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Das Ländle im Herzen unter der zypriotischen Sonne

©APA
Emanuel Sakic, Ex-Kicker von Austria Lustenau und dem SCR Altach, blickt auf prägende Jahre im Ländle zurück und schließt eine Rückkehr nicht aus.

Während es in Vorarlberg Temperaturen um den Gefrierpunkt hat, sitzt Emanuel Sakic in kurzer Hose auf seinem Balkon in Zypern. Der Fußballprofi mit kroatischen Wurzeln spielt aktuell in der 1. zypriotischen Liga bei EN Paralimniou. Und auch wenn die Mittelmeerinsel mit Sonne, Sand und salziger Meeresluft lockt, sein Herz schlägt noch immer ein wenig fürs Ländle.

Emanuel Sakic spielt derzeit für EN Paralimniou auf Zypern. ©Privat

Wechsel ins "Kaff" Vorarlberg

Mit gerade einmal 22 Jahren wagte Sakic einen Schritt, der sein Leben verändern sollte: der Wechsel vom FAC zu Austria Lustenau. "Ich weiß noch genau, als ich ins Ländle wechselte, meinte jeder zu mir, dass mir da sicher total langweilig sein wird und dass ich quasi in ein Kaff wechsle", erinnert er sich. Ein Kaff war es für ihn nie. Im Gegenteil. "Ich habe mich aber von Anfang an sehr wohlgefühlt und mir wurde hier auch nie langweilig."

Insgesamt 94 Mal trug der Rechtsverteidiger das grün-weiße Trikot – eine prägende Zeit, wie er sagt. "Natürlich war das eine große Umstellung für mich, ich war zum ersten Mal weg von zu Hause." Doch die Gastfreundschaft in Lustenau, die Vertrautheit des Vereins, der enge Draht zu den Mitspielern: all das gab dem jungen Wiener Halt. Drei Jahre lang blieb er, ehe der nächste Karriereschritt folgte, nur ein paar Kilometer weiter.

Bei Lustenau gelang ihm der Durchbruch. ©GEPA

Winterkönig mit Altach

Der SCR Altach wurde sein neues sportliches Zuhause. 27 Spiele absolvierte er dort insgesamt. Es war eine Zeit, die ihn sportlich wie menschlich reifen ließ. "Wir sind Winterkönig in der Bundesliga geworden und haben in der Europa-League-Qualifikation gespielt. Diese Zeit hat meine Karriere sicherlich gepusht", sagt Sakic. Auch wenn er sich auf seiner Position mit dem damals gesetzten Andreas Lienhart messen musste, kam er regelmäßig zum Einsatz. Besonders ein Name blieb mit dieser Ära verbunden: Damir Canadi.

Mit dem SCR Altach spielte Sakic auch international, hier gegen KAA Gent. ©GEPA

Auf einen Kaffee mit Damir Canadi

Canadi war es, der Sakic im Sommer 2016 nach Altach holte und auch jener, der ihn im Jänner 2018 zu Atromitos Athen lotste. Ein Schritt, den Sakic bis heute nicht bereut: "Der Wechsel nach Griechenland war für mich die richtige Entscheidung." Die Verbindung zu Canadi hält bis heute. "Er hat ein Haus in Kroatien, ganz in der Nähe von unserem. Da treffen wir uns im Urlaub manchmal auf einen Kaffee."

Damir Canadi (2. v. l.) holte Emanuel Sakic (r.) einst von der Lustenauer Austria zum SCR Altach. ©GEPA

Nach Athen kehrte Sakic kurz nach Österreich zurück, spielte für Sturm Graz, ehe es ihn wieder Richtung Süden zog. Aris Saloniki, Ionikos Nikeas, AE Kifisias – immer wieder Griechenland. Auch ein Abstecher nach Bulgarien zu ZSKA Sofia war dabei. Heute, mit 34 Jahren, ist er bei EN Paralimniou gelandet und fühlt sich angekommen. "Das Leben hier in Zypern oder auch in Griechenland ist überragend. Gerade mit unserer 13 Monate alten Tochter ist es schön, wir können immer draußen spielen."

Mit Sturm Graz traf Sakic (l.) auch auf seinen Ex-Klub Altach. ©GEPA
Eineinhalb Jahre kickte Sakic in Bulgarien bei ZSKA Sofia. ©Privat

Rückkehr nach Vorarlberg denkbar

Sportlich läuft es derzeit nicht ganz nach Wunsch, sein Team steht am Tabellenende. Dennoch gefällt ihm die Spielweise: "Hier pressen die Mannschaften nicht so stark. Jedes Team spielt von hinten heraus – das macht wirklich Spaß." Sakic ist Stammspieler, trägt die Kapitänsschleife als Vize hinter einem weiteren Österreicher: Marco Krainz. Zudem stehen mit Marcel Canadi und Markus Kuster zwei weitere Landsmänner bei Paralimniou unter Vertrag.

Damals noch Gegner: Marcel Canadi (vorne) im Zweikampf mit Emanuel Sakic (hinten) im Testspiel zwischen Austria Lustenau und Atromitos Athen. Jetzt spielen beide gemeinsam auf Zypern. ©Stiplovsek

Trotz der mediterranen Idylle denkt Sakic auch über die Zukunft nach. Sein Vertrag läuft mit Saisonende aus. "Eine Rückkehr nach Österreich oder sogar Vorarlberg kann ich mir durchaus vorstellen", sagt er. Kein Wunder: Seine Verlobte stammt aus Vorarlberg. Sie sind regelmäßig zu Besuch im Ländle, Familie und Freunde kommen auch gerne zu ihnen in den Süden, um dem Wetter in Österreich zu entfliehen.

Viel Kontakt mit alten Bekannten

Wenn Sakic dann ins Ländle kommt, zieht es ihn meist zu alten Bekannten, wie etwa Mario Bolter. Mit dem ehemaligen SC-Röthis-Akteur hat er sich bei seinen Vorarlberg-Besuchen oft fit gehalten. Auch zu weiteren ehemaligen Weggefährten ist der Kontakt bis heute nicht abgerissen: "Christoph Stückler, Pius Grabher, Seifedin Chabbi, Philipp Netzer oder Boris Prokopic – das sind alles Jungs, mit denen ich regelmäßig schreibe."

Emanuel Sakic (vorne) und Mario Bolter (r.) sind seit ihrer gemeinsamen Zeit in Lustenau befreundet. ©GEPA

Emanuel Sakic ist viel herumgekommen in seiner Karriere. Doch egal ob Athen, Sofia oder jetzt Paralimni – ein Stück Vorarlberg reist immer mit. Das Ländle war für ihn kein Kaff, sondern ein Sprungbrett. Und vielleicht, eines Tages, auch die Endstation.

(VOL.AT)

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