Der folgende Artikel versucht die Besonderheiten des beginnenden Sommers und den möglichen Einfluß auf unsere Gesundheit aus der Sicht des fernöstlichen Konzeptes der 5 Wandlungsphasen zu beleuchten. Dies ist wie gesagt ein KONZEPT und soll uns helfen, Zusammenhänge in unserem Leben zu erkennen und zu verstehen.
Hier wird der Rhythmus der Natur in fünf Wandlungsphasen unterteilt, die bestimmten Jahreszeiten zugeordnet sind und bei dem eine Phase in die nächste führt. Alles Leben befindet sich ursprünglich in diesem Rhythmus und trägt zu jeder Zeit die Qualitäten der verschiedenen Phasen in sich, einmal mehr, einmal weniger. So stehen auch wir Menschen unter diesem Einfluss.
Im Sommer fließt die Energie des "Feuers"
Im Sommer beginnt vermehrt die Energie des "Feuers" in uns zu fließen. So wie der kalte Winter Mensch und Natur die Möglichkeit des Rückzugs und der Ruhe bietet, so sammelt sich im Frühling unsere Energie wieder voller Kraft, um im heißen Sommer ihren Höhepunkt zu erreichen. Da wir Menschen diesen Rhythmus von Ruhe und Aktivität kaum noch leben (können) und im Winter unser Leben meist genauso aktiv und stressig weiterläuft, ist es uns aber oft nicht möglich, unsere Batterien in der Winterzeit aufzuladen und wir starten mit einem Defizit in die warmen Jahreszeiten.
Wie drückt sich die "Feuerenergie" ins uns Menschen aus?
Der Sommer steht für Feuer und bringt Licht, Wärme, Zusammensein und Begeisterung. Feuer kann ruhig, sinnlich leuchtend, lodernd oder auch wild sein und hat die Kraft zur Umwandlung (es macht Holz zu Asche). Ist dieser Aspekt in uns Menschen ausgeglichen, so zeigt sich das durch Eigenschaften wie Gelassenheit, Freundlichkeit, Liebe - aber auch Begeisterung und Begeisterungsfähigkeit und der Fähigkeit aus sich herauszugehen. Wir werden anderen Menschen wohlwollend und respektvoll begegnen. Auch die Gabe klar zu denken und klare Entscheidungen treffen zu können wird diesem Bereich zugeordnet.
Ist unser Körpersystem in Balance, wird uns unsere Feuerenergie also zu innerer Ruhe verhelfen und uns gleichzeitig dazu animieren uns zu zeigen und auch in der Gemeinschaft die Leichtigkeit des Sommers zu leben. Sind wir jedoch nicht in unserer Mitte, kann das zum Beispiel zu einem Gefühl der inneren Unruhe führen oder wir reagieren häufig gereizt und unfreundlich. Oder unser Körper zeigt das durch Entzündungen, Hautausschläge, Müdigkeit oder Kreislaufschwäche.
Unser Feuer entfachen: Freude - Innere Ruhe - Klarheit
Im SHIATSU* – einer fernöstlichen Körperarbeit – wird über das Konzept der Meridiane der Zugang zur "Feuerenergie" gesucht, um mögliche Dysbalancen auszugleichen. Meridiane kann man sich als Energiebahnen im Körper vorstellen, denen wie in einem Schienensystem unterschiedliche Lebensbereiche und -qualitäten zugeordnet sind und in denen somit verschiedene Lebensenergien "transportiert" werden bzw. fließen.
Aber auch wir selbst können dieses Bild der Wandlungsphasen nützen und deren Qualitäten bewußt kultivieren und entfachen. Im folgenden stelle ich drei Möglichkeiten vor, wie wir das durch einfache Übungen unterstützen können. Viel Freude dabei!
1. Freude – "Trance-Tanz"
Nimm dir ca. 5-15 Minuten Zeit und stelle sicher, dass du ungestört bist. Lege dir Musik auf, die dir gefällt – gut geeignet sind atmosphärische, kraftvolle Musikstücke. Schließe wenn möglich die Augen und lasse dir so viel Zeit wie nötig, langsam zu beginnen deinen Körper im Rhythmus der Musik zu bewegen. Beginne mit kleinen Bewegungen und versuche dabei ganz deinem Bauchgefühl zu folgen. Es kann sein, dass die Bewegungen größer, wilder und stärker werden. Versuche, deinen Verstand, der dir sagen möchte, wie du dich bewegen sollst oder wie nicht, auszuschalten. Bewege dich so lange du möchtest und komm nach einiger Zeit wieder zur Ruhe und spür nach.
Tip: Tanzen in jeder Form aktiviert die Feuerenergie!
2. Innere Ruhe – Die Wechselatmung
Diese Atemtechnik beruhigt und gleicht aus. Sie hilft sehr gut und unmittelbar bei Einschlafschwierigkeiten oder Nervosität. Du atmest hierbei abwechselnd mit dem einen Nasenloch ein und mit dem anderen wieder aus:
Setze dich bequem und aufrecht hin, sodaß dein Atem mühelos und frei fließen kann. Wenn du magst, schließe die Augen und nimm dann einige tiefe, bewußte Atemzüge. Nach der nächsten Ausatmung schließe mit dem Daumen dein rechtes Nasenloch und atme links tief und ruhig ein, schließe dann mit dem Mittel- oder Ringfinger dein linkes Nasenloch und atme rechts lange und sanft aus. Versuche dabei, die Ausatmung so lange wie möglich zu halten, aber nur so lange, wie das angenehm für dich möglich ist! Atme wieder rechts ein, schließe dann wieder das rechte Nasenloch und und atme links aus. Fahre so für einige Minuten fort.
Tip: Wenn du länger übst, kann es sein, dass sich nach deiner Ausatmung eine natürliche Atempause einstellt. Verweile dann in ihr, bis du den nächsten Impuls zur Einatmung bekommst.
Tip2: Du kannst nach der Einatmung auch eine Weile sanft den Atem anhalten, bevor du die Ausatmung kommen läßt. Schwangere Frauen lassen das Atem-anhalten in jedem Fall weg.
3. Magic Heart – Entspannende Yoga Sequenz
Diese Übungsreihe aktiviert den Bereich des unteren Rückens, verbindet uns mit unserer Intuition und weitet unseren Brustkorb, um so Raum zu schaffen für unsere Atmung sowie Liebe und Mitgefühl. Du findest die Anleitung mit Fotos auf der Freifühler Homepage.
Zur Person:
Mag. Birgit Pleschberger
Shiatsupraktikerin, Yogalehrerin und Künstlerin / Thüringen, Vorarlberg