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Brauereien unter Druck: Bier verliert, Limo gewinnt

Brauereien unter Druck: Limo fast stärker als Bier.
Brauereien unter Druck: Limo fast stärker als Bier. ©Canva
Der Getränkemarkt ist im Umbruch: Klassisches Bier verkauft sich schlechter, besonders Dosenbier. Alkoholfreies Bier legt stark zu.

Der Durst der Vorarlberger hat sich verändert. Was früher selbstverständlich war – das Feierabendbier, die Kiste für die Grillparty, die Dose für unterwegs – verliert an Bedeutung. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Der Bierabsatz ist rückläufig. Und das spüren auch Vorarlbergs Brauereien. Darüber berichtet der ORF.

Weniger Bier, mehr Zurückhaltung

Das Interesse am klassischen Bier geht generell zurück, sagt Kurt Michelini, Geschäftsführer der Brauerei Frastanzer, gegenüber dem ORF. Allein im vergangenen Jahr sei das Gesamtvolumen beim Bier in Österreich um fünf bis sechs Prozent gesunken.

Die Gründe sind vielfältig. Immer mehr Menschen – auch Jüngere – verzichten bewusst auf Alkohol. Gesundheitsbewusstsein spielt eine größere Rolle als noch vor einigen Jahren. Dazu kommt: weniger Wirtshausbesuche, weniger Großveranstaltungen. Und nicht zuletzt die Teuerung, die viele Konsumenten sparsamer werden lässt.

Besonders hart trifft es das Dosenbier. Laut Michelini ist der Absatz österreichweit um rund ein Viertel eingebrochen. Hauptgrund sei das neue Dosenpfand. "Ich muss die Dose, damit ich die 25 Cent wieder zurückkriege, entsprechend behandeln, ich darf sie nicht zerdrücken. Ich muss sie irgendwo hinbringen – das ist alles mit Aufwand verbunden. Das haben doch viele gescheut und haben entweder etwas anderes getrunken oder tatsächlich verzichtet", sagte Michelini dem ORF.

Alkoholfreies Bier im Höhenflug

Während das klassische Bier schwächelt, erlebt alkoholfreies Bier einen bemerkenswerten Aufschwung. In der Brauerei Frastanz entfielen im Jänner und Februar fast sieben Prozent des Absatzes auf alkoholfreies Bier – eine Verdoppelung im Vergleich zum Vorjahr.

Auch die Dornbirner Mohrenbrauerei reagiert auf den Trend. Seit Dezember führt sie ein eigenes alkoholfreies Bier im Sortiment. Für die Brauereien ist klar: Wer bestehen will, muss sich anpassen.

Thomas Pachole, Geschäftsführer der Mohrenbrauerei, beschreibt die Lage gegenüber dem ORF so: "Wein ist stark rückläufig, Wasser ist stark rückläufig, Eistee ist stark rückläufig. Es sind fast alle Produktkategorien, die verloren haben." Relativ konstant bleibe lediglich der Bereich der Energydrinks.

Der Markt ist also nicht nur im Biersegment in Bewegung – er verschiebt sich insgesamt.

Limonade fast auf Augenhöhe mit Bier

Ein strategischer Schritt war für die Vorarlberger Brauereien der Einstieg ins Limonadengeschäft. Seit sechs Jahren setzen die Mohrenbrauerei und die Brauerei Frastanz gemeinsam auf die Marke "Vo Üs". Der Großteil der Produktion erfolgt in Frastanz.

Heute zeigt sich, wie wichtig diese Entscheidung war. "Inzwischen produzieren wir fast mehr Limonade als Bier", sagt Michelini laut ORF. Im Flaschenbereich sei es "fast fifty-fifty". "Da sind wir sehr, sehr happy. Also ich möchte gar nicht darüber nachdenken, was es bedeuten würde, wenn wir das nicht hätten", wird Michelini zitiert.

Eine Ausnahme aus dem Bregenzerwald

Ganz gegen den Trend entwickelte sich zuletzt die Brauerei Egg. Geschäftsführer Lukas Dorner berichtete laut ORF bereits im September, dass man 2025 deutlich mehr Hektoliter Bier verkauft habe als im Vergleichszeitraum 2024.

Zwar lasse die Nachfrage in Gasthäusern auch dort nach, doch der Handel sei ein wichtiger Abnehmer geblieben. Ein Beleg dafür, dass regionale Markenbindung und stabile Vertriebskanäle in unsicheren Zeiten entscheidend sein können.

(VOL.AT)

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