Es war erneut ein Auftritt, der Eindruck hinterließ. Und einer, der gleichzeitig ein wenig schmerzte. Beim Premier-League-Turnier in Rom zeigte die Vorarlberger Karateka Hanna Devigili starke Kämpfe gegen einige der größten Namen ihrer Gewichtsklasse. Am Ende stand Rang neun.
Ein Déjà-vu für die 22-Jährige. Wie schon beim Saisonauftakt in Istanbul schrammte die ehemalige U16-Europameisterin auch in der italienischen Hauptstadt nur knapp an ihrem ersten Viertelfinal-Einzug in der Königsklasse vorbei.
Traumstart gegen Olympiasiegerin
Devigili startete furios in das Turnier der Klasse bis 68 Kilogramm. Die Nummer 21 der Weltrangliste setzte gleich ein Ausrufezeichen und besiegte die ägyptische Olympiasiegerin von 2020, Feryal Abdelaziz, klar mit 3:0.
Im zweiten Kampf in der "Todesgruppe" wartete mit Elena Quirici aus der Schweiz die aktuelle Weltranglistenerste. Devigili hielt stark dagegen, musste sich aber denkbar knapp mit 0:1 geschlagen geben.
Im dritten Duell traf die 22-Jährige, die im November ihr WM-Debüt feierte, auf die italienische Lokalmatadorin Silvia Semeraro, sechsfache Premier-League-Siegerin und vor heimischem Publikum eine besonders schwierige Gegnerin. Devigili ließ sich davon aber nicht beeindrucken und behielt die Nerven. Mit einem spektakulären 4:3-Erfolg holte sie ihren zweiten Sieg im Pool.
Stolz trotz verpasstem Viertelfinale
Der Triumph gegen Semeraro reichte dennoch nicht für den Gruppensieg. Devigili belegte Rang zwei in ihrer Gruppe und wurde damit Neunte.
"Es tut natürlich weh, dass ich zum zweiten Mal hintereinander den Viertelfinal-Einzug ganz knapp verpasst habe, aber gegen die Olympiasiegerin zu gewinnen und auch gegen die hoch dekorierte Lokalmatadorin – das macht mich doch stolz", sagte die 22-Jährige nach dem Turnier.
Auch ihre Niederlage gegen Quirici analysierte sie nüchtern. "Beim 0:1 gegen die Weltranglistenerste habe ich es bis zum Schluss relativ gut gelöst. In den letzten Sekunden habe ich ihr leider eine kleine Angriffsfläche geboten und die hat sie genutzt."
Trotz der verpassten K.o.-Phase überwiegt für Devigili das Positive. "Ich kann aber sagen, dass ich mich sehr wohl gefühlt habe und dass ich langsam und sicher zu der Kämpferin auf der Tatami werde, die ich sein möchte."
Wagner-Brüder mit Erfolg in Budapest
Eine weitere Erfolgsmeldung aus Vorarlberger Sicht kam unterdessen aus Ungarn. Beim Budapest Cup gewann Felix Wagner das Kata-Turnier und machte damit einen großen Schritt in Richtung EM-Ticket. Sein jüngerer Bruder Emil belegte Rang drei.
(VOL.AT)