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"Die 100 Einflussreichsten in Vorarlberg": Warum wir diese Liste machen

Die Jury (v.l.n.r.): Reinhard Haller, Hanna Reiner, Marc Springer, Heike Ladurner-Strolz, Hermann Kaufmann, Michael Gasser, Christian Ortner, Susanne Marosch, Andreas Scalet, Isabel Russ. ©Russmedia

Wer prägt Vorarlberg? Wer trifft Entscheidungen, setzt Entwicklungen in Gang, beeinflusst das Land – sichtbar oder im Hintergrund? Das sind die Fragen hinter den "100 Einflussreichsten in Vorarlberg".

Die Liste ist kein Beliebtheitsranking. Sie bildet auch nicht ab, wer am häufigsten in den Medien vorkommt. Sie zeigt jene Menschen, die durch ihre Entscheidungen, ihre Verantwortung oder ihre Gestaltungskraft das Land wesentlich mitprägen. Und sie ist eine Einladung zur Diskussion. Denn Einfluss lässt sich nie ganz objektiv messen.

Genau deshalb entsteht diese Liste nicht am Schreibtisch der Redaktion. Über die Platzierungen entscheidet eine Jury – mit Vertreterinnen und Vertretern der Vorarlberger Nachrichten und von VOL.AT sowie mit externen Persönlichkeiten aus verschiedenen Bereichen. Diese Mischung aus journalistischer Einordnung und Blick von außen ist das Fundament des Projekts.

Am Montag (13. Juli 2026) veröffentlichen wir Teil 1 der Liste der "100 Einflussreichsten in Vorarlberg 2026" auf VOL.AT. Wer ist neu dabei? Wer findet sich auf den Plätzen 100 bis 91 wieder?

Was Einfluss für uns bedeutet

Einfluss ist mehr als Bekanntheit. Er kann laut wirken oder leise, unmittelbar oder über Strukturen. Die Jury hat sich auf eine Definition mit zwei Ebenen geeinigt:

Einfluss hat, wer konkret auf das Leben in Vorarlberg einwirkt – durch Entscheidungen, öffentliche Wirkung oder Gestaltungskraft. Und Einfluss hat, wer formale Bedeutung besitzt – durch ein politisches Amt, eine wirtschaftliche Führungsrolle, große Reichweite oder gesellschaftliche Anerkennung.

Bewertet wurde entlang von fünf Fragen: Trifft jemand Entscheidungen, die viele Menschen betreffen? Trägt jemand wirtschaftliche Verantwortung – für ein Unternehmen, für Arbeitsplätze, für eine ganze Branche? Bringt jemand neue Ideen ins Land? Ist der Einfluss über Jahre gewachsen und stabil? Und: Wird die Person gehört, wenn sie spricht?

Wie die Liste entsteht

Am Anfang steht eine Longlist. Die Redaktion stellt sie zusammen, quer durch Politik, Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft, Gesellschaft und Sport. Die Jury ergänzt, diskutiert, streicht. Am Ende dieses ersten Schritts stehen 226 Namen, auf die sich alle verständigt haben.

Dann bewertet jedes Jurymitglied unabhängig und schriftlich. Zehn Personen bekommen von jedem Juror zehn Punkte, zehn Personen neun Punkte und so weiter bis zu einem Punkt. Alle anderen null. So entsteht pro Jurymitglied eine eigene, gewichtete Rangliste.

Diese anonymen Bewertungen sind die Grundlage für die finale Sitzung. Dort wird zusammengeführt, was auseinanderliegt – und genau dort wird es interessant.

Wo die Jury ringen musste

Nicht jede Platzierung war schnell klar. Am meisten diskutiert wurde dort, wo die anonymen Punkte weit auseinanderlagen.

Ein Beispiel: Bei einer Persönlichkeit reichten die Bewertungen von einem Spitzenplatz bis weit ins Mittelfeld. Der Grund war eine bereits bekannte, anstehende Pensionierung. Für die einen war der Einfluss damit praktisch beendet. Für die anderen ungebrochen. Erst das offene Gespräch führte zu einer Platzierung, die alle mittragen konnten.

Auch formale Fragen mussten geklärt werden. Hat jemand seinen Lebensmittelpunkt wirklich in Vorarlberg? Bei einer Künstlerpersönlichkeit etwa war zu klären: Lebt sie inzwischen in Wien oder doch überwiegend im Land? Solche Fälle entscheiden über Auf- oder Absteigen, manchmal sogar über die Aufnahme in die Liste.

Bei allen Diskussionen blieb das Ergebnis der anonymen Punktevergabe der wichtigste Faktor. Die finale Liste wurde einstimmig beschlossen.

In eigener Sache

Nicht bewertet wurden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Russmedia. Einige von ihnen hätten einen Platz auf dieser Liste verdient. Aber wir können uns nicht selbst bewerten.

Aus demselben Grund stehen auch die externen Jurymitglieder nicht auf der Liste. Viele von ihnen haben über Jahrzehnte Spuren im Land hinterlassen und selbst großen Einfluss ausgeübt. Genau deshalb sitzen sie in der Jury – nicht als Bewertete, sondern als jene, die mit Erfahrung und breitem Blick zur Auswahl beitragen.

Neu in der Jury

Für die diesjährige Ausgabe gab es zwei Wechsel. Neu dabei sind Susanne Marosch, Gründerin von "Geben für Leben" und Russpreisträgerin, sowie Heike Ladurner-Strolz, Hotelière aus dem Montafon. Sie folgen auf Kristl Moosbrugger und den Historiker Meinrad Pichler, die auf eigenen Wunsch ausgeschieden sind.

(Red.)

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