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Debüt auf der großen Bühne

©ÖLV
Isabel Posch sprintet bei der Hallen-WM in Torun erstmals in der Weltspitze mit.

Vor wenigen Tagen ist die Bestätigung vom Weltverband eingetroffen, das Handy stand nicht mehr still. "Alle sind am Ausflippen", sagt Isabel Posch im Gespräch mit VOL.AT und lacht. Am Mittwoch hebt die 26-jährige Fußacherin Richtung Polen ab, von 20. bis 22. März geht in Torun die Hallen-Weltmeisterschaft über die Bühne.

Am Samstag, 21. März (11.05 Uhr), stehen für die TS-Lustenau-Athletin die 60-Meter-Vorläufe auf dem Programm. Für die aktuell schnellste Österreicherin ist es das erste WM-Abenteuer unter dem Hallendach und der vorläufige Höhepunkt einer atemberaubenden Saison.

Konstanz auf Rekordniveau

7,31, 7,29, 7,26 und zuletzt 7,25 Sekunden – Posch eilt heuer von Bestzeit zu Bestzeit. Mehrmals hat sie ihren eigenen Vorarlberger Landesrekord verbessert und sich damit sogar in die Top 50 der Weltjahresliste geschoben. Gründe für ihre Leistungsexplosion findet sie selbst nur schwer. "Ich kann es gar nicht richtig erklären", sagt sie beim Treffen auf der Anlage in Lustenau. "Es passt einfach mit meinem Trainer. Wir verstehen uns richtig gut, ich vertraue ihm komplett."

Isabel Posch mit ihrem Trainer Christian Gutgsell (rechts) ©Privat

Seit dem Wechsel zu Christian Gutgsell im vergangenen Jahr zeigt die Kurve steil nach oben. Nach einem ersten gemeinsamen Sommer folgte heuer erstmals ein kompletter Winteraufbau. "Ich war gesund, nicht verletzt, das war die Basis", so Posch. Vor allem im Bereich Frequenzarbeit habe sie einen großen Schritt gemacht. "Das hat mir brutal geholfen."

Freut sich auf ihr Debüt bei einer Hallen-WM: Isabel Posch ©ÖLV

Dass sie sich nach ihrem Umstieg vom Siebenkampf voll auf den Sprint konzentriert, sei zwar ein Faktor, "aber der Trainerwechsel war entscheidend", betont die 26-Jährige. "Er hat mich innerhalb kürzester Zeit schneller gemacht."

Lockerheit als Schlüssel

Mit den schnellen Zeiten kam auch das Selbstverständnis. "Als der erste Wettkampf in Sindelfingen dann so gut gelaufen ist (Platz zwei), weißt du: Da ist einiges möglich." Seither gehe sie mit einer anderen Gelassenheit an den Start. "Wenn du verkrampfst, funktioniert es nicht. Es braucht die nötige Lockerheit, ich glaube, das habe ich diese Saison gut geschafft."

Spätestens mit den Läufen unter 7,30 Sekunden sei auch im Hinterkopf das Thema Hallen-WM konkreter geworden. "Als ich begonnen habe, konstant unter 7,30 zu rennen, habe ich mir gedacht: Jetzt kann es wirklich mit der WM klappen."

Historisches Ticket

Mit ihrer Nominierung schreibt Posch zudem ein Stück Vorarlberger Leichtathletik-Geschichte. 35 Jahre nach Kugelstoßer Klaus Bodenmüller ist sie die erste Athletin aus dem Ländle, die sich für eine Hallen-WM qualifizieren konnte. "Es macht mich schon stolz, Lustenau und Vorarlberg auf dieser Bühne vertreten zu dürfen."

In Torun warten Vorlauf, Semifinale (20.14 Uhr) und im Idealfall das Finale um 21.20 Uhr an einem Abend. Mit 7,25 Sekunden liegt ihre Bestzeit nur fünf Hundertstel über dem Direktlimit. "Ich glaube schon, dass noch ein bisschen was drin ist", sagt die Studentin der Ernährungswissenschaften. "Aber bei einer WM sind die Umstände noch einmal anders. Mal schauen, was möglich ist."

Für zusätzliche Unterstützung ist jedenfalls gesorgt: Ihre Familie und ihr Lebensgefährte werden sie nach Polen begleiten. "Sie haben schon vor Monaten ein Apartment gebucht, eines, das man stornieren kann", erzählt Posch und lacht. "Zum Glück müssen sie das jetzt nicht."

WM-Teilnahme ist "etwas Besonderes"

Konkrete Platzierungsziele formuliert sie keine. "Mein größtes Ziel ist, Spaß zu haben und die Erfahrung mitzunehmen." Es ist bereits ihr neuntes Großereignis, vom Debüt bei den EYOF-Spielen 2015 bis zur Universiade-Goldmedaille im Siebenkampf 2023. Doch eine Weltmeisterschaft ist "schon etwas Besonderes", so Posch.

Die 26-Jährige hat aktuell gut lachen. ©ÖLV

Unabhängig vom Ausgang in Polen zieht die 26-Jährige schon jetzt ein positives Fazit. "Es war eine unglaubliche Hallensaison. Ich freue mich einfach, dass ich das alles mitnehmen darf und auf alles, was noch kommt."

(VOL.AT)

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