Dauerparker sorgen weiter für Ärger: Was die Stadt jetzt prüft
Beschwerden seit Jahren bekannt
Die Diskussion um die Parkplätze neben der VKW in der Weidachstraße begleitet die Stadt Bregenz seit Jahren. Bereits 2025 berichtete VOL.AT über Anrainerbeschwerden. Zahlreiche Stellflächen werden dauerhaft von denselben Fahrzeugen belegt.
Mehrere Kleinbusse mit osteuropäischen Kennzeichen sind nach wie vor in der Weidachstraße abgestellt. Zwei beschädigte Pkw, die im April für Diskussionen sorgten, wurden inzwischen entfernt.
Es handle sich nicht um ein ausschließliches Bregenzer Problem, so die Kommunikation der Stadt gegenüber VOL.AT. Auch andere Kommunen seien mit ähnlichen Herausforderungen bei öffentlichen Gratisparkplätzen konfrontiert.
"Kein außergewöhnlicher Parkdruck"
Man nehme die Rückmeldungen zur Parksituation ernst, heißt es aus dem Rathaus. Forderungen nach einer Parkraumbewirtschaftung oder zeitlichen Beschränkung für die Weidachstraße würden immer wieder an die Stadt herangetragen. Die Situation sei bereits erhoben und geprüft worden. Die bisherigen Ergebnisse würden zeigen, dass in der Weidachstraße derzeit "kein außergewöhnlicher Parkdruck" bestehe.
"Die abgestellten Fahrzeuge sind ordnungsgemäß abgestellt und verursachen keine Verkehrsbehinderungen", so die Rückmeldung. Es gebe ausreichend Parkmöglichkeiten. "Die Situation wird daher aktuell nicht als verkehrlicher Brennpunkt eingestuft", erklärt die Stadt. "Die Wahrnehmung der Bürgerinnen betrifft vielmehr das Erscheinungsbild durch länger abgestellte Fahrzeuge, darunter auch solche mit ausländischen Kennzeichen."
Abgestellte Fahrzeuge können rechtlich nicht ohne Weiteres entfernt werden. Solange ein Fahrzeug ordnungsgemäß zugelassen ist und keine gesetzlichen Gründe für eine Entfernung vorliegen, darf es grundsätzlich auch über längere Zeit auf öffentlichen Parkplätzen stehen.
Kurzparkzone wird geprüft
Ob eine Bewirtschaftung oder ähnliche Maßnahmen eingeführt werden, sei letztlich eine politische Entscheidung. Die Verwaltung könne eine entsprechende Regelung nicht eigenständig beschließen.
"Unabhängig davon prüft die Stadt Bregenz auf Wunsch von Bürgerinnen die Einführung einer Kurzparkzone", gibt man zu verstehen. Sie könnte per Verordnung festgelegt werden und beispielsweise eine maximale Parkdauer von drei Stunden während bestimmter Tageszeiten vorsehen.
Voraussetzung dafür sei jedoch eine entsprechende Bedarfserhebung, die derzeit durchgeführt werde. Die bisherigen Ergebnisse fallen laut Stadt derzeit eher zurückhaltend aus – es lasse sich, wie anfangs erwähnt, kein ausgeprägter Parkdruck erkennen. Die Prüfungen erfolgen in Abstimmung mit der Polizei. "Darüber hinaus würde eine Kurzparkzone auch die Anrainerinnen betreffen, die entsprechend Anrainerparkkarten erwerben müssten", so die Kommunikation auf VOL.AT-Anfrage.
Verlagerungseffekt befürchtet
Eine Parkraumbewirtschaftung führe erfahrungsgemäß häufig zu Verlagerungseffekten. "Fahrzeuge weichen in diesem Fall auf umliegende Wohnstraßen aus, wodurch sich die Situation lediglich räumlich verschieben kann", verdeutlicht die städtische Kommunikation. "Da die Weidachstraße über eine gute Verkehrsanbindung verfügt und ausreichend Platz bietet, wäre der tatsächliche Effekt einer Bewirtschaftung nach aktuellem Kenntnisstand eher gering."
Entsprechende Maßnahmen prüfe man grundsätzlich sowohl aufgrund von Bürgeranliegen als auch dann, wenn ein tatsächlicher Handlungsbedarf festgestellt werde. "Auch für den Bereich Riedenburg oder Berufsschule werden derzeit auf Wunsch von Anrainerinnen Erhebungen durchgeführt", so die Kommunikation. Dort gebe es Hinweise auf einen höheren Parkdruck, daher werde die Situation ebenfalls näher untersucht. "Bei der Berufsschule wurde ein Parkraumkonzept in die Wege geleitet."
(VOL.AT)