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Bewegung zur Selbstverständlichkeit machen

Land Vorarlberg präsentiert mit Sportstrategie 2030 neuen Leitfaden für Breiten- und Spitzensport.

Vorarlberg hat sich einen neuen sportpolitischen Kompass gegeben. Mit der "Sportstrategie 2030" sollen Sport und Bewegung stärker im Alltag der Menschen verankert und strukturell abgesichert werden. Präsentiert wurde der Leitfaden von Sportlandesrätin Martina Rüscher (ÖVP) und Sportreferatsleiter Michael Zangerl.

Zahlreiche Vertreter aus Vereinen und Verbänden verfolgten die Präsentation. ©Serra/VN

"Sport wirkt – für Körper, Geist und Gesellschaft. Gerade in Zeiten, in denen Bewegungsmangel und chronische Erkrankungen zunehmen, ist es unsere Aufgabe, die Rahmenbedingungen für einen aktiven Lebensstil weiter zu verbessern", sagt Rüscher.

Die Strategie versteht sich als Fortsetzung des bisherigen Weges: Sie bündelt Bewährtes und definiert acht Schwerpunkte, von der frühen Bewegungsförderung bis zum Spitzensport. Organisation, Kommunikation und Finanzierung sind ebenso Teil des Konzepts wie die Nachwuchsarbeit. Ziel ist es, Vorarlberg als "chancenreichsten Lebensraum für Kinder und Jugendliche" weiterzuentwickeln. Unter dem Leitmotiv "L(i)ebe deinen Sport!" will das Land Begeisterung, Lebensqualität und Leistungsentwicklung gleichermaßen in den Mittelpunkt rücken.

"L(i)ebe deinen Sport!" – unter diesem Motto wurde die neue Sportstrategie 2030 vorgestellt. ©Serra/VN

Im Austausch mit Vereinen und Experten

Erarbeitet wurde das Programm in einem mehrstufigen Verfahren. 20 Workshops, 14 Expertengespräche und fünf Umfragen mit mehr als 1.500 Beteiligten begleiteten den Prozess. Vereine, Fachverbände, Bildungseinrichtungen und Gemeinden waren eingebunden. "Die Sportstrategie 2030 ist das Ergebnis eines breiten Dialogs. Der partnerschaftliche Austausch war entscheidend, um die Bedürfnisse des Sports in Vorarlberg umfassend abzubilden", erklärt Zangerl.

Präsentierten den sportpolitischen Fahrplan bis 2030: Sportlandesrätin Martina Rüscher (rechts) und Sportreferatsleiter Michael Zangerl (links) ©Serra/VN

Ausgangspunkt sind auch klare Zahlen: 64 Prozent der Vorarlberger Bevölkerung leben laut aktuellem Gesundheitsbericht mit mindestens einer chronischen Erkrankung. Bei Kindern zeigt sich ein ähnliches Bild: Nur elf Prozent erfüllen die Empfehlung, sich täglich mindestens eine Stunde zu bewegen.

Von der Breite bis zur Spitze

Auch deshalb liegt der Fokus auf den Jüngsten. Programme wie die "Tägliche Bewegungseinheit" werden fortgeführt und ausgebaut. Derzeit werden rund 600 zusätzliche Bewegungsstunden pro Woche in 130 Schulen und Kindergärten angeboten, mehr als 50 Bewegungscoaches sind im Einsatz.

Der Dialog mit Vereinen und Verbänden stand im Mittelpunkt. ©Serra/VN

975 Vereine, 54 Fachverbände und drei Dachverbände bilden das Fundament des organisierten Sports. Knapp 100.000 Mitglieder sind erfasst, rund 4.500 Trainerinnen und Trainer absolvieren jährlich mehr als 220.000 Trainingseinheiten. Damit liegt Vorarlberg im österreichweiten Vergleich an der Spitze. Auch im Spitzensport kann sich die Bilanz der letzten fünf Jahre sehen lassen: 16 Olympiamedaillen in fünf Jahren, sieben davon in Gold, sprechen eine deutliche Sprache.

Im Nachwuchsleistungssport wurden in den vergangenen fünf Jahren mehr als 450 Athletinnen und Athleten im Nachwuchskompetenzzentrum betreut. Künftig soll der Übergang zwischen Schule, Nachwuchs- und Spitzensport enger verzahnt werden. Dabei spielen auch das Olympiazentrum, das Sportgymnasium und die Sportmittelschulen weiterhin eine entscheidende Rolle. Neben der sportlichen Entwicklung sollen auch die mentale Gesundheit sowie die Unterstützung für eine Karriere nach dem Sport stärker berücksichtigt werden.

Umsetzung bis 2030

25 Projekte sollen die Strategie konkretisieren, von der Qualitätsoffensive in der Traineraus- und Weiterbildung über sichere Strukturen im Sport bis zur Digitalisierung von Sport- und Verwaltungsstrukturen. Wie die einzelnen Projekte im Detail ausgestaltet werden, ist derzeit allerdings noch offen. Vereine und Verbände erhoffen sich diesbezüglich in den kommenden Wochen mehr Klarheit. Die Umsetzung ist bis 2030 vorgesehen.

(VOL.AT)

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