"Die Kunden zahlen am Ende zweimal" – Rohrreinigungsfirma aus Lustenau warnt vor Betrugsfällen
Immer wieder wenden sich Kunden an Helbok Kanal.services in Lustenau, nachdem ein Einsatz schiefgelaufen ist. Sie wollten eine regionale Rohrreinigungsfirma beauftragen, vor der Tür stand jedoch ein anderer Anbieter. Geschäftsführerin Eva Helbok-Mayer spricht von einer Entwicklung, die derzeit wieder deutlich zunimmt.
"Eigentlich wollten sie uns anrufen"
"Unsere Kunden haben uns informiert, dass sie eigentlich uns anrufen wollten und dann aber andere Firmen gekommen sind", sagt Geschäftsführerin Eva Helbok-Mayer. Diese Anbieter würden sich vor Ort als Subunternehmer ausgeben. "Das ist für den Kunden schlecht, weil sie vor Ort die anderen Anbieter direkt bezahlen müssen und wir dann im Nachgang auch noch kommen müssen, um die Verstopfung zu beheben."
Für die Betroffenen habe das spürbare finanzielle Folgen. Auf die Frage, ob Kunden am Ende zweimal zahlen müssen, sagt Helbok-Mayer: "Genau, ja! Das ist leider für den Kunden dann wirklich so, dass er zwei Rechnungen zu zahlen hat." Besonders problematisch sei, dass die erste Firma die Arbeit oft nicht erfolgreich erledige.
"Mittlerweile ist es sehr akut"
Ganz neu sei die Masche nicht. "Vor ein paar Jahren haben wir auch schon mit dem Problem gekämpft", sagt die Geschäftsführerin. Aktuell habe sich die Situation jedoch wieder verschärft. "Mittlerweile ist es einfach auch sehr akut jetzt wieder." Allein in dieser Woche seien dem Unternehmen zwei Fälle bekannt geworden.
Ein wesentlicher Grund liege in der Online-Suche. "Mit Google ist es mittlerweile so, dass schneller eine Betrügerfirma vorgereiht wird, wenn die ein höheres Budget hat." Diese Anbieter würden gezielt dafür bezahlen, in den Suchergebnissen weiter oben zu erscheinen. "Das bedeutet, dass diese Leute quasi Geld bezahlen, dass ihre Homepage weiter oben erscheint."
So können Kunden Betrug erkennen
Laut Helbok-Mayer gibt es mehrere Warnsignale. "Die Homepages von den Betrügerfirmen sind meist nicht vollständig, gerade wo Impressum und wichtige Nummern fehlen." Auch Telefonnummern könnten Hinweise liefern. "Oft sind 0800er oder 0670er Nummern die Betrügernummern." Ein besonders klares Zeichen sei die Zahlungsaufforderung. "Man muss direkt vor Ort bezahlen. Das würde bei uns natürlich nie stattfinden." Auch die Fahrzeuge sind in diesem Fall besonders wichtig. Die Betrügerfirmen kommen meist mit weißen Lieferwägen mit Wiener Kennzeichen. Wichtig sind die original Helbok-Wägen, die Aufschluss über die echte Firma geben.
Die Geschäftsführerin appelliert an Kunden, bei der Suche aufmerksam zu bleiben. "Man muss da einfach wirklich darauf achten, was man klickt, und wen man anruft." Entstehe vor Ort Druck oder Unsicherheit, solle man reagieren. "Wenn man sich unsicher fühlt, einfach Polizei oder Konsumentenschutz anrufen und hinzuziehen."
(VOL.AT)