studie: Viele Babys kommen bereits mit Resistenzgenen gegen Antibiotika zur Welt. Forscher schlagen Alarm – und sehen mögliche Ursachen bei Mutter und Klinik.

Schon kurz nach der Geburt könnten viele Babys ein ernstes gesundheitliches Risiko in sich tragen: Resistenzgene gegen Antibiotika. Das zeigt eine aktuelle Studie, die beim ESCMID-Kongress (Europäische Gesellschaft für klinische Mikrobiologie) in München präsentiert wurde.

Resistenzgene bereits im ersten Stuhl nachgewiesen

Ein Forschungsteam der Aristoteles-Universität Thessaloniki untersuchte den ersten Stuhl von 105 Neugeborenen – das sogenannte Mekonium. Dieses wird üblicherweise innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach der Geburt ausgeschieden.

Das Ergebnis fällt deutlich aus: In fast allen Proben fanden die Mediziner Resistenzgene gegen Antibiotika. Besonders häufig traten die Gene "oqxA" (98 Prozent) und "qnrS" (96 Prozent) auf. Beide stehen im Zusammenhang mit Resistenzen gegen gängige Antibiotika.

Zusätzlich wurden Gene entdeckt, die Enzyme produzieren können, welche Antibiotika wie Penicilline unwirksam machen. In 21 Prozent der Fälle fanden sich sogar Gene, die mit Resistenzen gegen sogenannte Carbapeneme verbunden sind – besonders wichtige Breitbandantibiotika.

Im Durchschnitt enthielt jede Probe rund acht unterschiedliche Resistenzgene.

Forscher sprechen von "besorgniserregender" Entwicklung

Studienleiterin Argyro Ftergioti erklärte, dass diese Muster bereits sehr früh im Leben vorhanden seien. Die Kombination aus Vielzahl und klinischer Relevanz der Gene sei aus Sicht des Forschungsteams "besorgniserregend".

Welche konkreten Folgen das für die Gesundheit der Kinder hat, ist noch unklar. Weitere Studien sollen klären, wie sich diese frühen Resistenzgene auf das Mikrobiom – also die Gesamtheit aller Mikroorganismen im Körper – und das spätere Infektionsrisiko auswirken.

Einfluss von Mutter und Krankenhaus vermutet

Die Wissenschafter sehen mehrere mögliche Ursachen. Eine Rolle könnte die Übertragung von der Mutter spielen. Auch die Umgebung im Krankenhaus scheint Einfluss zu haben.

So wurde das Gen "msrA" häufiger bei Babys nachgewiesen, deren Mütter während der Schwangerschaft im Krankenhaus waren. Zudem zeigte sich: Neugeborene mit einem Venenkatheter in den ersten 24 Stunden hatten im Schnitt mehr Resistenzgene.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass bereits sehr frühe medizinische Kontakte die Entwicklung beeinflussen könnten.

(VOL.AT)

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