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"Das war der beste Haarschnitt meines Lebens" – Novak Djokovic schwärmt von Bludenzer Friseur

Ein Anruf, eine Fahrt nach Lech – und plötzlich steht Apo Cem Atalay mit scharfer Klinge am Hals eines der größten Sportstars der Welt. Der Bludenzer Friseur durfte Tennislegende Novak Djokovic schneiden und rasieren. Was dann passierte, hätte er sich nicht einmal in seinen kühnsten Träumen vorgestellt.

Eine Stunde war geplant. Vier wurden daraus. Apo Cem Atalay, gebürtiger Bludenzer mit Salons in Feldkirch und Bürs, fuhr nach Lech – und kehrte mit einer Geschichte zurück, die er so schnell nicht vergessen wird. Bestellt hatte ihn: Novak Djokovic.

Video: Im Interview erzählt er ausführlich über diesen unglaublichen Moment.

Als der Auftrag einging, war schnell klar: Das ist kein gewöhnlicher Kunde. Trotz Terminwirrwarr packte Atalay sein Werkzeug und fuhr nach Lech. Was ihn dort erwartete: der 24-fache Grand-Slam-Sieger Novak Djokovic – und ein Ablauf, der alles andere als normal war. Eine halbe Stunde für den Weltstar, eine halbe Stunde für seinen Sohn. So der Plan. Doch ein Online-Meeting warf alles über den Haufen. Wie lange es dauern würde, konnte niemand sagen. Für den Bludenzer begann ein Einsatz, auf den ihn keine Ausbildung der Welt hätte vorbereiten können.

Hier die Bedingungen im Chalet von Djokovic. ©ZvG/VOL.AT

Zwischen Meeting und Rasur

Kein Friseurstuhl. Kein gewohnter Ablauf. Djokovic saß auf einem normalen Stuhl im Badezimmer – Kopfhörer im Ohr, mitten in einem Online-Meeting, während im Hintergrund Strategien für kommende Turniere besprochen wurden. Atalay arbeitete. Konzentriert. Ruhig. Und kniend – denn für die Rasur mit scharfer Klinge am Hals eines der bekanntesten Sportler der Welt gab es keine andere Position. "Ich würde lügen, wenn ich sage, ich war nicht aufgeregt", erzählt er. Höchste Präzision, ungewohnte Bedingungen – und dann kündigte Atalay auch noch an, eine Fackel vorzubereiten. Djokovic, der 24-fache Grand-Slam-Sieger, fragte lachend nach: Was das denn sei? Das Entflammen der Ohren – für ihn eine völlig neue Erfahrung. "Das hat gezeigt, dass er eben auch einfach ein normaler Mensch ist", sagt der Bludenzer.

Eine komplett neue Erfahrung für den Weltstar: das Entflammen der Ohren. ©ZvG/VOL.AT

Ein Blick hinter die Kulissen

Was Atalay in diesen Stunden erlebte, war mehr als ein Haarschnitt. "Man merkt, wie viel Planung und Disziplin hinter dem Sportler steckt", sagt er. Aber es war eine andere Szene, die ihn wirklich berührte. Als Djokovic den Raum betrat, klopfte er. Nicht weil er musste. Einfach so. Höflich, ruhig, respektvoll. Dann kümmerte er sich zuerst um seinen Sohn – schaute, dass die Haare nicht ins Gesicht fallen. Kein Weltstar-Gehabe, kein Auftreten, das Distanz schafft. Später zeigte er Fotos seiner Kinder. Ein Gespräch entstand, so wie es eben entsteht, wenn zwei Menschen miteinander reden – nicht ein Superstar und sein Friseur. "Obwohl er ein Superstar ist, ist er einfach normal wie wir alle."

Ein Moment, der bleibt

Aus einer Stunde wurden fast vier. Irgendwann war es vorbei – der Termin, das Meeting, die Rasur, das Gespräch. Djokovic stand auf. Und dann sagte er etwas, das Apo Cem Atalay so schnell nicht vergessen wird. Nicht auf Nachfrage. Nicht als Höflichkeit. Einfach so: "Das war der beste Haarschnitt meines Lebens." Für den Bludenzer ein Moment, schwer in Worte zu fassen. "Ein Mann wie er hat es nicht notwendig, etwas zu sagen, das er nicht so meint, es war eine unglaubliche Erfahrung." Er machte seinen Job. In einem Badezimmer in Lech, kniend, mit scharfer Klinge, neben einem der größten Sportler aller Zeiten. Und er machte ihn gut.

Während des Meetings, Novak Djokovic mit Kopfhörern im Ohr, übt Atalay seinen Beruf aus. ©ZvG/VOL.AT

Eine Frage bleibt offen. Was ein solcher Termin kostet – oder ob er überhaupt etwas kostet –, darüber verliert Apo Cem Atalay kein Wort. Vielleicht, weil es nicht der Punkt ist. Vielleicht, weil manche Erfahrungen eine Währung haben, die sich schlecht in Zahlen ausdrücken lässt. Wer wollte es ihm verdenken.

(VOL.AT)

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