"Da gumpige Donnerschtag, der isch hüt" – Harder Narren erbeuten 14 Braten
"Da gumpige Donnerschtag, der isch hüt, drum neamama da Brota mit. A Schnäpsle neamama o, HI HA HO." So startet der Faschingstag, an dem in Hard traditionell "Brota gstohla" wird.
Video: VOL.AT auf Braten-Jagd
Seit acht Uhr morgens auf Tour
Obfrau Petra Gebhard von den Hardar Wealloruschar ist seit dem frühen Morgen unterwegs. "Wir sind seit 8.15 Uhr unterwegs und haben schon fünf Stationen hinter uns, wo wir Braten gestohlen haben", sagt sie.
Gemeinsam unterwegs sind mehrere Gruppen: "Es sind die Mufängar dabei, es sind die Schlösslefeagar dabei, es sind wir Wealloruschar dabei." Genau dieses Miteinander mache für sie den Reiz aus. Das Bratenstehlen sei eine Tradition, "die verbinden soll".
Wie man dabei möglichst unauffällig vorgeht, bleibt Berufsgeheimnis. "Da sind wir Profis und das kann ich natürlich nicht verraten." Nur so viel: Während vorne musiziert und gefeiert wird, sind andere längst auf Beutezug.
Warum der Aufwand? "Traditionen von früher sollen weiterleben", betont Gebhard. Das "Brota steahla" verbinde und bringe die Bevölkerung zusammen – spätestens beim gemeinsamen Mittagessen im Rathaus.
Bestohlener Wirt muss improvisieren
Für einen betroffenen Wirt kam der Besuch weniger gelegen. Mehrere Braten wurden "entführt". "Jetzt müssen wir ganz schnell schauen, ob wir eine Alternative finden für die Menüesser am Mittag", sagt Herbert Lässer vom Gasthaus Käth'r. Der Betrieb sei voll, der Braten weg. Viel mehr als Improvisation bleibt da nicht.
Wenig Alkohol für die Lauteracher Schalmeien
Musikalisch begleitet wird der Tag unter anderem von den Lauteracher Schalmeien. Maximilian Karg ist seit früh morgens im Einsatz. Die Frage nach dem Alkoholkonsum kontert er pragmatisch: "Wichtig ist, dass du dazwischen immer Wasser trinkst."
Der letzte Auftritt sei um 10 Uhr abends, bis dahin müsse "die Zunge ziemlich gut im Griff" sein. Die Veranstaltungen würden Leistung erwarten – "ohne das würde es nicht gehen".
14 Braten und ein Taste-Test vom Bürgermeister
Im Rathaus sammelt sich schließlich die Beute: "Wir haben über 14 verschiedene Braten, breite Auswahl", sagt Bürgermeister Martin Staudinger, der den gesamten Vormittag mit auf Braten-Suche war. Auch er kostet die gestohlene Ausbeute – sein Urteil: "Ausgezeichnet."
(VOL.AT)