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Bregenz Hafen wird fit für längere Züge

Mehr Platz für 4.100 Fahrgäste täglich am Hafen Bregenz.
Mehr Platz für 4.100 Fahrgäste täglich am Hafen Bregenz. ©ÖBB/Fritscher
Stadt Bregenz, Land Vorarlberg und ÖBB haben eine Planungsvereinbarung für den Ausbau der Haltestelle Bregenz Hafen unterzeichnet. Rund 4.100 Fahrgäste täglich und etwa 130 Züge machen sie zu einem der wichtigsten Bahnknoten im Land. Die Inbetriebnahme ist für 2032 vorgesehen.

Mit rund 4.100 Ein- und Aussteigerinnen und Aussteigern pro Tag zählt Bregenz Hafen zu den zehn meistgenutzten Bahnhaltestellen Vorarlbergs. Täglich halten hier rund 130 Züge – für viele Pendlerinnen und Pendler im Rheintal und Walgau ist die Station Start- oder Zielpunkt ihrer Reise.

Gleichzeitig ist Bregenz Hafen im Rheintal die letzte Haltestelle, deren Bahnsteige noch nicht auf längere Zuggarnituren ausgelegt sind. Um dem stetig wachsenden Fahrgastaufkommen gerecht zu werden, setzen die ÖBB auf längere Züge und gekuppelte Garnituren mit deutlich mehr Platz. Die modernen Doppelgarnituren des Typs Desiro ML sind seit 2023 fixer Bestandteil des Nahverkehrs in Vorarlberg.

Bregenz Hafen wird bis 2032 modernisiert: 220 Meter lange Bahnsteige, neue Unterführung und mehr Kapazität für täglich 4.100 Fahrgäste. ©ÖBB/Fritscher

Vereinbarung schafft klare Grundlage

Als Antwort auf die hohe Auslastung haben die Stadt Bregenz, das Land Vorarlberg und die ÖBB-Infrastruktur AG nun eine Grundsatz- und Planungsvereinbarung unterzeichnet. Darin werden Zuständigkeiten geklärt und die Finanzierung der nächsten Schritte geregelt. Für die Planungsleistungen sind rund 1,2 Millionen Euro netto vorgesehen. Die Inbetriebnahme des umgebauten Standorts ist derzeit für 2032 geplant.

Der Einigung ging ein intensiver Variantenvergleich voraus. In enger Abstimmung wurde eine von der ÖBB-Infrastruktur AG weiterentwickelte Alternativlösung ausgearbeitet, die von allen Projektpartnern als zweckmäßig bewertet wurde.

Diese Variante vereint betriebliche Notwendigkeiten des Bahnverkehrs mit städtebaulichen Überlegungen. Zudem kommt sie mit vergleichsweise geringen Eingriffen in die bestehende Infrastruktur aus – etwa im Bereich der Zufahrt zum Schiffshafen und bei der Liegewiese am See, der sogenannten "Pipeline".

Der Bahnsteig wird auf 220 Meter verlängert, die bestehende Eisenbahnkreuzung durch eine barrierefreie Fuß- und Radwegunterführung mit Aufzügen ersetzt sowie eine neue Bike+Ride-Anlage errichtet. ©ÖBB/Fritscher

220 Meter Bahnsteig und neue Unterführung

Konkret sollen Bahnsteig und Wendegleis sowohl Richtung Norden als auch in Richtung Bahnhof Bregenz verlängert werden. Damit entsteht eine durchgehende Bahnsteiglänge von 220 Metern – Voraussetzung für den Einsatz längerer Züge.

Im Zuge der Bauarbeiten wird die bestehende Eisenbahnkreuzung, die derzeit als Zugang zum Bahnsteig dient, aufgelassen. Stattdessen ist eine neue Fuß- und Radwegunterführung vorgesehen. Sie soll einen barrierefreien Zugang ermöglichen. Geplant sind zudem Liftanlagen, die Menschen mit eingeschränkter Mobilität, Fahrgästen mit Kinderwagen oder Gepäck sowie Radfahrerinnen und Radfahrern den Weg erleichtern.

Ein weiterer Effekt: Die bisherige Gefahrenstelle an der Kreuzung mit dem Bodenseeradweg soll dauerhaft entschärft werden. Zusätzlich ist im nördlichen Bereich der Haltestelle eine Bike+Ride-Anlage mit weiterem barrierefreiem Zugang zum Bahnsteig geplant.

Neue Unterführung soll mehr Sicherheit am Hafen bringen. ©ÖBB/Fritscher

"Starkes Zeichen für nachhaltige Mobilität"

ÖBB-Infrastruktur-Vorständin Judith Engel betont: "Die Vorarlbergerinnen und Vorarlberger zählen österreichweit zu den fleißigsten Öffi-Nutzerinnen und -Nutzern, und das mit großem Erfolg. Mit dem Projekt Bregenz Hafen setzen Stadt, Land und ÖBB gemeinsam ein starkes Zeichen für die nachhaltige Weiterentwicklung der Mobilität in der Landeshauptstadt. Wir schaffen damit nicht nur mehr Kapazität und Komfort, sondern machen den Umstieg auf Bahn und Bus noch attraktiver."

Bürgermeister Michael Ritsch

Bürgermeister Michael Ritsch sieht in der Einigung eine tragfähige Lösung: "Ich freue mich über die gemeinsame, zukunftsfähige Lösung von Stadt, Land und ÖBB für die Haltestelle Bregenz Hafen, eine der meistgenutzten Bahnhaltestellen in Vorarlberg. Besonders wichtig war uns, dass die gewählte Variante mit minimalen Eingriffen in die bestehende Infrastruktur sowie in den sensiblen Bereich der Pipeline umgesetzt werden kann. Die neue, moderne Fuß- und Radwegunterführung trägt wesentlich zur nachhaltigen Entschärfung der Situation für Fußgänger:innen und Radfahrende im Hafenbereich bei. Insgesamt stärkt diese Lösung den öffentlichen Verkehr und erhöht die Aufenthaltsqualität in diesem Bereich spürbar."

Michael Ritsch ©VN/Paulitsch

Landeshauptmann Markus Wallner

Landeshauptmann Markus Wallner erklärt: "Mit dem Projekt Bregenz Hafen setzen wir ein weiteres klares Zeichen für attraktiven öffentlichen Verkehr im Land. Jeder Schritt hin zu mehr Kapazität, Barrierefreiheit und Sicherheit stärkt den öffentlichen Verkehr und macht ihn für die Menschen im ganzen Land und für TouristInnen attraktiver. Der Schulterschluss zwischen Stadt, Land und ÖBB zeigt, wie gemeinsam Zukunftsmobilität gestaltet werden kann – konkret, vorausschauend und im Sinne der Fahrgäste."

Markus Wallner ©NEUE/Hartinger

Landesstatthalter Christof Bitschi

Auch Landesstatthalter Christof Bitschi unterstreicht die Bedeutung des Projekts: "Gemeinsam mit der Stadt Bregenz und der ÖBB-Infrastruktur AG modernisieren wir die Bahnhaltestelle Bregenz Hafen und passen sie an die Anforderungen für ein attraktives Bahnangebot mit modernen Nahverkehrsgarnituren an. Durch die Verlängerung der Bahnsteige und des Wendegleises werden die Voraussetzungen zur Erhöhung der Kapazität geschaffen. Eine neue Fuß- und Radwegunterführung stärkt die Verbindung von Stadt, See und Bahnhaltestelle und bringt mehr Sicherheit. Insgesamt eine vernünftige Lösung mit Hausverstand."

Christof Bitschi ©VN/Steurer

(VOL.AT)

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