Camping-Boom in Vorarlberg: Mehr Nächtigungen und neue Regeln
Camping-Boom in Vorarlberg
Camping in Vorarlberg boomt. Im vergangenen Jahr zählten die 43 Campingplätze des Landes insgesamt 450.620 Nächtigungen, was einem Anstieg von über vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Österreichweit wurden 8,8 Millionen Übernachtungen in der Campingbranche verzeichnet.
Veränderte Gästewünsche
Der Branchensprecher der Campingbetreiber in Vorarlberg, Thomas Walch von Walch’s Camping & Landhaus, beobachtet eine Verschiebung der Gästewünsche hin zum "Glamping". Die Camper suchen die Freiheit des Campingplatzes, möchten aber auf den Komfort eines Hotelzimmers nicht verzichten. Dies erfordert eine verstärkte Bereitstellung von Mobilheimen und Bungalows.
Gesetzesänderung erleichtert Ausbau
Bisher war der Bau von Mobilheimen und Bungalows auf Campingplätzen auf maximal 30 Prozent der Standplätze beschränkt. Mit der geplanten Gesetzesänderung wird dieser Anteil auf 50 Prozent angehoben. Zudem sollen die Mobilheime und Bungalows größer werden dürfen, von bisher maximal 50 auf künftig 60 Quadratmeter.
Gebäudeteile, die höher als 0,75 Meter sind, werden in diese Flächenberechnung einbezogen.
Erleichterungen für Dauercamper
Erleichterungen für Dauercamper: Auch für Dauercamper sind Änderungen vorgesehen. Ein Campingplatz kann zukünftig bis zu 80 Prozent aus Dauerstandplätzen bestehen, sofern die Gemeindevertretung dies beschließt.
Professionelle Weiterarbeit und politische Kooperation
Professionelle Weiterarbeit und politische Kooperation: Diese Anpassungen wurden von den Campingbetreibern schon länger gefordert. Die Umsetzung ermöglicht es den Betreibern, professionell weiterzuarbeiten.
Walch hebt die enge Kooperation auf politischer Ebene hervor, bei der den Anliegen der Branche Gehör geschenkt wurde. Forderung nach einheitlichem Campingverbot: Ein Punkt, der laut Walch noch fehlt, ist ein landesweites Campingverbot außerhalb von ausgewiesenen Campingplätzen, ähnlich dem Vorbild Tirols. In Vorarlberg liegt die Entscheidung über solche Verbote bei den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern sowie den Gemeindevertretungen.
Fairness und Regulierung
Walch argumentiert, dass einheitliche Regelungen fair wären, da Campingbetreiber Kommunalabgaben und Ortstaxen entrichten, Arbeitsplätze schaffen und Hygienestandards einhalten. Wildcamper hingegen könnten Kosten durch Müll oder unsachgemäße Entsorgung verursachen, was eine Regulierung notwendig mache. Zeitgemäße Begrifflichkeiten: Eine semantische Anpassung wünscht sich Walch bei der Gesetzgebung bezüglich der Begrifflichkeiten.
Statt nur von Wohnwagen zu sprechen, schlägt er den Begriff "mobile Unterkünfte" vor, um die Vielfalt der heute genutzten Fahrzeuge wie Wohnmobile, Campingbusse oder Autos mit Dachzelten abzudecken. Positive Entwicklung trotz offener Punkte: Der Gesetzesentwurf wird insgesamt als Schritt in die richtige Richtung bewertet. Bezüglich des Campingverbots hofft Walch weiterhin auf eine Lösung, auch wenn die politische Haltung dazu noch uneinheitlich ist.
(VOL.AT)