Wenn Jürgen Buelacher Ende März die Türen seines Büros ein letztes Mal hinter sich schließt, geht eine Ära zu Ende. Seit Oktober 2009 hat er das Brockenhaus Leiblachtal geprägt – leise, verlässlich und mit klarem Fokus: soziale Verantwortung, gelebte Inklusion und nachhaltiges Wirtschaften.
Was unter seiner Führung gewachsen ist, ist weit mehr als ein Secondhand-Laden. Das Brockenhaus gilt heute als feste Größe in der Region, eine Fundgrube mit Charakter. Zwischen Geschirr, Büchern, Dekoration, Kleinmöbeln und manch unerwarteter Rarität wird gestöbert, entdeckt und weitergegeben.
Mehr als nur ein Geschäft
Ein zentraler Bestandteil des Erfolgs ist das Miteinander. Das angeschlossene Café hat sich als Treffpunkt etabliert – bei Kaffee und Kuchen, bei Lesungen, Ausstellungen oder Sprachencafés. Hier begegnen sich Menschen unterschiedlichster Hintergründe.
Gleichzeitig erfüllt das Brockenhaus eine wichtige soziale Aufgabe: Es schafft inklusive Arbeits- und Ausbildungsplätze für Menschen mit Beeinträchtigungen. Gemeinsam mit Mitarbeitenden der Lebenshilfe, Zivildienstleistenden, Praktikantinnen und Praktikanten sowie Ehrenamtlichen entstehen Teams, die weit über den Betrieb hinaus wirken, oft auch als Sprungbrett in den regulären Arbeitsmarkt.
Nachhaltigkeit als gelebte Praxis
Das Prinzip ist einfach und wirkungsvoll: Spenden statt wegwerfen. Von Alltagsgegenständen bis zu liebgewonnenen Einzelstücken wird alles aufbereitet und weitergegeben. Das schont Ressourcen und unterstützt gleichzeitig soziale Initiativen in der Region.
Das Brockenhaus Leiblachtal ist Teil der von der Lebenshilfe Vorarlberg betriebenen Einrichtungen, die seit 2002 genau diesen Ansatz verfolgen: Nachhaltigkeit mit sozialem Mehrwert verbinden.
Dank und Blick nach vorne
Lochaus Bürgermeister Frank Matt würdigt Buelachers Wirken: „Jürgen Buelacher hat das Brockenhaus Leiblachtal über viele Jahre geprägt und mit seiner ruhigen Art, seiner Verlässlichkeit und seinem Einsatz zu einer Einrichtung gemacht, die für Lochau und die ganze Region von großer Bedeutung ist. Für seinen Einsatz möchten wir herzlich Danke sagen.“
Gleichzeitig richtet sich der Blick nach vorne. Mit Bettina Siller übernimmt eine Nachfolgerin, die für Kontinuität und Weiterentwicklung steht. „Ich wünsche Bettina Siller für ihre neue Aufgabe viel Erfolg, gutes Gelingen und Freude an der Weiterentwicklung dieses wichtigen sozialen Projekts“, so Matt.
Siller übernimmt ein Haus mit klarer Haltung und mit einer Aufgabe, die aktueller kaum sein könnte: Räume schaffen, in denen Nachhaltigkeit, Teilhabe und Begegnung selbstverständlich sind.
(VOL.AT)