Diese Begegnung ließ ihn nicht mehr los: Thomas und sein Kater Hansi
Ein zufälliges Treffen auf Koh Samui wurde für Thomas Fehr aus Feldkirch zum Wendepunkt. Ein schwer verletzter Straßenkater stellte sein Leben auf den Kopf – und führt nun zu einem berührenden Projekt.
"Er hat mir gezeigt, dass man trotz Einschränkungen glücklich sein kann"
"Ich habe jemanden ganz Spezielles kennengelernt in Thailand, der mein Leben komplett geändert hat", sagt der 48-Jährige. Während der Corona-Zeit lebte Thomas auf der thailändischen Insel Koh Samui – und begegnete dort in einem Tierheim einem schwer gezeichneten Kater.
Hansi hat nur drei Beine, keinen Schwanz und mehrere Viruserkrankungen. "Er hat mir einfach gezeigt, dass man trotz Einschränkungen glücklich sein kann und dass es sich immer lohnt zu kämpfen", erzählt Thomas.
Podcast: Wie ein dreibeiniger Kater Thomas' Leben veränderte
Entscheidung für ein neues Leben
Als sich Hansis Zustand verschlechterte, steht Thomas vor einer schwierigen Entscheidung. Mehrere Tierärzte empfehlen eine teure Operation in Bangkok. "Ich habe überlegt, was ich tun kann, damit er keine Schmerzen hat", so der Feldkircher.
Schließlich fasste er einen Entschluss: Er brachte den Kater nach Vorarlberg. "Damit er eine bessere medizinische Versorgung bekommt."
Schicksalsschläge und Abschied
Doch trotz aller Bemühungen bleibt Hansi gesundheitlich angeschlagen. Nach seiner Ankunft in Vorarlberg verschlechtert sich sein Zustand weiter. Allergien und die bestehenden Viruserkrankungen setzen ihm zu.
"Auf einmal war es ganz schlecht", erinnert sich Thomas. In der Tierklinik folgt die bittere Diagnose: keine Aussicht auf Besserung. Schweren Herzens entschied er sich, den Kater einschläfern zu lassen.
Ein Buch als Vermächtnis
Den Verlust verarbeitete Thomas, indem er ein Buch über Hansi schreibt. Darin möchte er vor allem eines vermitteln: "Dass es sich lohnt, ältere und behinderte Katzen aufzunehmen."
Gerade diese Tiere hätten kaum Chancen auf ein Zuhause. "Die jungen, süßen Katzen werden schnell genommen – aber die anderen fast gar nicht."
Neues Ziel: Katzenhaus auf Koh Samui
Aus der persönlichen Geschichte entsteht ein größeres Projekt. Thomas plant ein Katzenhaus auf Koh Samui – speziell für alte und behinderte Tiere.
"Sie sollen dort Zuneigung bekommen, Liebe und die nötige medizinische Versorgung", sagt er. Ziel sei es, den Tieren "einen schönen Lebensabend" zu ermöglichen.
Ende April will er nach Thailand fliegen, um vor Ort ein Grundstück zu suchen. Geplant ist eine langfristige Pacht und der Bau von modularen Unterkünften.
Finanzierung über Eigenmittel und Flohmarkt
Ein Großteil der Finanzierung kommt zunächst aus eigener Tasche. Zusätzlich organisiert Thomas einen Flohmarkt am Mittwoch, 22. April, im Alten Hallenbad in Feldkirch, um weitere Einnahmen für das Projekt zu generieren.
"Es gibt das Haus noch nicht, das Grundstück noch nicht – deshalb ist es schwierig, Sponsoren zu finden", sagt er. Dennoch sei bereits Unterstützung aus dem privaten Umfeld gekommen.
Tierliebe prägt seinen Alltag
Dass Thomas diesen Weg einschlägt, kommt nicht von ungefähr. Er gilt als großer Tierfreund und lebt seit rund 19 Jahren vegan – aus Überzeugung. Diese Haltung zeigt sich auch äußerlich: Mehrere seiner Tattoos haben einen Bezug zum Veganismus, etwa auf der Lippe, an den Händen und am Hals.
"Jedes Tier ist es wert, dass man ihm hilft"
Seine Motivation ist klar: "Jedes Tier ist es wert, dass man ihm hilft." Die Erfahrungen in Thailand hätten ihn geprägt. Besonders der Moment, als er verletzte Katzen zurücklassen musste.
Hansi bleibt dabei stets präsent. "Wenn ich nur ein bisschen von dem zurückgeben kann, was er mir gegeben hat, bin ich schon sehr glücklich."
(VOL.AT)