Den Mutigen gehört die Welt!

Entschlossen haben sich drei Vorarlberger Frauen ins Abenteuer Unternehmertum ­gestürzt und eigene Start-ups gegründet. Ihre Beweggründe waren unterschiedlich, ihre Erfahrungen sind das auch. Was sie aber alle eint, ist das Ziel, ihre Visionen zu verwirklichen – allen Unkenrufen zum Trotz.

Nur 18% der Start-ups werden in Österreich von Frauen gegründet. Role-Models sind daher rar gesät, aber: Es gibt sie dennoch. Drei Vorarlberger Gründerinnen geben Einblicke in ihre Erfolgsgeschichten.

Blumige Pyjamas.

Claudia Sutter­lüty hatte schon immer ein Faible für Pyjamas und Blumenprints. Die Nachtwäsche ihrer Träume konnte sie allerdings nie finden, denn ihren Ansprüchen konnte kein ­Hersteller gerecht werden. „Schon als 6-Jährige war es für mich unverständlich, wieso Blumenmuster nicht naturgetreu abgebildet werden“, erzählt die Eggerin, die als Sortimentsmanagerin in der Lebensmittelbranche arbeitete. Auch mit den meist altmodischen Pyjamaschnitten wollte sich die studierte Betriebswirtin nicht länger abfinden. 2019 schloss die 37-jährige Neo-Designerin die entdeckte Lücke mit ihrem Startup „Flowers in bed“.

„Heute vertreibe ich selbst entworfene, hochwertige Nachtwäsche mit naturgetreuen Blumenprints online, aber auch via Pop-up-Stores österreichweit und im Verkaufsraum in Egg. Wichtig ist mir die faire Fertigung, die in Österreich und Deutschland stattfindet“, so Claudia. Die Wachstumskurve steigt stetig, die Pyjamas kommen an – das müssen auch die Skeptiker, die aufgrund der Muster, der Farben und des Preises Unheilvolles unkten, zugeben. „Ich kann Unternehmerinnen nur den Rat geben, immer auf dem Weg zu bleiben. Wenn man für eine Idee brennt, gelingt das auch.“


Insektenkulinarik.

Die Passion von Anja Sieghartsleitner sind Insekten – die 36-jährige Food-Spezialistin bringt diese schmackhaft zubereitet auf den Teller und gibt Kochworkshops. „Jetzt spinnt sie komplett – diesen Satz hab ich schon einige Male gehört. Nicht alle waren sofort von meiner Idee mit dem Kochstudio begeistert. Aber ich wollte den Menschen – nicht nur, aber auch – die Vorzüge von Insekten als leckeres und nachhaltiges Nahrungsmittel näherbringen“, erzählt Anja, die ihren Master in Food and Drink Innovation in Schottland machte. Ihre Beharrrlichkeit hat sich ausgezahlt, denn ihr gelang die „Insektifizierung“ der Zweifler – mit ihrem Start-up Luculla Culinaria schaffte sie 2019 einen Senkrechtstart. Für einen Einbruch des Geschäftes sorgten allerdings die Lockdowns infolge der Corona-Pandemie. In Vollzeit betreibt sie ihr Kochstudio in Sulz daher noch nicht, auch wenn die Buchungslage der Kochkurse erneut sehr gut ist. Fakt ist: Die Botschafterin für Insektenkulinarik, wie sie sich selbst nennt, hat den Nerv der Zeit getroffen. Dabei ist ihr Trend und Lifestyle gar nicht so wichtig. Ihr Anliegen sei es vielmehr, einen Beitrag zur Rettung des Planetens zu leisten. „Wir werden in Zukunft nicht nur unsere Mobilität überdenken müssen, sondern auch unsere Ernährungskultur“, sagt die Start-up-Gründerin und erklärt, dass Insekten nicht nur proteinreich sind, sondern auch sehr umweltfreundlich gezüchtet werden.

Softwaretool.

Auch Isabella Salzmann ist Start-up-Unternehmerin. Als Co-Founderin von Gleap, die ein Software-Cutomer-Tool ent­wickelten, kümmert sie sich um Marketing und Kommunikation. In ihrem beruflichen Umfeld trifft die Dornbirnerin selten auf Frauen. „Unsere Kunden sind Softwarefirmen, hier arbeiten hauptsächlich Männer. Erstaunlich ist, dass diese meist annehmen, ich wäre die Sekräterin und mir Entrepreneurship wohl nicht zutrauen“, berichtet die 29-Jährige.

Manchmal wundert sich Isabella selbst, wie sie in der Software-Branche landen konnte, denn studiert hat sie Englisch und Politikwissenschaften. Dennoch hat sie vor drei Jahren die Chance ergriffen, das Softwarunternehmen Gleap mitzugründen. Das überraschte vor allem ihre beiden Großeltern. „Die meinten: Aber das hast du ja gar nicht studiert.“ Stimmt. Trotzdem verbucht Isabella gemeinsam mit Co-Founder Lukas Böhler Erfolge. Gleap wächst und performt auf dem internationalen Markt: 70% ihrer Kunden stammen aus den USA. „Wir wollen aber auch den indischen Markt erschließen“, so Isabella. Den Mutigen gehört die Welt!

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • ADMIN AT
  • Jetzt im Fokus 3
  • Den Mutigen gehört die Welt!
  • Kommentare
    Die Kommentarfunktion ist für diesen Artikel deaktiviert.