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"Der See ist auch Verkehrsfläche" – Was viele Stand-up-Paddler am Bodensee missachten

Strobel/VOL.AT
Strobel/VOL.AT
Der ganz große Stand-up-Paddling-Hype ist laut Vorarlberger Anbietern zwar vorbei, dennoch sorgt der Sport auf dem Bodensee weiterhin immer wieder für Konflikte. Wie ein Verleiher aus Vorarlberg die Situation erlebt.

Seit Jahren beobachtet Andreas Portenschlager von Ländle SUP in Lochau die Entwicklung direkt am Bodensee. Vor allem seit der Corona-Pandemie habe sich laut dem Verleiher vieles verändert. Immer mehr Menschen würden heute mit eigenem Equipment aufs Wasser gehen – oft spontan und ohne sich vorher groß mit Regeln oder Besonderheiten am See auseinanderzusetzen.

VOL.AT im Gespräch mit dem Verleiher, der neben Fragen zur Sicherheit auch erklärt, warum das Thema Naturschutz am Bodensee immer wichtiger wird.

Nachfrage beim Verleiher nimmt ab

Seit 2015 ist Portenschlager am Bodensee aktiv, seit 2016 auch mit fester Station am Kaiserstrand in Lochau. Vor allem während der Corona-Pandemie habe sich Stand-up-Paddling massiv verändert.

Mittlerweile würden zwar weniger Menschen direkt beim Verleih ausleihen, dafür aber deutlich mehr mit eigenem Equipment unterwegs sein. "Es sind nicht unbedingt mehr Leute am Wasser geworden, aber viel mehr besitzen inzwischen eigene Boards."

"Viele unterschätzen den Bodensee"

Die Boards in Privatbesitz bringen laut Portenschlager aber auch Herausforderungen mit sich. Viele würden sich spontan ein SUP kaufen und direkt aufs Wasser gehen – ohne sich vorher ausreichend mit Regeln oder Besonderheiten am Bodensee auseinanderzusetzen. "Viele Leute sind sich nicht bewusst, dass es auch eine Verkehrsfläche ist", sagt er. Neben Stand-up-Paddlern seien am See schließlich auch Segelboote, Motorboote, Fähren oder Einsatzkräfte unterwegs. Dazu kämen Bereiche, die nicht befahren werden dürfen.

Andreas Portenschlager informiert hier eine Kundin über Handhabe und Sperrflächen auf dem See. ©Paulitsch/VOL.AT

Rückmeldungen von der Seepolizei

Auch von der Seepolizei gebe es laut Portenschlager immer wieder Rückmeldungen, dass sich Stand-up-Paddler in gesperrten Bereichen bewegen würden. "Einige sind sich gar nicht bewusst, wo sie sich da bewegen", erklärt er. An den eigenen Stationen versuche man deshalb gezielt aufzuklären. Kundinnen und Kunden würden Informationen darüber erhalten, wo gefahren werden darf und welche Bereiche besser gemieden werden sollten. Informationen zu Sperrzonen oder Regeln gebe es mittlerweile vom Land Vorarlberg, aber auch aus Deutschland oder der Schweiz.

Das sollten SUP-Paddler am Bodensee beachten

Name & Adresse:
Das Board muss mit Namen und Adresse des Besitzers gekennzeichnet sein.

Schwimmhilfe:
Eine Schwimmweste oder Schwimmhilfe wird dringend empfohlen.

Verkehrsfläche:
Der Bodensee ist keine Spielwiese – Fähren, Segelboote und Motorboote mitdenken.

Sperrzonen:
Abgesperrte Wasserflächen und Naturschutzbereiche dürfen nicht befahren werden.

Schilf meiden:
Mindestens 25 Meter Abstand zu Schilfzonen und sensiblen Uferbereichen halten.

(VOL.AT)

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