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Damit am Ende gejubelt werden kann

©Steurer
Wie Alois "Luis" Bitschnau den Weltcup im Montafon am Laufen hält.

Wenn frühmorgens die ersten Gondeln Richtung Grasjoch fahren, sitzt Alois "Luis" Bitschnau meist schon mit einer Liste im Büro. Helfereinteilung, Aufgabenverteilung und Verpflegung. Während draußen die Strecke für den Snowboardcross- und Skicross-Weltcup präpariert wird, sorgt er dafür, dass im Hintergrund alles funktioniert. "Wenn etwas nicht klappt, weiß jeder, wo er anrufen kann", sagt der 71-Jährige und lacht. "Ich bin sozusagen das Mädchen für alles."

Die Ausweise für das Helferteam gehen durch seine Hände. ©Steurer

Planen, einteilen, improvisieren

Bitschnau lebt in St. Gallenkirch, ist Pensionist. Früher war er Lehrer, später Mittelschuldirektor. Strukturiert, ruhig, lösungsorientiert – so könnte man ihn beschreiben. Seit der ersten Austragung 2012/13 ist er beim Weltcup im Montafon in unterschiedlichsten Funktionen dabei. Angefangen hat alles als Sektionsleiter. Damals war er für einen Abschnitt der Strecke verantwortlich, koordinierte per Funk, kontrollierte Positionen und Abläufe. "Du musst schauen, dass alle wissen, was sie zu tun haben und dass es sicher abläuft."

Seit der ersten Austragung in der Saison 2012/13 ist Alois Bitschnau Teil des Weltcups im Montafon. ©Steurer

Später war er mehrere Jahre Chef aller Sektionen, mittlerweile ist er gemeinsam mit Christine Riegler und Rennleiter Benedikt Erhard organisatorisch im Einsatz. Seine Hauptaufgabe: genügend freiwillige Helfer zu finden und sie einzuteilen. Wochen vor dem Event verschickt er Listen an die Wintersportvereine des Tales. "Wir gehen so lange auf die Vereine zu, bis wir für alle Tage genug Leute haben."

Bis zur WM 2027 will er weitermachen, aus Leidenschaft für den Weltcup. ©Steurer

Zwölf Tage dauert der Einsatz am Berg, vom Aufbau über die Rennwoche bis zum Abbau. Aktuell sind 145 Helfer gemeldet, dazu kommen 116 Schüler aus der Region, die als Rutscher unterstützen. Täglich wird neu geplant: Wer besetzt welchen Funk? Wer steht in welcher Sektion? Wer bekommt welches Trikot? "Bisher ist noch keines verloren gegangen", sagt Bitschnau schmunzelnd.

Früher Start, langer Tag

Ein typischer Tag beginnt für ihn um 7.20 Uhr mit der Auffahrt aufs Grasjoch. Ob alle Helfer da sind, ob jemand kurzfristig ausfällt, ob genug Lebensmittel bestellt wurden – Bitschnau behält den Überblick. Fehlt jemand, muss Ersatz organisiert werden. "Das sind oft die stressigsten Momente." Wenn alle auf der Strecke sind, wird es im Büro etwas ruhiger.

Torrichter, Rutscher, Streckenposten: Für jede Aufgabe braucht es die richtige Einteilung. ©Steurer

Dann geht es an die Planung für den nächsten Tag. Gegen 16.30 Uhr fährt er meist wieder ins Tal. Dass nicht immer alles nach Plan läuft, gehört dazu: die fieberhafte Suche nach Helfern, kurzfristige Ausfälle, Wetterkapriolen. "Aber bisher haben wir es immer gut hinbekommen." Er bleibe ruhig, sagt er. "Mich haut so schnell nichts um."

"Eine riesige Gaude"

Zum Weltcup kam er über die Freundschaft mit der Familie Schairer. Er selbst stand früher auf dem Snowboard, war oft mit ihnen unterwegs. "Mit Markus verbindet mich eine lange Freundschaft. Wir haben viele Stunden gemeinsam am Berg verbracht." Aus der Nähe zum Sport wurde eine Aufgabe. Und aus der Aufgabe Leidenschaft. "Mir geht es gut damit. Die Leute sind hilfsbereit, wir sind ein super Team und unterstützen uns gegenseitig."

Über Markus Schairer fand Alois Bitschnau den Weg zum Weltcup im Montafon. ©Steurer

Für ihn ist der Weltcup mehr als Organisation. Es sind die Momente am Ende eines Rennwochenendes, wenn ein Montafoner ganz vorne steht. Dann "war die Stimmung immer auf einem Hoch, eine riesige Gaude". Vielleicht, hofft er, gebe es auch heuer wieder Grund zum Jubeln.

Für Bitschnau ist klar: Bis zur Weltmeisterschaft 2027 will er weitermachen. Danach werde man sehen. Er weiß: Ohne die vielen Freiwilligen würde am Grasjoch kein Startgate aufgehen. Und was bedeutet der Weltcup für ihn in einem Satz? Bitschnau überlegt kurz. Dann sagt er: "Wenn alle zusammenhelfen und am Ende alles aufgeht, dann weißt du, warum du das machst."

(VOL.AT)

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