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Capri geht gegen aufdringliches Ansprechen von Touristen vor

Der Himmel über der kleinen Insel Capri färbt sich bei Sonnenaufgang rosa.
Der Himmel über der kleinen Insel Capri färbt sich bei Sonnenaufgang rosa. ©APA/AFP/TIZIANA FABI
Sonne, Meer – und künftig wohl deutlich weniger aufdringliche Touristenfänger: Auf der bei Urlauberinnen und Urlaubern beliebten italienischen Mittelmeerinsel Capri geht die Kommune jetzt mit einem harten Kurs gegen das Ansprechen von Touristinnen und Touristen auf offener Straße vor.

Strafen bis zu 500 Euro vorgesehen

Wer Urlauberinnen und Urlauber künftig ungefragt in Restaurants locken oder ihnen Bootstouren und Ausflüge aufschwatzen will, muss bezahlen. Einer neuen Verordnung zufolge drohen Geldstrafen zwischen 25 und 500 Euro. Mit der Verordnung will Capri dem wachsenden Problem des Massentourismus begegnen – und vor allem dem Ärger vieler Inselbesucherinnen und Inselbesucher über hartnäckige Anbieterinnen und Anbieter.

"Gewerbetreibenden, Inhabern von Agenturen für touristische Dienstleistungen sowie deren Mitarbeitenden ist es strikt untersagt, Kundinnen und Kunden durch aufdringliche und hartnäckige Methoden auf öffentlichem oder öffentlich genutztem Grund anzuwerben", heißt es dort.

Sonnenaufgang über Capri. ©APA/AFP/TIZIANA FABI

Capri zieht Besucherinnen und Besucher aus aller Welt an

Capri zählt zu den bekanntesten und meistbesuchten Urlaubszielen Italiens. Das Eiland im Golf von Neapel ist berühmt für seine Villen und die durch Buchten zerklüftete Felsenküste. Besonders im Hauptort gibt es viele Luxushotels. Auf Capri leben rund 13.000 Menschen, im Sommer kommen täglich Zehntausende Tagesgäste.

Zur Begründung verweist die Kommune auf die enormen Besucherströme, die sich täglich durch das historische Zentrum und das Hafengebiet bewegen. Erklärtes Ziel der Maßnahme ist es, ein "gepflegtes Erscheinungsbild sowie einen reibungslosen Fußgänger- und Autoverkehr zu gewährleisten".

Gemeinde am Gardasee machte den Anfang

In vielen italienischen Touristenzentren ist aufdringliches Werben für Gastronomie oder andere Dienstleistungen ein alltägliches Problem, Urlauberinnen und Urlauber empfinden dies oft als störend.

Der Urlaubsort Torri del Benaco am Gardasee führte vergangenen Sommer schon eine ähnliche Maßnahme ein. Dort ist es seitdem Servicemitarbeitenden verboten, Touristinnen und Touristen aktiv und aufdringlich sowie mit Flyern in ihre Restaurants und Bars zu locken.

(dpa)

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