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Blackout durch Sonnensturm? Österreich entwickelt neues Frühwarnsystem

Sonnenstürme lösen atemberaubende Polarlichter aus, sind aber auch gefährlich für Stromnetzte und Sattelitenkommunikation.
Sonnenstürme lösen atemberaubende Polarlichter aus, sind aber auch gefährlich für Stromnetzte und Sattelitenkommunikation. ©ABD0065_20260121 - PETERSDORF - DEUTSCHLAND: dpatopbilder - 20.01.2026, Brandenburg, Petersdorf: Polarlichter leuchten am Nachthimmel Ÿber der Landschaft im šstlichen Brandenburg. Dieses Nordlicht (Aurora borealis) wurden durch eine Wolke elektrisch geladener Teilchen eines Sonnensturms in der ErdatmosphŠre erzeugt. Foto: Patrick Pleul/dpa +++ dpa-Bildfunk +++. - FOTO: APA/dpa/Patrick Pleul
Sonnenstürme können Stromausfälle und GPS-Störungen auslösen. Ein neues Projekt der GeoSphere Austria soll jetzt frühzeitig warnen – und kritische Infrastruktur besser schützen. Was dahintersteckt.

Sonnenstürme: Unsichtbare Gefahr für Strom und Navigation

Sonnenstürme gelten als seltene, aber potenziell gefährliche Naturereignisse. Sie können nicht nur spektakuläre Polarlichter verursachen, sondern im Extremfall auch Stromnetze lahmlegen oder Navigationssysteme stören.

Genau hier setzt ein neues Projekt der GeoSphere Austria an: Mit dem "Space Weather Alert System" soll künftig ein Frühwarnsystem entwickelt werden, das Energieversorger und Positionierungsdienste rechtzeitig informiert.

Gefördert wird das Vorhaben von der Europäischen Weltraumorganisation ESA im Rahmen der Programme "Applications and Space Solutions" (BASS) sowie "Space Safety" (S2P).

Ziel: Frühwarnungen für kritische Infrastruktur

Zwischen Jänner 2026 und Jänner 2027 wird im Rahmen einer Machbarkeitsstudie untersucht, wie sich Sonnensturm-Daten wirtschaftlich und technisch nutzbar machen lassen.

Im Fokus steht dabei die Frage, wie Vorhersagen konkret eingesetzt werden können, um Schäden zu vermeiden. Laut Projektleiterin Veronika Haberle soll geklärt werden, welche Daten Energieversorger und Navigationsdienste tatsächlich benötigen, um Infrastruktur und Bevölkerung effektiv zu schützen.

Ziel ist eine konkrete Roadmap für ein künftig einsatzfähiges Warnsystem.

Gefahr für Stromnetze: Beispiel Kanada

Für Energieversorger stellen Sonnenstürme ein reales Risiko dar. Durch Veränderungen im Erdmagnetfeld können sogenannte induzierte Ströme entstehen, die Stromnetze beschädigen.

Ein bekanntes Beispiel ist der Stromausfall in Quebec (Kanada) im Jahr 1989: Rund sechs Millionen Menschen waren damals für etwa neun Stunden ohne Strom.

Das geplante Warnsystem soll hier künftig frühzeitig reagieren können.

So funktionieren die Warnungen

Die Vorhersagen erfolgen in mehreren Stufen:

Frühwarnung (bis zu drei Tage vorher):
Modelle berechnen mögliche Ankunftszeiten eines Sonnensturms. Ob und wie stark die Erde betroffen ist, bleibt zunächst unklar.

Konkrete Warnung (30–60 Minuten vorher):
Sobald ein Sonnensturm einen Messsatelliten erreicht, kann die GeoSphere Austria erste Auswirkungen abschätzen.

Echtzeit-Analyse:
Beim Eintreffen auf der Erde misst das Conrad Observatorium Veränderungen im Magnetfeld und bewertet die tatsächlichen Folgen.

Diese Kombination aus Prognose und Live-Daten soll künftig automatisierte Schutzmaßnahmen ermöglichen.

GPS und Navigation ebenfalls betroffen

Nicht nur Stromnetze sind gefährdet: Auch globale Navigationssysteme (GNSS) können durch Sonnenstürme massiv gestört werden.

Das betrifft unter anderem:

  • Navigation im Verkehr
  • Vermessungstechnik
  • Zeit- und Positionsdaten

Schon die Information über mögliche Störungen kann entscheidend sein – etwa um Messungen zu verschieben oder Ergebnisse später korrekt einzuordnen.

Österreich baut Space-Weather-Kompetenz aus

Bereits im Jahr 2025 wurde das österreichische Space Weather Portal veröffentlicht. Dort sind aktuelle Daten und Informationen öffentlich zugänglich.

Das neue Projekt baut auf diesen Strukturen auf und soll den nächsten Schritt ermöglichen: den Übergang von Forschung zu konkreten Anwendungen für Wirtschaft und Infrastruktur.

(VOL.AT)

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